aktualisiert am: 13.05.2002
niedersaechsisches aerzteblatt
 

05/2002


SUPPORT-News:

Bürgerwillen sichert vorläufigen Fortbestand des Projektes



Im Herbst letzten Jahres hatten die niedersächsischen Kostenträger bekundet, sich an der Weiterfinanzierung von SUPPORT nicht zu beteiligen. Daraufhin sah sich die Ärztekammer Niedersachsen gezwungen, ihre bisherigen entsprechenden Aktivitäten einzustellen. Nach der öffentlichen Ankündigung dieses Schrittes regte sich allerdings entschiedener Widerstand in der Region. Bürgerinnen und Bürger, Studentinnen und Studenten, aber auch Politikerinnen und Politiker aller Parteien machen sich seither für den Erhalt des Modellprojektes stark.

Noch vor Ende des Jahres 2001 begannen zahlreiche Freiwillige, Unterschriften in der Bevölkerung zu sammeln, mit denen "die Verantwortlichen in Politik und Krankenkassenverbänden" aufgefordert werden, "geeignete Rahmenbedingungen und eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen, damit auch in Zukunft der Wunsch vieler unheilbarer Kranker erfüllt werden kann, im häuslichen Umfeld betreut zu werden und dort auch in Würde zu sterben."

Am 14. Januar 2002 konnte SUPPORT bekannt geben, daß sich bereits 10.000 Unterzeichnende der Forderung angeschlossen hatten, SUPPORT zu erhalten; innerhalb von nur drei weiteren Wochen hatte sich die Zahl dann schon auf 20.000 erhöht. Offensichtlich wurde dieses inzwischen auch von Prominenten - wie z.B. dem Göttinger Nobelpreisträger Prof. Manfred Eigen - unterstützte "Bürgervotum" von der Politik sehr wohl zur Kenntnis genommen.

Besonders erfreulich an dieser auch von den Medien mit viel Aufmerksamkeit begleiteten Aktion war ein vermehrtes Aufkommen von Spendengeldern für SUPPORT. Dadurch konnte das ursprüngliche Versorgungsangebot des Modellprojektes bis heute aufrechterhalten werden. Da dem Palliative-Care-Team derzeit allerdings nur wenige Mitarbeiter angehören, konzentriert es sich vor allem auf die Weiterversorgung der bisher schon betreuten Projektpatienten. Die Aufnahme neuer Patienten war dagegen bislang nur in Ausnahmefällen möglich.

Auf einer Pressekonferenz am 8. Februar 2002 hat Minister Thomas Oppermann dann verkündet, daß die Niedersächsische Landesregierung sich dazu entschlossen habe, durch eine finanzielle Förderung in Höhe von rund 500.000,- E die Fortführung von SUPPORT - zunächst über einen Zeitraum von 18 Monaten - zu ermöglichen. Nach den Vorstellungen der Landesregierung soll das Fördergeld allerdings nicht der ÄKN als bisheriger Projektträgerin sondern der Universität Göttingen zufließen.

Vorgesehener Beginn für die Anschlußförderung durch die Landesregierung ist nach Mitteilung von Prof. Dr. Dietrich Kettler, Direktor des Göttinger Zentrums Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin der Georg-August-Universität, der 1. Juli diesen Jahres. Um bis dahin für die Patienten kein "therapiefreies Intervall" entstehen zu lassen, muß die Überbrückung des Zeitraumes bis zum Sommer über Spenden gewährleistet werden. Leider ist durch die Berichterstattung über die Förderung durch die Landesregierung bei vielen potentiellen Sponsoren verständlicherweise der Eindruck entstanden, daß inzwischen alle finanziellen Probleme beseitigt seien. Vor diesem Hintergrund erweist sich in letzter Zeit das Spendenaufkommen als stark rückläufig.
Umso erfreulicher ist in diesem Zusammenhang, daß SUPPORT im Januar 2002 eine weitere Auszeichnung erhielt. Die beiden bisherigen Projektleiter, Dr. Franz Bernhard M. Ensink und Dr. Gerd-Gunnar Hanekop, erhielten unlängst den (noch) mit 10.000.- DM dotierten 1. Hartwig-Mathies-Preis des Nürnberger Vereins für ambulante Therapie e.V. Wie bereits bei diversen ähnlichen Gelegenheiten in der Vergangenheit haben die beiden Preisträger auch diesmal wieder ihr Preisgeld in voller Höhe zur Fortsetzung von SUPPORT zur Verfügung gestellt. Durch die neuerliche Auszeichnung des Modellprojektes sieht sich die Ärztekammer in ihrer Einschätzung der Optimierungschancen der palliativmedizinischen Patientenversorgung durch SUPPORT abermals bestätigt und gratuliert dem gesamten Projektteam zur bislang sechsten bundesweit ausgeschriebenen Auszeichnung.

Sicherlich wäre es für alle Beteiligten der schönste Erfolg, wenn auch die Verantwortlichen in den Krankenkassenverbänden zu guter Letzt die innovative Bedeutung von SUPPORT erkennen und den Ansatz dauerhaft finanziell absichern würden. Um dies zu erreichen, wird die bisherige Unterschriftenaktion, an der sich inzwischen mehr als 30.000 Personen beteiligt haben, weitergeführt. Es erscheint wünschenswert, daß die Resolution auch landesweit von möglichst vielen Unterzeichnern mitgetragen wird. Von den Internetseiten des Projektes unter http:// come.to/SUPPORT kann sich dazu jedermann eine vorbereitete Unterschriftenliste ausdrucken und in der Praxis, im Krankenhaus, an anderen Arbeitsplätzen oder im Bekanntenkreis unterzeichnen lassen. Die ausgefüllten Vordrucke bitte zurückschicken an: SUPPORT, Waldweg 35, 37073 Göttingen. Bei dieser Adresse oder unter (05 51) 39 40 69 können gedruckte Unterschriftenlisten auch jederzeit angefordert werden.

Für Rückfragen, Kommentare und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

AG SUPPORT, der ÄKN

c/o Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Georg-August-Universität
Waldweg 35, 37073 Göttingen

Palliative-Care-Team-Hotline:
PCT-Büro: (05 51) 39 61 11
PCT-Handy: (01 72) 52 57 870

Koordinatinationsbüro:
Telefon: (05 51) 39 40 69
Fax: (05 51) 39 31 89
Email: pctgoe@gwdg.de
Internet: http://come.to/SUPPORT
 

 
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