aktualisiert am: 05.07.2001
niedersaechsisches aerzteblatt
 

07/2001


SUPPORT-News:

... aus Kostengründen: Ende einer eindrucksvollen Erfolgsgeschichte?



Bis zum Redaktionsschluß für dieses Heft gab es leider keine tragfähige Anschlußregelung für das 1995 von der Ärztekammer Niedersachsen initiierte Modellprojekt SUPPORT. Sollte sich also nicht in buchstäblich letzter Minute noch ein veränderter Sachstand ergeben, muß die seit 1996 von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe am Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin der Universitätsklinik Göttingen umgesetzte Modellmaßnahme zum 30. Juni ihr bisheriges Betreuungsangebot einstellen.
Diese Entwicklung erscheint um so bedauerlicher als das Projekt eine nahezu ungeteilte Akzeptanz bei den niedergelassenen Ärzten und ambulanten Pflegediensten, vor allem aber auch bei den betroffenen Patienten selbst und deren Angehörigen erfährt. Diese hohe Wertschätzung spiegelt sich in zahlreichen Schreiben wieder, die gegenüber der Kammer bzw. dem Projektteam Dank und Anerkennung bekunden. Aus einem solchen Brief ist die nachfolgende Passage zitiert: "É was geblieben ist, sind (É) die Bilder der Erinnerung. Aber ganz vornan steht mein Gefühl der (É) Dankbarkeit Ihnen gegenüber. Wir konnten in wunderbarer Weise Abschied nehmen von meinem Mann, unserem Vater, den ganzen letzten Tag, in den Sterbestunden, die so sanft und friedlich waren und in der Zeit nach dem Tod noch in unserem Haus. Ohne Sie hätten wir meinen Mann in den letzten Stunden nicht hier behalten können, und all das, was uns jetzt trägt und weiterhilft, die gemeinsamen Stunden am Bett, später am Sarg, wären in dieser intimen Weise nicht möglich gewesen.
Ich werde es nicht müde, es meinen Freunden und Bekannten weiterzusagen, wie sehr Sie (É) uns geholfen haben. Alle noch so liebevolle, kompetente Pflege und Betreuung in der Klinik, die wir ja auch erfahren haben, kann den Wert nicht aufwiegen, im eigenen Haus, inmitten der Familie zu sterben."
Ein anderer Angehöriger hat an seine Krankenkasse folgendes geschrieben: "É meine verstorbene Frau und ich haben in besonderer Weise große Hilfe bei der Sterbebegleitung durch das Team von SUPPORT erfahren. Nun entnehme ich diversen Zeitungsartikeln, daß die Fortsetzung der Arbeit dieser segensreichen und wichtigen Organisation (É) gefährdet ist. Das darf meines Erachtens nicht geschehen! Ich behaupte, daß Sterbebegleitung im häuslichen Umfeld durch Hilfestellung derartiger Fachmediziner geradezu optimiert und würdevolles Sterben garantiert wird. (É) Deshalb wende ich mich ganz besonders auch an Sie, da ich glaube, daß Sie als Krankenkassenträger sehr daran interessiert sein sollten, daß es solche Einrichtungen gibt, die natürlich letztendlich auch von Ihnen finanziell gestützt werden müßten."
Auch aus dem Kreis der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte gibt es ähnlich positive Kommentare, z. B. in dem folgenden, von allen Mitgliedern einer allgemeinärztlichen Gemeinschaftspraxis unterzeichneten Schreiben: "É in der Situation der niedergelassenen Kollegen bedeutet es eine Hilfestellung, ohne die wir uns die Tätigkeit bei unseren schwerstkranken Tumorschmerzpatienten gar nicht mehr vorstellen können (É). In schwierigen, komplizierten Situationen, die wir sonst ambulant gar nicht beherrschen könnten, finden wir durch (É das É) Projekt kompetente Hilfe und Rückenstärkung, so daß auch der Patient die Sicherheit der wirklich bestmöglichen Behandlung in seiner Situation genießen kann. Wir wünschen uns sehr, daß SUPPORT zu einer festen Einrichtung wird, damit wir unsere schwer- und schwerstkranken Patienten weiterhin ambulant so optimal wie möglich versorgen können. (É) hier wird in kollegialer und unkomplizierter Weise demonstriert, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Kollegen aus der Klinik und aus dem niedergelassenen Bereich funktionieren kann."
Angesichts dieser positiven Rückmeldungen erstaunt es nicht, daß auch noch in den letzten Monaten der Projekttätigkeit eine stetig zunehmende Nachfrage nach SUPPORT-Leistungen zu verzeichnen war. Um so schwerer fällt der Ärztekammer Niedersachsen ihre Entscheidung, diese eindrucksvolle Erfolgsgeschichte aus Kostengründen zu beenden. Die Kammer bittet alle Patienten und ihre Angehörigen sowie alle bisherigen Kooperationspartner um Verständnis für diesen höchst unpopulären Schritt. Leider läßt der momentane Verhandlungsstand mit den Krankenkassen der Kammer aber keine andere Wahl.
Zur Abmilderung der negativen Konsequenzen für die bislang betreuten Projektpatienten soll versucht werden, die dringend benötigte palliativmedizinische Expertise mit Hilfe von Spendenmitteln zumindest noch für eine befristete Übergangszeit weiter anzubieten.


Für Rückfragen, Kommentare und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

AG SUPPORT, der ÄKN

c/o Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Georg-August-Universität
Waldweg 35, 37073 Göttingen

Palliative-Care-Team-Hotline:
PCT-Büro: (05 51) 39 61 11
PCT-Handy: (01 72) 52 57 870

Koordinatinationsbüro:
Telefon: (05 51) 39 40 69
Fax: (05 51) 39 31 89
Email: pctgoe@gwdg.de
Internet: http://come.to/SUPPORT
 

 
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