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02/1999 | |||||
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Das Ergebnis der Abstimmung: |
Die Internet-Abstimmung des nä in Heft 02/99 zum Thema "Praxisnetze" erbrachte folgendes Ergebnis: der gültigen abgegebenen Stimmen. (n=18) Diese Umfrage ist nicht repräsentativ. |
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Kommunikation und Kooperation sind die notwendige Antwort auf die Strukturkrise im Gesundheitswesen, die zusammen mit ständig wachsenden Finanzproblemen der GKV zunehmend den ärztlichen Arbeitsalltag beeinflussen. Bei vielen Ärzten ist bereits die Grenze zur Resignation überschritten. Solange eine durch Kostenträger und Politik - ohne Berücksichtigung von Qualitätskriterien - willkürlich festgelegte Ausgabenbegrenzung fast ausschließlich zu Lasten der Leistungserbringer besteht, ist es notwendig, die vorhandenen Ressourcen zur ärztlichen Versorgung der Versicherten optimal zu nutzen. Die bisherigen Regelungsversuche durch Politik und ärztlicher Selbstverwaltung bezüglich Qualität, Leistungsmenge und adäquater Honorarverteilung haben versagt. Um es nicht zu einer weiteren Wettbewerbsverschärfung zwischen den Fachgruppen - aber auch zwischen dem ambulanten und stationären Sektor ' kommen zu lassen, müssen neue Wege der Kooperation beschritten werden. Nur eine qualitätsgesicherte Intensivierung der innerärztlichen Kooperation wie auch eine stärkere Verzahnung von Vertragsärzten und Krankenhäusern kann hier Lösungen herbeiführen. Es versteht sich, daß ein solcher Lösungsweg nicht grundsätzlich von 'oben' nach 'unten' beschritten werden kann. Die Politik und die ärztliche Selbstverwaltung sollten hier ausschließlich die Rahmenbedingungen schaffen, damit - jeweils an die unterschiedlichen regionalen Bedürfnisse adaptiert - ein solcher Lösungsweg beschritten werden kann. Also muß es ein von 'unten' nach 'oben' geben. Ein Praxisnetz als virtuelle Vereinigung vieler Einzel- oder Gemeinschaftspraxen aller Fachrichtungen dient in diesem Sinne der Optimierung der Patientenversorgung unter qualitativen und wirtschaftlichen Aspekten in einer definierten Region. Wichtige Voraussetzung dafür ist u.a. die Herauslösung des ärztlichen Honorars für die 'Netzärzte' aus der Gesamtvergütung eines Bundeslandes. Nur so ist eine eigenverantwortliche Steuerung bzw. qualitätsgesicherte Drosselung der Leistungsmenge unter Budgetbedingungen möglich. Die Herauslösung des Honorars der 'Netzärzte' muß natürlich ohne Benachteiligung der nicht am Netz beteiligten Ärzte geschehen. Wesentliches strukturelles Merkmal ist die intensive Qualitätszirkelarbeit aller 'Netz-ärzte'. Sie ist erforderlich, um die notwendige Infrastruktur, insbesondere aber auch diagnostische und therapeutische Standards zu schaffen. Erst eine pro Patient horizontal durch alle Bereiche (ärztliche Leistungen, Notfall- und stationäre Leistungen, Arzneimittel, Transporte und Arbeitsunfähigkeitstage) ermittelte Kostentransparenz ergibt die notwendige Voraussetzung zur Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Vermehrte Präsenz aller Vertragsärzte, z.B. in einer Anlaufpraxis - innerhalb oder außerhalb eines Krankenhauses - führt zur Vermeidung unnötiger Selbsteinweisungen der Patienten. Dieses führt zu einer Kostenreduktion. Die im stationären Sektor dadurch freiwerdenden Kapazitäten können durch Einrichtung von alternativen Versorgungsebenen - Betreuung von Patienten durch niedergelassene Ärzte im Krankenhaus, ambulante bzw. teilstationäre REHA, Verstärkung belegärztlicher Tätigkeit, gemeinsame Nutzung teurer Technik - kompensiert werden, um den evtl. einseitigen 'Spareffekt' bei den Krankenhäusern abzumildern. Die frühzeitige Übernahme stationärer Patienten in die Obhut der niedergelassenen Ärzte unter Absprache der weiteren Therapie - nach Bereinigung der dadurch entstehenden Belastung des ambulanten Sektors - verbessert ebenfalls Qualität und Wirtschaftlichkeit. Durch intensivere Kooperation und Kommunikation (Fax, EDV, Überweisungsbegleitbrief) sind unnötige Doppeluntersuchungen vermeidbar. Gleichzeitig kann eine ' im allgemeinen nicht notwendige - Mehrfachinanspruchnahme von Ärzten durch Patienten transparent werden. Die verstärkte Kooperation mit nichtärztlichen Leistungserbringern (Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Sozialstationen, Physiotherapeuten, Apotheken etc.) dient ebenfalls der im Praxisnetz angestrebten Zielsetzung. Eine EDV-technische Vernetzung der einzelnen Praxen, der Anlaufpraxis und der Leitstelle sind wichtig. Wesentliche Basis ist jedoch nicht die technische, sondern die intellektuelle Vernetzung der Ärzte untereinander im Sinne des Kooperationswillens und der Solidarität, ebenso die Bereitschaft, in einer 'konzertierten Aktion' vorbehaltlos mit Krankenkassen und Politikern zusammenzuarbeiten. Der Gesetzgeber hat durch die Möglichkeiten der Modellvorhaben und Strukturverträge im SGB V die Türen zur Nutzung kreativer ärztlicher Kompetenz prinzipiell geöffnet. Die Ausführungsbestimmungen mit der Bindung, daß 'Netzverträge' zwischen Krankenkassen und KV abgeschlossen werden müssen, wie auch die u.E. unsinnige Budgetierung der Strukturverträge (möglicherweise ungewollt) stellen noch kontraproduktive Hürden dar, die hoffentlich kurzfristig ausgeräumt werden. FAZIT: Praxisnetze sind die adäquate Antwort auf die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und stellen für die nahe Zukunft die einzige ernsthafte Alternative zur bisherigen Struktur der Versorgung unserer Patienten dar. |
Die Vernetzung geht um. Wer sich nicht vernetzt ist dumm(!?). Sinngemäß so äußern sich nichtärztliche Vertreter von Systemspezialisten über den Krankenhausvertreter bis zum Standesfunktionär. In der anscheinend schon vergessenen jüngeren Vergangenheit der niedergelassenen Ärzteschaft war es noch intuitiver Standesritus, daß der Hausarzt und der Kreis der fachärztlichen Überweisungsempfänger durch persönlichen Kontakt und Informationsaustausch miteinander verbunden (vernetzt) waren. Unter anderem mit Einführung der Chipkarte kam es bei zunehmender Arztdichte zu fortschreitender innerärztlicher Unverbindlichkeit. Das Krankenhaus entwickelt sich ebenfalls mehr und mehr zum - verwaltungspolitisch aufoktruierten.- Konkurrenten um den ambulanten Patienten. Aus diesen Zwängen heraus entstand als Lösung das Netz. Durch idealistische und realistische Aktivitäten sind mittlerweile über 50 Netzwerke im Entstehungs-, Funktions- oder Beendigungsstadium. Learning by doing ist das überwiegend vorherrschende Prinzip - von einer strategisch geplanten Systemänderung seitens der ärztlichen Selbstverwaltung bisher fast keine Spur! Zum 1. Januar 1999 sollte eine Rahmenvereinbarung nach § 73a Abs. 2 SGB V zum Inhalt und zur Durchführung von Strukturverträgen für Vernetzungen in der Vertragsärztlichen Versorgung zwischen KBV und AOK in Kraft treten. Zielsetzungen dieser Absicht sind patientenorientierte Dienstleistungsangebote für die Versicherten, kompetente Patientenbegleitung, wissenschaftlich gesichertes Qualitätsniveau, erhöhte Wirtschaftlichkeit der Versorgung, sinnvolle Arbeitsteilung zwischen ambulantem und stationärem Bereich. Definitorisch nicht gut abgegrenzt sind alle Zielsetzungen. Geradezu brisant ist das patientenorientierte Dienstleistungsangebot für die Versicherten solange ausschließlich Ärzte ein Budget haben! Verdächtigt unverschämt ist das Netzleistungsmerkmal 'kompetente Patientenbegleitung' in Anbetracht des weltweit mit führenden Versorgungsniveaus durch die meisten Ärzte in Deutschland. Die erhöhte Wirtschaftlichkeit als weitere Zielsetzung läßt tendenziell die Beurteilung der Versorgungsergebnisse schwerpunktmäßig unter ökonomischen Aspekten befürchten. Und sinnvolle Arbeitsteilung ist meines Erachtens tiefenpsychologische irreale Wunschvorstellung im Hinblick auf die derzeitige strukturelle Situation und die sozialpolitischen avisierten Tendenzen. Die Strukturmerkmale der Praxisnetze sind freiwillige Zusammenschlüsse, für die eine Befristung unter Berücksichtigung einer ausreichend langen Erprobungsphase vorgesehen ist, dazu ein je Praxisnetz abzuschließender Strukturvertrag mit u.a. Regelungen zur Größe und interner fachspezifischer Zusammensetzungen. Cave: Divide et impera! Ein Netz hat zwei grundsätzliche gegenteilige Funktionen. Mit seiner guten, nützlichen Funktion hält es zusammen, bewahrt vor Verlusten, erleichtert die Arbeit. In der schlechten, gefährlichen Funktion fängt es den Gegner, Gejagten. Eindeutige Überlegenheit wird ein künftiges Entscheidungsprinzip. Zu groß sind meines Erachtens die Vorleistungen für die Ärzte (nach den schlechten Erfahrungen mit der Gegenleistung bei maschinenlesbaren Datenträgern), zu eng die Maschen, um bei der Ergebnisbeurteilung ein gleichwertiger Partner zu sein. |
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Das Ergebnis der Abstimmung: |
Die Internet-Abstimmung des nä in Heft 02/99 zum Thema "Praxisnetze" erbrachte folgendes Ergebnis: der gültigen abgegebenen Stimmen. (n=18) Diese Umfrage ist nicht repräsentativ. |
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