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03/2001 |
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Das Entrée war nicht eben glücklich: Nach dem, wie einige Auguren meinen, "Rauswurf" von Heidi Merk als Sozialministerin der Kabinette Schröder, Glogowski und Gabriel, führte sich ihre Amtsnachfolgerin, die bisherige Chefin der Hamburger Senatskanzlei, Dr. Gitta Trauernicht, gleich mit unrühmlichen Schlagzeilen ein. Um Pensionsansprüche aus ihrer hanseatischen Beamtenlaufbahn abzusichern, machte man sie - völlig legal - für 24 Stunden zur Staatssekretärin und zwar im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium (!), bevor sie dann am 13. Dezember letzten Jahres ihren Amtseid als neue Ministerin ablegte. Nach heftigen Turbulenzen, sowohl im Niedersächsischen Landtag als auch in den Medien des Landes, die auch gleich noch die angebliche "Vetternwirtschaft" an der Elbe wegen versuchter bevorzugter Besetzung eines Führungspostens durch Trauernichts Ehemann mit einschlossen, haben sich die Gemüter mittlerweile wieder beruhigt. Inzwischen dominierten im "Niedersächsischen Ministerium für Jugend, Familie, Frauen und Soziales (einschließlich Arbeitsmarkt)" - so der neue offizielle Titel des Hauses - die Tagespolitik, aber auch die Perspektiven künftiger Sozialpolitik, wie sie die 49jährige, aus Emden stammende Ostfriesin versteht und in konkrete Politik umsetzen will. Wo einer der künftigen Schwerpunkte dieser Politik liegen könnte, zeigt ein Blick in die Biographie der Sozialdemokratin, die nach Tätigkeiten als Chemielaborantin und Chemotechnikerin in der Lebensmittelüberwachung und Medizintechnik auf dem zweiten Bildungswege Soziologie studierte und von 1989 bis 1995 als Senatsdirektorin das Jugendamt in Hamburg leitete. Die Spezialistin für Jugendrecht bekleidete dann von 1995 bis 1997 das Amt einer Staatssekretärin der Jugendbehörde, bevor sie von 1997 bis zur Übernahme des hiesigen Ministeramtes Chefin der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg wurde. Die jugendpolitische Ausrichtung ihrer Interessens- und Tätigkeitsschwerpunkte scheint offenbar eine gewisse Magnetwirkung zu haben: So beansprucht und erhält auch Dr. phil. Trauernicht aus dem Kultusministerium den bislang dort angesiedelten Kinder- und Jugendbereich, in dem sie nach eigenem Bekunden ihre künftigen politischen Akzente setzen will. Das "Bauchladen-Ressort" gibt seinerseits die gesamte Zuständigkeit für soziale Stadtteilsanierung, Städtebau und Wohnungswesen an das Innenministerium ab. Intensive ÄrztekontakteInzwischen hat es auch erste Kontakte der sehr selbstbewußt auftretenden Politikerin mit den Vertretern der Gesundheitsberufe gegeben. So war die Ministerin, die ihre Gesprächspartner gern direkt aufsucht, "sehr froh", gleich zu Jahresbeginn den Neujahrsempfang der ärztlichen Körperschaften dazu nutzen zu können, sich vorzustellen und erste Fingerzeige auf ihre künftige Gesundheitspolitik zu geben (vgl. niedersächsisches ärzteblatt, Heft 2/2001, Seite 4ff). Seitdem hat sie wiederholt betont, wie wichtig ihr die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den zahlreichen Organisationen und Verbänden, die sich in Niedersachsen im engeren und weiteren Sinne für Gesundheits- und Sozialpolitik engagieren, ist. Die geeignete Plattform dafür wird das seinerzeit im hannoverschen Ärztehaus bereits angekündigte "Niedersächsische Gesundheitsforum" sein, in dem durch ständigen Dialog "mit allen Akteuren an einem Tisch" zunächst einmal die bisherigen Emotionen aus der gesundheitspolitischen Auseinandersetzung eleminiert werden sollen. Dann sei es auch leichter, die "unglaublich vielen Schätze" ehrenamtlichen und verbandlichen Engagements in der niedersächsischen Gesundheits- und Sozialpolitik noch besser zur Geltung zu bringen. Daß in diesem Sinne die Selbstverwaltung ihren hohen Stellenwert beibehalten muß, steht für sie außer Frage. | ||||||
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