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03/2001 |
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DER SPIEGEL, bundesweit führendes Schmäh- und Hämeperiodikum vor allem gegen Ärzte, geht wieder einmal mit "noch unveröffentlichten Materialien" hausieren. Schwere Versorgungsmängel, so die Quelle, das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, kennzeichneten unverändert den Zustand des deutschen Gesundheitsmarktes - vor allem wegen eklatanter Diagnose- und Therapieschwächen. Ob - wie beispielhaft aufgeführt - Diabetes, Bluthochdruck, Brustkrebs: Bei zahlreichen Indikationen werde laut SPIEGEL "nicht ernst genommen, falsch gedeutet, nicht oder zu spät therapeutisch interveniert" oder - ein weiterer recht unspezifischer Vorwurf - schlicht "nicht aufgepaßt". Den Erkenntnissen der Gutachter ("erhebliche Lücken in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung") folgen probate Mittel der Problemlösung jedoch auf dem Fuß. Zum einen sollen sich - nach niederländischem Vorbild - Ärzte bei der Therapie der häufigsten Krankheiten stärker als bisher noch an wissenschaftlichen Leitlinien orientieren, vor allem aber haben sich Ärztinnen und Ärzte künftig einer staatlich verordneten und kontrollierten Nachschulung ("Rezertifizierung") zu stellen. Da liegt sie denn wieder auf dem Tisch, die alte Forderung beispielsweise der Gesundheitsministerkonferenz der Länder nach einer allenfalls befristeten Facharztanerkennung, deren Verlängerung, versteht sich, von regelmäßigen Prüfungen nach vorausgehender Zwangsfortbildung abhängt. Auf der gesundheitspolitischen Tagesordnung steht also nichts weniger als der "Aufbau einer Qualitätskultur" (so der Gutachtentext in bestem Euphemismus), wobei selbst eine so unschöne Vokabel wie Zwang - nämlich der Zwang zur regelmäßigen Nachschulung - den Protagonisten keinerlei Herzklopfen bereitet. Die sattsam bekannte Regulierungswut der Politik will also auch vor dem Gesundheitswesen (mal wieder) nicht halt machen. Geradezu tröstlich ist es daher, daß die ärztliche Selbstverwaltung gemäß ihren berufs- und sozialrechtlichen Aufträgen nicht unerhebliche Energien in eine funktionsfähige und weithin anerkannte Fortbildung durch Selbstgestaltung investiert. Mit der Einrichtung eines allerdings freiwilligen Fortbildungszertifikats nicht nur im Einzugsbereich der Ärztekammer Niedersachsen wird der Politik und allen anderen Kritikern an einer funktionsfähigen Weiterqualifikation des Berufsstandes signalisiert: Fortbildung in Ärztehand benötigt keinen Außendruck! - Daß dabei die geforderte Qualität auch zum Tragen kommt, zeigen die wachsenden Zahlen von Anträgen auf Anerkennung einschlägiger Fortbildungsveranstaltungen ebenso wie die dort ausgefertigten Teilnahmebescheinigungen, die später in das eigentliche Fortbildungszertifikat des einzelnen Arztes/der einzelnen Ärztin münden. Langeoog - ein Juwel niedersächsischer FortbildungGelegenheiten, sich regelmäßig fortzubilden und damit im ärztlichen Berufsalltag stets ˆ jour zu sein, gibt es in Niedersachsen reichlich. Zum Beispiel während der 49. Langeooger Fortbildungswochen, für die in diesen Tagen das aktuelle Programmheft erschienen ist. Mit dem Fortbildungs-Akkord "Woche der Rettungsmedizin" (in diesem Jahr die achte Auflage), der 30. "Psychotherapiewoche" (Achtung: Geburtstag!) und der 49. "Woche der Praktischen Medizin" hat Fortbildung unter dem Dach der Ärztekammer Niedersachsen auch in diesem Jahr wieder einen superben Klang, der - wie die ersten Anmeldungszahlen zeigen - ein mächtiges Echo hervorgebracht hat und noch hervorbringt. | ||||||
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