aktualisiert am: 26.04.2001
niedersaechsisches aerzteblatt
 

04/2001


MedCERTAIN - das digitale Gütesiegel für Gesundheitsinformationen im Web


Jetzt soll es kommen: das digitale Gütesiegel ("Trustmark") für Gesundheitsinformation im Web, um dem Verbraucher eine Hilfe zu geben, die Seriosität eines medizinischen Angebots im Internet zu beurteilen und die Informationsflut im World Wide Web transparenter zu machen. Das Projekt mit dem Namen MedCERTAIN (Certification and Rating of Trustworthy and Assessed Health Information on the Net) wird von der Europäischen Union im Rahmen des "Aktionsplanes für sichere Benutzung des Internets" mit einer Fördersumme von einer Million Mark unterstützt. Initiator und Koordinator ist die Forschungsgruppe "Cybermedizin & e-Health" an der Abteilung Klinische Sozialmedizin der Universität Heidelberg unter Leitung von Dr. Gunther Eysenbach, die sich bereits seit mehreren Jahren mit den Herausforderungen und Chancen von e-Health beschäftigt und eine der weltweit führenden Arbeitsgruppen auf diesem Gebiet aufgebaut hat.
Ziel des Projektes MedCERTAIN ist der Aufbau einer organisatorischen und technischen Infrastruktur zur dezentralen Informationsbewertung durch Experten und medizinische Fachgesellschaften sowie die Selbstregulierung und Kennzeichnung von medizinischen Informationen in standardisierter Form durch die Informationsanbieter mit so genannter Meta-Information. "Was wir auf keinen Fall wollen, ist ein zentrales Institut, das entscheidet, was gute und was schlechte medizinische Information ist", sagt Projektleiter Eysenbach. "Wir arbeiten vielmehr an einer dezentralen Lösung, die dem Verbraucher zusätzliche Sicherheiten geben wird, daß er es mit einem vertrauenswürdigen Informationsanbieter zu tun hat".
Eine Reihe von Fragen sind zu klären, u.a.: Was ist eigentlich "einwandfreie" medizinische Information im Internet? Und: Unter welchen Aspekten soll eine Website von externen Gutachtern beurteilt werden?
Das MedCERTAIN-Konsortium, das neben der Universität Heidelberg auch noch aus Projektpartnern aus zahlreichen anderen europäischen Ländern besteht, plant ein dreistufiges Zertifizierungsverfahren. Ein "Level 1"-Gütesiegel bekommen Informationsanbieter, die sich neu erarbeiteten ethischen Richtlinien freiwillig unterwerfen und bestimmte Informationen für den Verbraucher in einer Datenbank hinterlegen. Diese Informationen, wie etwa: Wer steckt hinter dem jeweiligen Angebot? Was ist die Qualifikation der Autoren? u.a.m., wären für den Benutzer jederzeit abrufbar.
Beim "Level 2"-Gütesiegel werden die Angaben des Informationsanbieters überprüft, außerdem wird die Website besucht und auf die Einhaltung bestimmter formeller Kriterien hin überprüft. Ab "Level 3" werden Experten und Fachgesellschaften eingeschaltet, die zusätzlich die medizinischen Inhalte des Informationsanbieters prüfen, und Empfehlungen abgeben können.
Auf der Website von MedCertain (http://www.medcertain.org) finden sich schon jetzt umfangreiche Informationen für Besucher medizinischer Websites, für Webpublisher (zu denen ja auch Ärztinnen und Ärzte mit eigener Homepage zählen) und für "Health Professionals", die sich z.B. als Reviewer medizinischer Websites zur Verfügung stellen möchten.
-low
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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 26.04.2001.

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