aktualisiert am: 07.01.2002
niedersaechsisches aerzteblatt
 

01/2002


Internet - DGN trumpft mit neuem Partner auf


BertelsmannSpringer Medizin Online (BSMO) und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (APO-Bank) haben eine weitreichende strategische Allianz vereinbart: BSMO und die DGN Service GmbH, eine 100prozentige Tochter der APO-Bank, bündeln ihre Kompetenzen. Beide Partner werden künftig im Bereich der Heilberufe als gemeinsamer Anbieter von medizinischen Fachinformationen und technischen Kommunikationslösungen im Internet auftreten. Für Zielgruppen im Konsumentenbereich wird die Patientenplattform "Yavivo" der DGN Service GmbH mit dem Gesundheitsportal "Lifeline" von BSMO verknüpft. Im Zuge dieser Maßnahmen übernimmt die DGN Service GmbH eine Beteiligung von 23 Prozent an der BertelsmannSpringer Medizin Online GmbH.

Ziel der Allianz ist die Vernetzung der DGN-Service-Angebote mit denen von
BSMO. Durch die Verknüpfung entsteht sowohl im Heilberufe- als auch im Konsumentenbereich das größte deutschsprachige medizinische Angebot im Internet. Zugleich bauen die Partner ihre bereits führenden Positionen zu einer herausragenden Stellung im medizinischen Online-Markt aus. "Diese Kooperation bildet nicht nur die Grundlage für eine zukünftige gemeinsame Produktentwicklung im Online-Bereich, sondern schafft auch eine starke strategische Unterstützung der Kerngeschäfte durch wechselseitige Vermarktungspotenziale", erklärt Prof. Dr. Jürgen Richter, Vorsitzender der Geschäftsführung BertelsmannSpringer.
Die DGN Service GmbH hat ihre Provider-Dienste speziell auf die Intranets der Heilberufe zugeschnitten und betreibt das "Deutsche Gesundheitsnetz D/G/N" für Ärzte, das "aponet Professional" für Apotheker und das "DZN" für Zahnärzte. Darüber hinaus wurde eine einheitliche Sicherheitstechnologie entwickelt, die den verschlüsselten und signierten Datenaustausch auch berufsgruppenübergreifend ermöglicht. Für die neuen Kooperationsformen vor allem im Bereich der Ärzte werden technische Vernetzungslösungen bereitgestellt.

Werner Wimmer, Sprecher des Vorstands der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, sieht in der Online-Allianz mit BSMO einen doppelten Vorteil: "Diese Kooperation gewährleistet für die Teilnehmer kompetente und sehr hochwertige aktuelle Inhalte. Gleichzeitig kann unsere Tochtergesellschaft DGN Service GmbH alle Aktivitäten auf ihre Kernkompetenzen als Provider fokussieren und diese in den Bereichen Information, Transaktion und Sicherheit der Kommunikation weiter ausbauen." Im Heilberufe-Bereich erreichen die Dienste des DGN zusammen mit dem abonnementpflichtigen BSMO-Portal "Multimedica" künftig rund 60.000 Stammkunden.

Der Onlinedienst "Yavivo" ist ein auf medizinische Gesundheitsinformationen spezialisiertes Angebot für Patienten. Er bleibt als Marke bestehen und wird künftig mit "Lifeline" vernetzt. Im Konsumentenbereich entsteht so das größte deutschsprachige Internet-Angebot für das gesundheitsbewußte Publikum mit monatlich drei Millionen Seitenabrufen.

BertelsmannSpringer Medizin Online vereinigt als integrative Dachmarke die bereits seit 1997 erfolgreich etablierten Onlineportale "Lifeline" und "Multimedica". Damit ist BSMO sowohl für Ärzte und Apotheker, medizinische Verbände und Pharmaindustrie als auch für Patienten, gesundheitsinteressierte Laien und Selbsthilfeorganisationen einer der führenden Online-Anbieter für medizinische Fach- und Gesundheitsinformationen im deutschsprachigen Raum. Neben seinen eigenen Internet-Portalen konzipiert BSMO als inhaltliche und technische Full-Service-Agentur ganze Internet-Plattformen für Kunden. Das Unternehmen ist eine Tochter der Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer (1,5 Milliarden DM Umsatz per 30. Juni 2001).

Die Fusion stieß aber auch auf Einwände. Kritiker weisen darauf hin, daß die APObank im Zuge dieser Umstrukturierungen den Berliner MD-Verlag zum Jahresende geschlossen hat. Damit reduziere das DGN drastisch seinen bislang hervorragenden medizinischen Informations- und Expertenservice. Den über 40 im Verlag tätigen Journalisten und Ärzten ist zum Jahresende gekündigt worden. Kritik gab es auch an der Informationspolitik der APObank, die ihre Entscheidung zu spät bekannt gegeben habe.
r.
 
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