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01/2002 |
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Die Kliniken in Deutschland werden in den kommenden Jahren immer mehr und vor allem ältere Patienten versorgen müssen. Dies dürfte die Ausgaben für die stationäre Behandlung weiter in die Höhe treiben. Die umfassende Einführung von Fallpauschalen könnte zwar als Kostenbremse wirken, kommt aber zu spät. In den deutschen Hospitälern wird es eng - nach einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts werden Ärzte und Krankenschwestern im Jahr 2005 insgesamt rund 18,6 Millionen Patienten stationär zu versorgen haben (einschließlich derer, die innerhalb eines Jahres mehrmals eingewiesen werden). Das sind gegenüber 1999 rund 2,4 Millionen oder 15 Prozent zusätzliche Fälle. Der bereits seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnete Trend zu mehr Klinikbehandlungen setzt sich damit fort. Der Anstieg geht im Wesentlichen auf das Konto der Senioren: Im Jahr 1999 wurden 5,7 Millionen Patienten im Alter von über 65 Jahren in Krankenhäusern behandelt - 2005 werden es voraussichtlich nahezu 8 Millionen sein. Damit steigt der Anteil der älteren Generation an den klinisch betreuten Krankheitsfällen von 35 auf 43 Prozent - und damit deutlich stärker als der Anteil der Senioren an der Bevölkerung. Gleichwohl ist die demographische Entwicklung eine wichtige Ursache dafür, daß die Operationssäle und Pflegestationen immer voller werden. Denn ältere Menschen werden nun einmal öfter krank. Insgesamt ist rund ein Fünftel der zusätzlichen Klinik-Aufenthalte in den kommenden Jahren der Bevölkerungsalterung zuzuschreiben. Hinzu kommen jedoch andere Faktoren. Vor allem der medizinisch-technische Fortschritt sorgt dafür, daß mehr Krankheiten und Gebrechen erfolgreich operativ gelindert oder geheilt werden können. Zudem wächst das Gesundheitsbewußtsein, so daß die Menschen auch scheinbar harmlose Erkrankungen ernst nehmen und sich öfter mal gründlich durchchecken lassen. All dies wird die Zahl der stationären Behandlungen bis zum Jahr 2005 um schätzungsweise gut 1,7 Millionen ansteigen lassen. Was den Patienten gut tut, setzt jedoch dem Gesundheitssystem schwer zu. Bereits zwischen 1994 und 1998 stiegen die Ausgaben für die stationäre Versorgung um insgesamt mehr als 14 Prozent - und das, obwohl sich der durchschnittliche Klinikaufenthalt im gleichen Zeitraum um rund 16 Prozent auf 12,3 Tage verkürzte und die Bettenkapazitäten um knapp vier Prozent verringert wurden. Inzwischen wenden die Krankenkassen schon rund ein Drittel ihrer Mittel für die stationäre Betreuung auf - ohne die dabei verabreichten Medikamente. Die Fortschreibung des Ausgabentrends dürfte den Kassen heftige Bauchschmerzen bereiten: Wird nicht die Kostenbremse gezogen, könnten die Ausgaben für die stationäre Behandlung von knapp 86 Milliarden DM im Jahr 1999 auf etwa 99 Milliarden DM in 2005 zulegen. Dies dürfte den Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung von durchschnittlich 13,6 Prozent im Jahr 1999 auf schätzungsweise 14,4 Prozent in 2005 erhöhen. Mögliche Ausgabensteigerungen in anderen Bereichen des Gesundheitswesens sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Die derzeit diskutierten Sparmaßnahmen auf dem Arzneimittelsektor können der auf die Krankenhäuser zurollenden Kostenlawine kaum Einhalt gebieten. Bessere Chancen bietet da die Einführung von Fallpauschalen. Dabei sollen die Kliniken nach Diagnoseklassen entlohnt werden - sprich: für jeden zu behandelnden Krankheitsfall gibt es einen bestimmten Festbetrag. Damit hätten die Hospitäler einen Anreiz, sich zu spezialisieren, dadurch ihre Betriebskosten zu senken und Patienten nicht unnötig lange zu behandeln. Die Crux ist aber, daß die vollständige Umstellung von den bisherigen Tagespflegesätzen auf Fallpauschalen erst für das Jahr 2003 anvisiert ist - Linderung auf der Kostenseite wäre damit frühestens ab 2004 zu erhoffen. Zudem werden schon jetzt Rufe nach Ausnahmen von der neuen Regelung laut. Schließlich ist keineswegs sicher, ob die angestrebte Verlagerung vieler operativer Eingriffe vom stationären in den ambulanten Bereich tatsächlich zu Einsparungen führt. iwd Nr. 46 vom 15.11.2001 | ||||||
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