09/1999

Wie sehen Frauen Gesundheitspolitik? - Der 2. Niedersächsische Ärztinnentag gibt die Antworten
 

Frauen in den Saal: Der größte Sitzungsraum des hannoverschen Ärztehauses wird am 16. Oktober (fast) ausschließlich in Frauenhänden sein, wenn zum zweiten Mal nach 1998 der Ärztinnenausschuß der ÄKN wieder zu einem Niedersächsischen Ärztinnentag einlädt. Nach dem großen Erfolg des Vorjahres mit einem bis auf den letzten Platz besetzten Vortragssaal hoffen die Veranstalterinnen wieder auf eine rege Beteiligung niedersächsischer Ärztinnen, die in der amtlichen Kammerstatistik mit ca. 10 000 Personen registriert sind. Unter der erneuten Schirmherrschaft der niedersächsischen Frauenministerin Heidi Merk, die sich vom Engagement der weiblichen Kammermitglieder "sehr beeindruckt" zeigte, geht es am Samstag, dem 16. Oktober ab 10.00 Uhr , darum, "Gesundheitspolitik aus Frauensicht" - so das Generalthema der Veranstaltung - darzustellen und zu formulieren.

Eine hochaktuelle Thematik, liegt doch der 2. Niedersächsische Ärztinnentag mitten im Zeit-Tableau der parlamentarischen Beratungen zu einer Gesundheitsstrukturreform 2000, von der sich der Berufsstand insgesamt, vor allem aber auch die Ärztinnen, wenig Gutes erwarten. "Die neuen Gesetze zur Gesundheitsreform führen zu einer stärkeren Benachteiligung der Frauen: Die Arbeitsmarktlage hat sich durch Stellenabbau in den Krankenhäusern und durch Niederlassungsbeschränkungen verschlechtert; die bereits vor Jahren wissenschaftlich nachgewiesene offensichtliche Benachteiligung von Frauen bei der medizinischen Behandlung und Prävention hat weiter zugenommen", so formuliert die Ausschußvorsitzende Dr. med. Marlena Robin-Winn die Ausgangsposition einer frauenspezifischen Gesundheitspolitik an der Schwelle zum neuen Jahrtausend.

Diese Art Gesundheitspolitik soll sich jedoch nicht nur in einer allgemeinen Betrachtung erschöpfen, sondern anhand konkreter Versorgungssituationen unter geschlechtsspezifischen Aspekten transparent gemacht werden. Zwei große Tagungskomplexe gelten daher der "Frau als Behandelter" und den "Ärztinnen als Behandelnde". Beide Themenbereiche verstehen sich zugleich als Ansätze einer spezielle Frauengesundheitsforschung, die in der Bundesrepublik Deutschland erst allmählich in Gang kommt. Man wird gespannt sein, was die abschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern von Krankenkassen und Landtagsabgeordneten dazu zu sagen hat.
rhy


Wer an dem auch für AiP'ler geeigneten 2. Niedersächsischen Ärztinnentag teilnehmen möchte, kann sich unter der folgenden Adresse anmelden:

Akademie für ärztliche Fortbildung Niedersachsen
Berliner Allee 20, 30175 Hannover
Tel. (05 11) 3 80-24 92, Fax 3 80-24 99.
e-Mail: kathrin.reese@aekn.de

Näheres auch unter
Telefon (05 11) 3 80-22 16
Frau Brigitte Jeschow
 
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