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09/2001 |
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Bis zur Jahresmitte war für SUPPORT, dem Modellprojekt der Ärztekammer Niedersachsen, keine tragfähige Anschlußfinanzierung auszuhandeln. Deshalb war die Kammer dazu gezwungen, ihre so erfolgreiche Modellmaßnahme zum 30. Juni vorerst einzustellen. Medien und Öffentlichkeit wurden über diesen Schritt am 6. Juli 2001 auf einer Pressekonferenz im Niedersächsischen Landtag von Prof. Dr. Heyo Eckel, dem Präsidenten der ÄKN, und Dr. Franz Bernhard M. Ensink, dem Projektleiter von SUPPORT, informiert. Diese Mitteilung löste in den Medien ein breites Echo aus. Wie bereits im vorausgehenden Heft berichtet (vgl. nä 8/01) wurde bereits am Nachmittag nach der Pressekonferenz wiederholt in den Nachrichten öffentlich-rechtlicher sowie verschiedener privater Sender über das Ende von SUPPORT berichtet. Auch zahlreiche Printmedien haben das Thema seither immer wieder aufgegriffen. So berichtete z.B. die HNA am 20. Juli darüber, daß Jürgen Beverförden, Mündener Behindertenbeauftragter und Mitglied des Landesbehindertenrates, "mit Nachdruck Engagement der Politiker für den Erhalt des (...) Modellprojekts SUPPORT" eingefordert hat. Auch das nach dem Göttinger Vorbild arbeitende Schwesterprojekt der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern hatte hinsichtlich seiner Anschlußfinanzierung ursprünglich die gleichen Probleme wie SUPPORT. Überraschend war deswegen der Inhalt einer Pressemitteilung des Sozialministeriums von Mecklenburg-Vorpommern vom 31. Juli. Derzufolge hatten sich die Beteiligten unter Moderation der dortigen Sozialministerin Dr. Martina Bunge mit Vertretern der Krankenkassen auf eine Weiterführung des Greifswalder Projektes geeinigt. Unter dem Titel "Schwesterprojekt lebt - Göttinger Projekt darbt weiter vor sich hin" hatte das Göttinger Tageblatt damals über diese Entwicklung berichtet. Nur wenige Tage später, am 8. August, griff auch die HNA dieses Thema auf. In dem Artikel kam u.a. auch eine Angehörige zu Wort: "SUPPORT hieß für uns Unterstützung rund um die Uhr: medizinisch und emotional, verläßlich, kompetent und wirklich jederzeit abrufbar." Vor diesem Erfahrunghintergrund resümiert die Angehörige: "Mir ist komplett unverständlich, warum eine weitere Finanzierung und bundesweite Ausweitung von SUPPORT nicht möglich sein sollte." Auch eine Ärztin aus Friedland wird in dem Artikel zitiert: "Ich habe mit meiner kleinen hausärztlichen Praxis in den letzten Jahren mit Hilfe des SUPPORT-Teams mehrere schwerstkranke Patienten bis zu ihrem Tod betreuen können, die sonst in die Klinik hätten eingewiesen werden müssen. (...) Ich selbst habe durch die Erfahrungen des SUPPORT-Teams vieles gelernt." Heinz Günter Macherey, Vorstand des Landesverbands der Innungskrankenkassen wird in dem HNA-Artikel zitiert mit der Äußerung: "Beim Thema Sterbebegleitung besteht Handlungsbedarf"; gleichzeitig stellt Macherey fest: "Da dürfen wir ein engagiertes Projekt nicht an 170 000 Mark scheitern lassen." Der Artikel fährt fort: "Das sieht der VdAK/AEV Niedersachsen ganz anders"; der zuständige Verbandssprecher Hanno Kummer wird diesbezüglich zitiert mit den Worten: "Ich sehe keinen Handlungsbedarf". Wenn dann noch AOK-Sprecher Klaus Altmann ausführt, daß sich zunächst alle Kassen einig sein müßten, um in entsprechende Verhandlungen einzusteigen, wird klar, warum Macherey in dem Artikel mit der Äußerung zitiert wird, daß zwischen den Kassen "eine gewisse Sprachlosigkeit" herrsche. Noch pointierter kommentiert HNA-Redakteur Malte Kreutzfeld die Situation: "...beim unwürdigen Geschacher der Kassen geraten zunehmend diejenigen in den Hintergrund, um die es eigentlich geht: Die Todkranken, die jetzt wieder in Kliniken sterben, und ihre Angehörigen. Nicht nur sie können das Ende nicht verstehen." Ebenso deutlich kommentiert Bernd Koop in einem am 17. August im Göttinger Tageblatt erschienenen Leserbrief: "Es ist unfaßbar, daß SUPPORT ... nicht weiter geführt werden soll. Unfaßbar zugleich, daß der letzte Wunsch eines zum Sterben verurteilten Menschen, in seiner vertrauten Umgebung sterben zu wollen, von Krankenkassen und ihren hochbezahlten Managern offensichtlich kaltschnäuzigš ignoriert wird". Angesichts der zunehmenden Emotionalität der öffentlichen Diskussion über das Thema ist es gut, daß inzwischen konstruktive Gespräche über den Erhalt von SUPPORT - zumindest mit einigen Krankenkassenverbänden - geführt werden. Trotz aller Bemühungen erweist sich die Situation aber als sehr schwierig, so daß auch bis zum Redaktionsschluß für dieses Heft leider noch kein konkretes Ergebnis gemeldet werden kann. Aktuelle Informationen über den Entwicklungsstand bei SUPPORT finden Sie auf der Homepage des Projektes unter: http://come.to/SUPPORT Für Rückfragen, Kommentare und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
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