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Im zunehmenden Maße berichtet die Presse über eine Zunahme von Gewalttaten in Partnerschaften, Strafverfolgung, Verurteilungen und ihrer sozialpolitischen Bedeutung, wobei in erster Linie Frauen Opfer von Roheitsdelikten sind. Das deckt sich zum Teil auch mit Angaben in der Fachliteratur, allerdings nur für bestimmte Regionen, insbesondere Ballungsräume.  
Die Anzahl, der in der Fachliteratur beschriebenen weiblichen Personen, die im Rahmen von Roheitsdelikten Gesichtsschädelfrakturen davontrugen, schwankt zwischen 7 Prozent und 40 Prozent (Thorn et al 1986, Afzelius und Rosen 1979). Deshalb stellt sich für uns die Frage, ob die in der Literatur beschriebene Zunahme der Roheitsdelikte bei weiblichen Personen durch das männliche Geschlecht auch für den Raum Göttingen, zutrifft, um gegebenenfalls entsprechende präventive Maßnahmen einleiten zu können.

Häufigkeit von Gesichtsschädelfrakturen bei Frauen durch Roheitsdelikte im Raume Göttingen

J. F. Hönig, K. Teuteberg

Im Rahmen einer retrospektiven Studie wurde für den Raum Göttingen die Inzidenzrate der Roheitsdelikte durch männliche Personen bei Frauen erhoben. Im Zeitraum von 1985 bis 1995 wurden insgesamt 1 839 Patienten im Göttinger Universitätsklinikum stationär wegen knöchernen Gesichtsschädelverletzungen behandelt, darunter 370 weibliche Patienten. Von diesen Patienten erlitten 7,03 Prozent Gesichtsschädelfrakturen infolge von Roheitsdelikten, ausgeübt vom männlichen Personen. Der Altersgipfel lag im Bereich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Unterkieferfrakturen rangierten infolge von Faustschlägen an erster Stelle, gefolgt von den Jochbogenfrakturen.

Als Ergebnis war festzustellen, daß sich die Inzidenzrate der knöchernen Gesichtsschädelverletzungen bei weiblichen Personen infolge von Roheitsdelikten im Raum Göttingen im Vergleich zur Literatur an der unteren Grenze bewegt und seit den letzten zehn Jahren die Häufigkeitsrate der Roheitsdelikte bei weiblichen Personen unverändert war.


Literatur bei den Verfassern und in Kürze auf dieser Seite.

Anschrift der Verfasser:

Priv. Doz. Dr. Dr. med. Johannes Franz Hönig
Abt. Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie
der Universität Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
D-37075 Göttingen
 
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