aktualisiert am: 08.07.2003
niedersaechsisches aerzteblatt
 

07/2003


Spam, Spam, Spam - Von der schlechten Sülze zur überflüssigen elektronischen Postwurfsendung


Gewürzt gepökelte Schweineschulter und Schinken (wir würden Sülze sagen), also Spiced Porc and Ham - als Konkatenation dann SPAM(Dosenfleisch) - war 1937 der Renner in den USA. Die Firma Hormel Foods verkaufte vier Milliarden Dosen, obwohl ihr salziges Gemenge wenig Nährwert hatte und schnell einen schlechten Ruf. Aber es waren schlechte Zeiten: 1942 heißt es in einem Kriegsbericht aus der englischen Hauptstadt: "Obwohl der Weihnachtstisch nicht üppig gedeckt ist, gibt es doch Spam für alle." Jahrzehnte später stürmte in einem Sketch der begnadeten englischen Comedytruppe Monty Python eine Truppe Wikinger ein Café und stört durch die Rufe: "SPAM, SPAM, SPAM ..." ein Ehepaar, das mit der Bedienung um eine Bestellung ringt - natürlich gibtÕs fast alles mit SPAM. Dieser Tage begegnet uns der Ausdruck SPAM häufig im Kontext elektronischer Anwendungen und dient als Sammelbezeichnung für unerwünschte oder belästigende Nachrichten in Form von E-Mail oder Beiträgen (Postings) im sogenannten Usenet. Bezogen auf E-Mail spricht man auch von Junkmail (Junk = engl.: Schund, Mist, Schrott).

Das Vorgehen der SPAM-Versender ist simpel: mit sogenannten "E-Mail-Saugern" wird das Internet nach Adressen abgesucht und damit eine Datenbank gefüttert. Der Versand einer SPAM-Mail kostet (wie E-Mail überhaupt) wenig; um nicht von Rückläufern erschlagen zu werden, wird häufig eine falsche oder ungültige Absenderangabe verwendet. Oft reicht es aus, wenn nur zehn Personen das avisierte Produkt kaufen, um aus der Werbeaktion Gewinn zu schlagen. SPAM ist also streng genommen nichts anderes als eine elektronische Postwurfsendung.Diese Wurfsendungen nehmen mittlerweile einen immensen Umfang an: Im März 2003 sollen - so die US-amerikanische Firma Brightmail - weltweit 45 Prozent aller E-Mails unerwünschte Werbung gewesen sein - und so sind auch Arztpraxen nicht vor SPAM gefeit. Dabei ist die Rechtslage relativ eindeutig: Unverlangte Werbung per Fax oder Mail ist nach überwiegender Rechtsauffassung illegal - wenn keine regelmäßige Geschäftsbeziehung besteht oder kein vorheriges ausdrückliches Einverständnis vorliegt. Die SPAM-Empfänger können in Form einer Abmahnung vom Absender pauschale Kosten für Arbeitszeit, Material, Gebühren und ggf. auch für den notfalls erforderlichen Rechtsweg verlangen.
Wie reduzieren Sie SPAM?
Grundsätzlich läßt sich der Empfang von SPAM so wenig ausschalten, wie der von konventionellen Werbesendungen. Auch ist zu entscheiden, ob aktiv oder passiv mit dem Problem umgegangen werden soll. Mindestmaßnahmen sollten sein:

> Öffnen Sie keine E-Mails, die nur HTML- und keinen normalen Text enthalten
> Antworten Sie nie auf SPAM-Mails, sondern löschen Sie diese umgehend ungeöffnet
> Tragen Sie sich nicht über sog. Remove-Listen bei Versendern aus, die Ihnen unverlangt elektronische Post zugeschickt haben
> Verwenden Sie ein Mail-Programm mit (Spam-)Filterfunktion
> Schalten Sie im Mailprogramm den sog. Autoresponder und die automatische Zustellbestätigung aus
> Nutzen Sie Dienste eines sog. Freemail-Providers nur dann, wenn dieser zusichert, daß Ihre Daten nicht an Dritte weitergegeben und E-Mail-Filter angeboten werden
> Tragen Sie Ihre Mail-Adresse nur in Formulare vertrauenswürdiger Firmen ein
> Verzichten Sie auf Angebote wie "Diese Seite einem Freund empfehlen" o.ä.
> Tragen Sie beim Versand von Mails nicht größere Empfängermengen ins CC-Feld ein

Wenn Sie selbst aktiv(er) werden wollen, informieren Sie den Provider des Absenders, über den Sie mehrfach SPAM-Mails erhalten haben. Weitere Infos dazu:
http://www.trash.net/sam/anleitung.html und
http://www.uni-marburg.de/hrz/services/spamcheck
Hilfe bei Identitäts-Ermittlung: http://www.samspade.org
Spam-Lexikon: http://www.shamrock.de/spam.htm

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