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| aktualisiert am: 30.08.2002 | ||||||
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08/2002 |
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Schon wieder schwappt eine Fitnesswelle Ÿber das Gesundheitswesen. Diesesmal allerdings nicht im Sinne von ãfit and wellÒ oder dem hedonistischen ãfit for funÓ. Es geht um grundsŠtzlicheres, ernsteres als blo§e individuelle Wellness Ð es geht um die Zukunft elementarer Versorgungsstrukturen, speziell des Krankenhaussektors, um dessen Bestand, um dessen kŸnftige LeistungsfŠhigkeit sich nicht nur Fachleute sondern auch die BŸrgerinnen und BŸrger zunehmend sorgen. Nicht zu Unrecht! Bereits das gesundheitspolitische Schlagwort von den diagnosis related groups, kurz DRGÕs (fŸr Spštter die AbkŸrzung von ãDrastische Rationierung von GesundheitsleistungenÓ oder, weniger polemisch, ãDas Reicht GeradeÓ) trug nicht unerheblich Unruhe in die Krankenhauslandschaft. Und warf auch in anderen Versorgungsbereichen wie dem ambulanten, niedergelassenen manche Frage nach den Auswirkungen des auf deutsch: Fallpauschalengesetzes auf. Bernhard Rochell, Referent der BundesŠrztekammer hatte bereits im Jahre 2000 die Sache auf den Punkt gebracht: ãDRG Ð drei Buchstaben verŠndern das Krankenhaus.Ò Die VerŠnderung ist mittlerweile unter uns und nicht mehr zu revidieren. €nderungen gab es nur bezŸglich des Namens: FPG, eben das Fallpauschalengesetz, ansonsten ist es weitgehend beim alten und nicht sehr ausgereiften Gesetz geblieben Ð es wird jedoch noch eifrig fŸr den freiwilligen Echtstart im Jahre 2003 ãfitÓ gemacht. Trotz des wiederholten Hinweises auf die ãbeeindruckendenÓ Vorbilder der DRG-RealitŠten in den USA oder in Australien Ð der Nachweis effektiver Kostensenkungen durch Festpreise und dadurch ausgelšst, VerkŸrzungen der Verweildauer im Krankenhaus, die ja das eigentliche Ziel dieser Politik sein sollten und sollen, steht noch aus. Und wenn doch, so vielfach zu Lasten der Patienten und des Klinikpersonals bei gleichzeitiger Inkaufnahme von medizinisch-therapeutisch oft nicht gebotenen ã†berwŠlzungenÓ in den ambulanten und teilstationŠren Bereich. Zeit also, nicht nur unter DRG-Aspekten das Krankenhaus der Zukunft auf den PrŸfstand zu stellen und nach eingehender Befundung des ãPatienten KrankenhausÓ herauszuarbeiten, mit welchen Mitteln und Mšglichkeiten ihm, dem Krankenhaus jene Fitness anzutrainieren ist, die nštig ist, um den kŸnftigen Anforderungen einer optimalen klinischen Versorgung gerecht zu werden Ð ohne allerdings die Menschen in diesem System, Patienten wie Therapeuten, zu Ÿberfordern, sie zu Opfern des Systems werden zu lassen. Zur Eršrterung dieser Sachverhalte, der AbwŠgung von Zukunftsperspektiven Ÿber einen der wichtigsten Arbeitsplatzsektoren im Gesundheitswesen, der Auslotung von Chancen zur Bestandssicherung bei aller Reformnotwendigkeit bietet sich nun die Informations- und Diskussionsplattform des Krankenhaussysmposiums am 2. November 2002 ab 10.00 Uhr im €rztehaus Hannover an der Berliner Allee an. Diese Veranstaltung will Wege aufzeigen, um unter den gesetzlichen Vorgaben unsere fast ãmoribundeÓ Krankenhauslandschaft und damit auch indirekt das gesamte Gesundheitssystem ãzukunftsfitÓ zu machen. Dieses erfolgt mit den BeitrŠgen namhafter Referenten, die unter verschiedenen Gesichtspunkten die mšglichen und erhofften ãFitmacherÓ des Systems analysieren und synthetisieren: Wolfram Boschke wird in seiner Funktion des Bereichsleiters fŸr Marketing und Vertrieb des Rhšnklinikums Ÿber die Erschlie§ung und Finanzierung neuer MŠrkte in der Krankenhauslandschaft referieren Ð mit Betrachtungsschwerpunkt der privaten TrŠgerschaft. Dr. Werner Kreysch als GeschŠftsfŸhrer der DrŠger Consulting/Management und ehemals MitgrŸnder des Klinikums Hannover stellt seine Vorstellung einer Arbeitsablaufoptimierung im Krankenhaus bis hin zur Prozessoptimierung vor, wobei die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes unter der PrŠmisse der GŸltigkeit des EuGH-Urteiles ein wichtiger Aspekt ist. Dr. Markus MŸschenich als PŠdiater und medizinischer Direktor des UniversitŠtsklinikums Benjamin Franklin in Berlin steuert die Sichtweise eines Šrztlichen Kollegen bei. Privatisierung, Finanzierung, Arbeitszeitgesetz und Optimierung: Allein diese Schlagworte sind schon provozierend genug, regen aber auch zum Nachdenken, zum Diskutieren und Ð hoffentlich - auch zum Handeln an. AnlŠsse fŸr stetiges Mahnen aber auch fŸr konstruktive Kritik gab und gibt es in Vergangenheit und Gegenwart genug. Der vor kurzem bekannt gewordene ãOffene BriefÓ hunderter €rztinnen und €rzte des UniversitŠtsklinikums Gšttingen ist erschŸtternd und Beleg dafŸr, da§ die Zeit zum Handeln mehr als reif ist. Der in diesem Brief beschriebene Arbeitsalltag ist beileibe nicht nur fŸr eine UniversitŠtsklinik kennzeichnend, sondern symptomatisch fŸr alle KrankenhŠuser, insbesondere in einem FlŠchenstaat wie Niedersachsen. Deshalb ist der auf dem Symposium abzuarbeitende Fragenkatalog zugleich Richtschnur fŸr die Problemanalyse an jeder Krankenhauseinrichtung des Landes. Fragen wie: Kann das Krankenhaus unter den zwingend umzusetzenden Bedingungen des EuGH-Urteils und/oder der Vorgabe der DRG/FPG Ÿberleben? Muss der doch schon deutlich angeschlagene und ãangezŠhlteÓ Patient Krankenhaus bereits wiederbelebt werden? Stirbt er gar und steht er in anderer Dimension wieder auf? Wie kann sich die Situation fŸr die uns anvertrauten Patienten eventuell sogar verbessern? Ist die ãblutigeÓ Entlassung unter den zunehmenden ZwŠngen und der ãSupervisionÓ der Krankenkassen und des MDK nicht schon heute mehr RealitŠt als noch vor wenigen Jahren? Wird der Gesundheitsmarkt expandieren Ð wenn nicht sogar mŸssen? Wie wird das finanziert? Muss Ÿberhaupt mehr Geld ins System? Kann nicht umverteilt werden? MŸssen Leistungen rationalisiert werden? Wie steht es mit der Motivation der Mitarbeiter? Wie mit den kšrperlichen und moralischen KrŠften? Sind diese noch ãFit fŸr die ZukunftÓ? Sind wir als €rztinnen und €rzte noch ãgute €rzteÓ? Was ist mit dem Arztberuf der Zukunft Ð werden wir Manager sein mŸssen oder kšnnen wir weiter Helfer der Kranken sein? Wie ist eine ausreichend Šrztliche Versorgung sowohl im Krankenhausbereich als auch im niedergelassenen Bereich bei dem immer mehr Konturen annehmenden Mangel an qualifizierten ArbeitskrŠften zu gewŠhrleisten? sind die SchlŸssel fŸr eine realistische Analyse des Systems. Aufbauend auf die gut besuchte, hochkarŠtige Veranstaltung im Dezember 2000 ãBaustelle Krankenhaus Ð Abri§? Umbau? Neubau?Ó versucht diese Veranstaltung mit namhaften Referenten viele der aufgefŸhrten Fragezeichen durch schlŸssige Antworten zu tilgen. Andere werden unverŠndert fortbestehen und sich sogar nachhaltiger aufdrŠngen. Wie auch immer: Der Arbeitsplatz Krankenhaus ist einfach zu wichtig, als da§ die dort BeschŠftigten gleichgŸltig mit diesem Thema umgingen. Damit dieser Arbeitsplatz auch kŸnftig noch oder besser: wieder ein sicherer und angenehmer sein wird gibtÕs nur eins: Kommen Sie am 2.November 2002 in das "Fitness-Studio" im €rztehaus Hannover! Die Verfasserin, AssistenzŠrztin in einem hannoverschen Krankenhaus, ist als Beisitzerin im Vorstand der €rztekammer Niedersachsen fŸr das Krankenhauswesen zustŠndig. Ferner engagiert sie sich fŸr diesen Themenkomplex auch als Beisitzerin im Vorstand des Marburger Bundes, Landesverband Niedersachsen sowie als stellvertretende Vorsitzende der Bezirkstelle Hannover der €rztekammer Niedersachsen. | ||||||
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