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01/2003 |
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Von der Ärzteschaft seit Jahren gefordert, nun auch von der Politik anerkannt und gefördert: Die Prävention von Krankheiten ist als vierte Säule der Medizin - neben der Akutbehandlung, Rehabilitation und Pflege - etabliert. Dem trägt die Ärztekammer Niedersachsen Rechnung: Schwerpunktmäßig wird sich die 51. Woche der Praktischen Medizin mit dem Thema Prävention beschäftigen unter dem Motto "Die zuvorkommende Medizin" Die Prävention von Krankheiten muss bereits im Kindesalter ansetzen. Die Berichte von Kongressen der Kinderärzte sind erschreckend: Übergewicht, Koordinationsstörungen, Haltungsschäden, Herz-Kreislaufstörungen, psychosozialen Auffälligkeiten bei Grundschulkindern - Tendenz steigend. Sitzschule, Mediengesellschaft (14-jährige haben im Schnitt bereits über 19 000 Stunden vor dem Fernsehapparat verbracht) Computerspiele führen immer mehr zur "Verinselung" und Verhäuslichung der Kinder, Bewegungsmangel inklusive. Prof. Peiffer, Westerstede, wird sich schwerpunktmäßig mit der Prävention im Kindes- und Jugendalter beschäftigen. Ca. 20% der Kinder sind übergewichtig! Etwa die Hälfte davon "transportiert" ihr Übergewicht ins Erwachsenenalter. Fast food, fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel führen dazu, daß bald die Hälfte unserer Gesellschaft Gewichtsprobleme hat. Ernährungsexperte Prof. Pudel aus Göttingen wird über dieses Thema referieren. Bewegung empfehlen Ärzte täglich ihren Patienten, die Frage ist nur, wie diese Empfehlung umgesetzt werden soll. Dr. Stemper von der Universität Düsseldorf erläutert dazu die theoretischen Grundlagen, um sie dann am Strand mit den Teilnehmern praktisch umzusetzen. Ca. 30 % der Kinder im Grundschulalter weisen bereits Haltungsschäden auf. Die Folgen werden häufig erst im Erwachsenenalter sichtbar: Für Behandlung und Rehabilitation geben die Kassen jährlich 17 Milliarden aus. 52 % der Berufstätigen werden wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates vorzeitig berentet. Physikalische Medizin sowie Rückenschule in Theorie und Praxis sind weitere Schwerpunkte der 51. Woche der Praktischen Medizin. Nach der Veröffentlichung einer groß angelegten Studie aus den USA über die Hormonersatztherapie im Klimakterium schlugen die Wellen auch in den Medien hoch. Zwei Ärzte/Ärztinnen werden nach einem Einführungsreferat das Pro und Contra der Hormonersatztherapie im Alter in der Zentralveranstaltung der 51. Woche der Praktischen Medizin diskutieren. Wie schon in den vergangenen Jahren werden wieder zahlreiche Seminare und Kurse angeboten, die nicht nur für Allgemeinmediziner und Internisten, sondern für alle Fachärzte von großem Interesse sein dürften. Neu aufgenommen wurden zwei Seminare, auf die für alle Ärzte fachübergreifend besonders hingewiesen werden soll: 1| Fälle aus der Schlichtungsstelle werden unter dem Thema "Aus Fehlern lernen" vorgestellt und diskutiert. 2| Wundbehandlung. Dieses Thema wird in der Praxis häufig von der Pharmaindustrie dominiert und beeinflusst. Mit dem Seminar sollen die ärztliche Kompetenz gestärkt und neueste Verfahren vorgestellt werden. Wir hoffen, daß wir auch dieses Jahr wieder ein interessantes und vielfältiges Programm zusammengestellt haben. Langeoog war schon immer eine Reise wert, die 51. Woche der Praktischen Medizin ist es erst recht! - Th.Suermann | ||||||
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