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03/2003 |
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In Niedersachsen soll kurzfristig die Früherkennungs-Mammographie (Mammographie-Screening) für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren flächendeckend eingeführt werden. Wenn die notwendigen organisatorischen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen in Niedersachsen abgestimmt sind, soll das Brustkrebsscreening von besonders qualifizierten niedergelassenen Frauenärzten und Radiologen durchgeführt werden. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und die ärztlichen Berufsverbände der Frauenärzte und Radiologen verständigt. Frauen in der entsprechenden Altersgruppe soll alle zwei Jahre eine hochwertige Röntgenuntersuchung der Brust als Kassenleistung angeboten werden. In Niedersachsen kommen dafür rund eine Million Frauen in Frage. Die Vorsorgeuntersuchung wird höchsten Qualitätsanforderungen nach europäischen Normen entsprechen. Jeder Arzt, der sich an diesem Screeningprogramm beteiligen will, ist verpflichtet, seine Qualifikation auf dreifache Weise nachzuweisen: Kernelement der Qualitätssicherung ist eine spezielle Zusatzqualifikation für alle Ärzte, die Mammographien durchführen wollen. Die Qualifikation geht über die für eine kurative Mammographie (Verdacht auf Brustkrebs) hinaus. Ärzte, die diese Untersuchung anbieten, müssen sich bereits heute einer Prüfung unterziehen und eine umfangreiche Fallsammlung fehlerfrei beurteilen. Nur wenn der Arzt diese Prüfung besteht, dürfen weiterhin Mammographien durchgeführt und abgerechnet werden. Dieses Rezertifizierungsverfahren ist in Niedersachsen bereits angelaufen. Zur Zeit haben rund 150 niedersächsische Fachärzte und Fachärztinnen diese Prüfungen bestanden. Für eine flächendeckende Versorgung im Screeningprogramm werden mindestens 200 Spezialisten in Niedersachsen benötigt. Weiteres Element der Qualitätssicherung ist eine regelmäßige Fortbildung, die internationale Experten speziell für mammographierende Ärzte entwickelt haben. Dabei wird den betreffenden Ärzten jedes Jahr eine spezielle Mammographie-Fallsammlung zur Beurteilung vorgelegt. Bei mangelhaften Ergebnissen muß der Arzt seine Qualifikation durch den Besuch von anerkannten Fortbildungen sowie durch eine zusätzliche Prüfung nachweisen. Dritte Säule des Programms sind externe Kontrollen der Brustaufnahmen sowie der zugehörigen Befunde. Dabei geht es sowohl um die technische Aufnahmequalität, die regelmäßig überwacht wird, als auch um die ärztliche Beurteilung (Diagnose). Insbesondere wird bei der Beurteilung der Aufnahmen ein Zweitmeinungsverfahren etabliert. Die gesamte Versorgungskette von der Einladung der teilnahmeberechtigten Frauen über die Durchführung der eigentlichen Screeninguntersuchung bis hin zur Einholung der Zweitmeinung, der Folgediagnostik, Therapie und Nachsorge wird einem strengen Qualitätsmanagement unterliegen. Für unklare Fälle stehen weitere Experten im Hintergrund zur Verfügung. Nach Einschätzung von KVN und Berufsverbänden kann nur so und durch eine regelmäßige und hohe Teilnehmerquote die jährliche Anzahl der Erkrankungen und Todesfälle langfristig gesenkt werden. Das Mammographie-Screening wird zur Zeit in drei Modellregionen Deutschlands erprobt, darunter auch in der niedersächsischen Weser-Ems-Region. - kvn | ||||||
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