06/1999

SUPPORT-News: Kammer bittet Ärzte um Kooperation für den Post-Survey im Juni 1999
 


Seit dem 1. Dezember 1996 führt die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in enger Kooperation mit dem Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (Geschäftsführender Leiter: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Dietrich Kettler, FRCA) der Georg-August-Universität Göttingen in der Region Südniedersachsen die Modellmaßnahme SUPPORT durch. Ziel dieses Projektes ist die Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung von Patienten mit Tumorschmerzen in der Region Südniedersachsen durch die Initiierung ärztlicher Qualitätszirkel zu diesem Thema und die Etablierung von Palliative-Care-Teams.

Auf Vorgabe des Bundesministeriums für Gesundheit wurde zu Beginn des Modellprojektes ein umfassender Prä-Survey zur Dokumentation der Strukturqualität bei der Versorgung terminal kranker Patienten durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung erhielten damals 1 200 zufällig ausgewählte niedergelassene Kollegen und Kliniksärzte in der Interventionsregion Göttingen (n = 400) sowie in den Kontrollregionen Oldenburg (n = 400) und Braunschweig (n = 400) einen umfangreichen Fragebogen mit rund 100 Items. Zusätzlich zu Fragen nach interdisziplinärer Kooperation, zum Handling spezifischer Therapieprobleme und zur Verwirklichung von ganzheitlichen Ansätzen wurden seinerzeit auch Fragen zum Stand des schmerztherapeutischen Wissens und bezüglich der Einstellung zur Palliativmedizin bzw. Tumorschmerztherapie im allgemeinen sowie zum Einsatz von Opioiden im speziellen gestellt.

Obwohl das Ausfüllen des Fragebogens einen nicht unerheblichen Zeitaufwand erforderte, haben sich 1997 erfreulicherweise über 70 % der angeschriebenen Ärzte in allen drei Untersuchungsregionen beteiligt. Damit verfügt SUPPORT über eine differenzierte und solide Datenbasis für substantielle Aussagen im Rahmen einer qualitativen und quantitativen Analyse der Versorgungssituation von Palliativpatienten in den jeweiligen Regionen.

Die Erfassung aller erhobenen Daten in einer entsprechenden Datenbank ist abgeschlossen; die Auswertung erfolgte in Kooperation mit dem "Biometrischen Zentrum" der Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. R. Hilgers.

Da die Ergebnisse des genannten Prä-Surveys an einem repräsentativen Querschnitt aller Mediziner gewonnen wurden, wurde durch die seinerzeit durchgeführte Erhebung eine realistische Einschätzung der Strukturqualität in der Modellregion möglich. Auch wenn aus methodischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt die Resultate des Prä-Surveys an dieser Stelle nicht näher geschildert werden sollen, kann aber bereits heute davon ausgegangen werden, daß die durch die Umfrage dokumentierten Befunde nachhaltig den Sinn und die Notwendigkeit des durch die ÄKN initiierten Modellprojektes SUPPORT belegen.

Mehrfach wurde in der Vergangenheit an dieser Stelle bereits darüber berichtet, daß der Bekanntheitsgrad und die öffentliche Akzeptanz von SUPPORT kontinuierlich steigen. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die diversen Auszeichnungen, die dem Modellprojekt in den vergangenen Monaten verliehen wurden.

Kurz vor Abschluß der eigentlichen Projektphase möchte die Kammer ihre Mitglieder aber nochmals um ihre Kooperation ersuchen, um SUPPORT auch wissenschaftlich zu einem Erfolg zu führen. Um den Effekt der Interventionsmaßnahmen von SUPPORT nicht zuletzt auch gegenüber den Kostenträgern darstellen zu können, soll im 2. Quartal 1999 eine erneute Befragung von 1 200 zufällig ausgewählten niedergelassenen Kollegen und Kliniksärzten durchgeführt werden. Zur Einlösung entsprechender Vorgaben seitens des Bundesministeriums für Gesundheit erhalten auch bei diesem Post-Survey je 400 Ärztinnen und Ärzte in der Interventionsregion Göttingen sowie in den Kontrollregionen Oldenburg und Braunschweig wieder einen entsprechenden Fragebogen mit rund 100 Items.

Die angeschriebenen Ärzte werden gebeten, unabhängig davon, ob sie selbst Tumorpatienten behandeln oder nicht, alle Fragen spontan und alleine nach ihrem Wissen und ihrer persönlichen Einschätzung zu beantworten. Ausdrücklich soll beim Ausfüllen des Erhebungsbogens keine fremde Hilfe in Anspruch genommen werden. Ohnehin fokussiert der überwiegende Teil der Fragen individuelle Einstellungen, dabei gibt es naturgemäß keine "richtigen" oder "falschen" Antworten.

Da ohne die persönliche Mithilfe aller angeschriebenen Ärztinnen und Ärzte das Modellprojekt der Kammer nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann, werden alle zufällig ausgewählten Fragebogen-Empfänger eindringlich gebeten, den Fragebogen möglichst umgehend auszufüllen und im vorbereiteten Freiumschlag an die Kammer zu retournieren. Anhand des auf dem Deckblatt des Fragebogen befindlichen Adreßaufklebers prüft die Kammer den Fragebogen-Rücklauf, um nach gewisser Zeit ggfs. den "säumigen" Kollegen eine Erinnerung zu schicken. Dieser Aufwand ist leider erforderlich, da nur eine ausreichend hohe Responderrate auch bei dem Post-Survey valide Aussagen ermöglicht.

Bevor die zurückgesandten Fragenbögen der EDV-gerechten Weiterverarbeitung zugeführt werden, wird das mit dem Namen gekennzeichnete Deckblatt vom übrigen Fragebogensatz getrennt, so daß die Auswertung der Respondenten-Angaben selbstverständlich nur in anonymisierter Form unter Einhaltung der Bestimmungen des Datenschutzgesetzes erfolgt.

Bereits im voraus dankt die Ärztekammer Niedersachsen allen Kolleginnen und Kollegen für ihre Kooperationsbereitschaft bei diesem wichtigen Evaluationsschritt des Modellprojekts.
Für Rückfragen, Kommentare und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
KONTAKT

AG SUPPORT, der ÄKN c/o Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Georg-August-Universität
Waldweg 35, 37073 Göttingen

Palliative-Care-Team-Hotline:
PCT-Büro: (05 51) 39 61 11
PCT-Handy: (01 72) 52 57 870

Koordinatinationsbüro:
Telefon: (05 51) 39 40 69
Fax: (05 51) 39 31 89
Email: pctgoe@gwdg.de
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