aktualisiert am: 10.01.2003
niedersaechsisches aerzteblatt
 

01/2003


Voll im Trend - Verordnungskosten für Arzneimittel liegen in Niedersachsen im Bundesdurchschnitt. Die meisten Sparziele wurden erreicht


Die niedersächsischen Vertragsärzte haben die Sparziele der Arzneimittelvereinbarungen zwischen der KVN und den Spitzenverbänden der niedersächsischen Krankenkassen weitgehend erreicht. Die Statistiken der GKV-Arzneimittel-Schnellinformation (GamSi) für den Zeitraum Januar bis August 2002 zeigen, daß Niedersachsen im bundesweiten Vergleich durchweg unterdurchschnittliche Verordnungszuwächse und überproportionale Einspareffekte aufweist.

Von insgesamt sieben für Niedersachsen vereinbarten Sparziele wurden immerhin sechs erreicht. So sank der Umsatzanteil der Me-too-Präparate an den Gesamtverordnungen von 20,70 Prozent auf 17,60 Prozent, damit liegt er noch unter dem vereinbarten Zielwert von 18 Prozent. Auch bei den kontrovers diskutierten Arzneimitteln, den DDD und den Spezialpräparaten sanken die Anteile in Niedersachsen unter die vereinbarten Zielwerte. Der Anteil der Reimporte bei den Verschreibungen sollte sich in Niedersachsen von 5,20 Prozent auf sechs Prozent erhöhten - erreicht haben Niedersachsens Vertragsärzte sogar 7,5 Prozent. Bei den Generika sollte der Marktanteil der verordneten Präparate von 67,1 Prozent auf 73 Prozent gesteigert werden. Aktuell liegt ihr Anteil in Niedersachsen bei 70,1 Prozent. Aber auch damit liegt der KV-Bezirk Niedersachsen über dem Bundesdurchschnitt von 69,7 Prozent.

Niedersachsen liegt in seinen Sparbemühungen über dem Bundesdurchschnitt. Das zeigen ganz unterschiedliche Parameter. So belief sich der Bruttoumsatz der Verordnungen je 1.000 Versicherte in Niedersachsen auf 206.853 Euro; der Bundesdurchschnitt liegt bei 219.324 Euro. Das gleiche Bild ergibt sich bei den Netto-Umsätzen: Hier liegen Niedersachsens Ärzte mit 178.838 Euro pro 1.000 Versicherten unter dem Bundesdurchschnitt von 189.845 Euro. Nur die KV-Bezirke Hessen, Schleswig-Holstein, Südbaden und Nordwürttemberg stehen noch besser da.

Daß dennoch keine Versorgungslücken für niedersächsische Patienten entstehen, macht eine andere Zahl deutlich: Mit 7.500 Verordnungen pro 1.000 Versicherte im Zeitraum von Januar bis August 2002 entsprechen die Verordnungszahlen in Niedersachsen fast genau dem Bundesdurchschnitt. Mit anderen Worten: Die Patienten erhalten, was sie brauchen - aber die Ärzte in Niedersachsen verordnen preisbewußter.

Diesen Trend bestätigt ein anderer Wert: Mit 7.405 verordneten Packungen pro 1.000 Versicherte stimmen Niedersachsens Ärzte fast genau mit dem Bundesdurchschnitt überein. Daraus ergeben sich aber in Niedersachsen nur 262.973 Tagesdosen, während sich der Bundesdurchschnitt auf 272.888 Tagesdosen beläuft. Anders ausgedrückt: In Niedersachsen werden mehr kleine Packungsgrößen aufgeschrieben.

Interessant auch: Der Wert je Verordnung liegt in Niedersachsen bei 28,04 Euro und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 29,56 Euro. Kostenbewußtsein zeigt sich vor allem bei den Me-too-Präparaten: Mit 70,51 Euro Durchschnittskosten pro Verordnung liegt der KV-Bereich Niedersachsen in diesem Segment am unteren Ende der Vergleichsskala.

Ein Blick auf die Apothekenumsätze zeigt, daß das Kostenbewußtsein unter Niedersachsens Vertragsärzten enorm gestiegen ist. Noch in 2001 verzeichneten Niedersachsens Apotheken ein Umsatzplus von 10,9 Prozent - gegenüber 9,7 Prozent im Bundesdurchschnitt. Ganz anders ein Jahr später: Bis August 2002 stiegen die Apothekenumsätze in Niedersachsen um 3,4 Prozent - und liegen damit unter dem Bundesdurchschnitt von 3,8 Prozent.


- KVN

 
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