09/1999

EXPO 2000 - Thema: Gesundheit
 
Medicine meets Millenium:
Hannover empfängt den größten medizinischen Kongreß der Welt



Zukunft Gesundheit

Zentrales Thema der EXPO 2000 ist "Mensch-Natur-Technik". In elf Einzelausstellungen auf einer Gesamtfläche von 100 000 Quadratmetern werden "Themenparks" präsentiert, die neben den teilnehmenden Nationen, dem Kultur- und Ereignisprogramm und den weltweiten Projekten eine der vier Säulen der Weltausstellung sind, die vom 1. Juni bis 31. Oktober 2000 in Hannover stattfinden wird.

Einer der elf Themenparks trägt das Motto: "Zukunft Gesundheit". Für die Szenographie zeichnet der japanische Architekt Toyo Ito verantwortlich, der nicht nur durch den Entwurf von "Urhütten" hervorgetreten ist, sondern vor allem durch seine 1991 im Victoria & Albert-Museum in London als "Visions of Japan" mit Hilfe von 18 Projektoren, Acrylböden und Wänden aus Flüssigkristallen erzeugten "Illusion einer simulierten Stadt".

Der erste Schritt in das projektierte Vorhaben - das "physische Theater Zukunft Gesundheit" - soll Wohlbefinden beim Besucher auslösen. Diese sind eingeladen, sich auf bequemen Liegestühlen an einem tiefblauen See in frischer Luft zu entspannen, sich von kleinen Servierwagen mit gesunden Snacks zu bedienen und sich von "kompetenten Partnern aus der Fitneßbranche und international renommierten Sportvereinigungen" praktisch und virtuell zu Bewegungs- und Spielangeboten, die die geistige und körperliche Aktivität fördern, animieren zu lassen. Und sich zugleich gegenüber den 80 Prozent der Weltbevölkerung zu sensibilisieren, die dieses "Rundumwohlgefühl" nicht kennen.
Der Themenpark will sich verschiedenen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Besonderen annehmen:

- der Urbanisierung und dem damit zusammenhängenden Gegensatz von Gesundheitsrisiken (wie Luftverschmutzung, Infektionskrankheiten, Gewalt, Unfällen und Streß) und der Verbesserung der Lebensqualität in "Gesunden Städten"
- den Gesundheitsrisiken der zwei Milliarden junger Menschen und der Frage, was sie brauchen, um aktiv zur Schaffung einer gesünderen Zukunft beizutragen
- dem Altern als bedeutendsten demographischen Trend vor der Jahrtausendwende
- den Epidemien und Infektionskrankheiten und schließlich
- den Informations- und Kommunikationstechnologien.

"Die Ausstellung zielt darauf ab zu zeigen", so Dr. Silke Hesse, Projektmanagerin des Themenparks, "daß individuelles Handeln, eine unterstützende Umwelt und innovative Fortschritte in den Technologien ein großes Potential für die Unterstützung von Gesundheit und Wohlbefinden im 21. Jahrhundert haben. Die Besucher sollen die Ausstellung mit konkreten Beispielen dafür verlassen, was jetzt bereits für eine gesündere Zukunft getan werden kann."
-low

Kontakt:
Dr. Silke Hesse
Expo 2000 GmbH
Thurnithistr. 2, D-30519 Hannover
Tel.: (05 11) 84 04 102
Fax: (05 11)84 04 645
E-Mail: info@expo2000.de
Internet: www.expo2000.de
Was zunächst nur als Idee bekannt war, hat sich in den letzten Monaten zur Gewißheit verdichtet: spätestens seit der letzten Programmankündigung für den 31 Tage dauernden Kongreß "Medicine Meets Millenium" und der Besetzung der Themen der einzelnen Kongreßtage ist klar, daß in Hannover Großes vorbereitet wird. Vom 21. Juli bis zum 20. August 2000 wird der Kongreß, dessen Präsidentschaft der hannoversche Neurochirurg Prof. Dr. Madjid Samii innehat, stattfinden und täglich bis zu 1 000 Wissenschaftler aus aller Welt in der Stadt an der Leine versammeln, die sich dann endgültig aus der "2. Liga" der Städte abgesetzt haben dürfte.

Der Anspruch des Kongresses ist hoch: Jedes der für jeden einzelnen Tag ausgewiesenen Hauptthemen wird durch einen namhaften Sprecher bündig referiert, d.h. der Stand der Forschung auf dem jeweiligen Gebiet zusammengefaßt. Die Auswahl der Sprecher oblag 28 Nationalen Vorbereitungskomitees bzw. dem "World-wide Advisory Board", daß sich von A (wie Adams) bis Z (wie Zur Hausen) wie ein komprimiertes "Who is Who in Medicine" liest. Durch die enge Zusammenarbeit mit der WHO ist ein einzigartiges Konzept entstanden, denn neben den Wissenschaftlern werden sog. "grassroot groups" zu Wort kommen, Selbsthilfegruppen oder einzigartige Projekte aus dem Gesundheitsbereich, und so wird sowohl kontroverse Diskussion, Konsens als auch Weiterentwicklung des jeweiligen Themenkomplexes angestrebt. Ein besonderes Highlight dürfte die geplante Anwesenheit von sog. "well-known personalities" bei diesen Veranstaltungen sein, deren prominenteste gegenwärtig wohl Gro Harlem Brundtland, die Generaldirektorin der WHO ist, die zum Hauptthema "Gesundheit: der Schlüssel zur menschlichen Entwicklung" sprechen wird.

Der Generalsekretär des Kongresses, der Neuropathologe Prof. Dr. Gerhard Franz Walter von der Medizinischen Hochschule Hannover und das Kongreßsekretariat, das mit Gabriele Krupp, einer Geologin, besetzt ist, werden alle Hände voll zu tun haben, um die anstehende Aufgabe zu bewältigen, sind doch allein 300 Referenten aus aller Welt zu betreuen.

Es versteht sich fast von selbst, daß der Einsatz moderner Kommunikationstechnologie bei diesem Kongreß einen wesentlichen Stellenwert hat, der besonders beim geplanten Global Dialogue - der Verbindung zwischen Medicine Meets Millenium und der EXPO - zum Tragen kommt: Vom 29. - 31. August sollen die Themen "Tabak", "HIV/AIDS" und "Gesundheitswissen" ("Health literacy") einem weltweiten Publikum direkt über die Massenmedien präsentiert werden, u.a. überträgt die Deutsche Welle die stattfindenden Aktivitäten rund um die Uhr.




Notfallversorgung gesichert

Großveranstaltungen (wie die EXPO 2000) sind eine Herausforderung für die Organisation der ärztlichen Notfallversorgung der Besucher. Ein besonderes Problem bei der EXPO im nächsten Jahr stellt dabei die Vorausberechnung der zu erwartenden Besucherströme dar. Orientierungs- bzw. Vergleichsmöglichkeiten für eine Veranstaltung dieser Größenordnung, die über einen längeren Zeitraum größere Menschenmassen an einem Ort konzentriert, liefern bestenfalls frühere Weltausstellungen.

Die Weltausstellung in Sevilla wurde 42 Mio. mal besucht - von 16 Mio. Menschen. Das entspricht einem Tagesbesuch von durchschnittlich 232 000 Besuchern. Während der Veranstaltungsdauer kam es zu 82 750 Arztkontakten der Besucher und 5 399 Krankentransporten.

Daß die EXPO 2000 eine neue Dimension der Notfallversorgung darstellt, belegen auch die Vergleichszahlen zu der alljährlich in Hannover stattfindenden CEBIT, die 1998 ca. 650 000 Besucher mit 1 227 Arztkontakten verzeichnete.

Die Bezirksstelle Hannover der KVN hat in Abstimmung mit der Ärztekammer und der EXPO 2000 Hannover GmbH ein "Konzept für die ambulante ärztliche Notversorgung" erarbeitet, das von der Annahme ausgeht, daß die EXPO in Hannover insgesamt 40 Mio. Besuche verzeichnen wird. Vergleichbare demographische Berechnungen gehen von einer Morbiditätsrate von 1/ooo - 2/ooo aus, was 80 000 zu erwartenden Krankheitsfällen entsprechen würde. Folglich wäre mit 550 Krankheitsfällen pro Tag zu rechnen, die besonders zu den täglichen Hauptbesuchszeiten zwischen 12.00 und 17.00 Uhr zu versorgen sind.
Für die Notfallversorgung stehen auf dem EXPO-Gelände zwei Notfallpraxen zur Verfügung. Nachts soll sowohl auf die Notfallambulanz des Agnes-Karll-Krankenhauses als auch auf die Notfalleinrichtungen der KVN-/ÄKN-Bezirksstelle Hannover zurückgegriffen werden. Es ist davon auszugehen, daß auch die Praxen der niedergelassenen Ärzte in der Stadt Laatzen sowie in den hannoverschen Stadtteilen Wülfel und Döhren angelaufen werden können. Die Notfallpraxen auf dem EXPO-Gelände werden in erster Linie von den für die ambulante Notfallversorgung zuständigen niedergelassenen Ärzten betrieben. Bei Engpässen wird das Personal durch nicht-niedergelassene Ärzte mit Facharztqualifikation ergänzt. Die Bezirksstelle bildet außerdem einen Pool von rufbereiten Ärzten, auf die im Ernstfall zurückgegriffen werden kann.
Während die kommunale Verwaltung für die ausreichende Präsenz der Rettungsdienste zuständig ist, ist das ärztliche Hilfspersonal gleichfalls von der KVN beizubringen, das sich aus versierten Arzthelferinnen und Medizinstudenten zusammensetzt, die mindestens englische Sprachkenntnisse haben.
Die nötige Flexibilität, z.B. bei plötzlich ansteigenden Besucherzahlen, soll durch einen Supervisor auf dem EXPO-Gelände erreicht werden, der u.a. darüber entscheidet, ob weitere Ärzte hinzuzuziehen sind.

Dem Aufruf der KVN-/ÄKN-Bezirksstelle Hannover sich für die Notfallversorgung der EXPO-Besucher zur Verfügung zu stellen, folgten weit mehr als 100 Ärztinnen und Ärzte, von denen eine hohe Anzahl über Erfahrungen in der Rettungsmedizin verfügt. Eine anfängliche Skepsis gegenüber der nahenden Weltausstellung weicht offenbar mehr und mehr der Einstellung, daß die EXPO 2000 für Niedersachsen die Chance bietet, sich als Region mit einem hohen Standard medizinischer Leistungen vorzustellen - auch notfallmedizinisch.


Kontakt:

Dr. Axel Fromm
KVN-/ÄKN-Bezirksstelle Hannover
Berliner Allee 20
D-30175 Hannover
Tel.: (05 11) 3 80-43 59
Fax: (05 11) 3 80-44 74
Das dritte Standbein dieser einzigartigen Veranstaltung ist "Shaping the Future", die Einladung an 50 herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (unter 35 Jahre) aus aller Welt, die herausgefordert sind, ihre innovativen Ideen und Lösungsvorschläge auf einem speziellen Meeting vorzustellen. Der Meldeschluß für die Präsentation eigener Arbeiten ist der 30. September 1999.

Sowohl die interdisziplinäre Betrachtungsweise als auch die konsequente Auswahl der geladenen Referenten, die darauf abzielt, alle Kontinente der Erde ausgewogen zu vertreten, dürfte eine gute Voraussetzung dafür sein, die Zielsetzungen des Kongresses zu erfüllen:

- die sozialen und ökonomischen Voraussetzungen für Gesundheit in einen globalen Zusammenhang zum entwickelten Stand der Forschung zu setzen,
- die herausragenden Bereiche von medizinischer Forschung und wissenschaftlicher Innovation als positive Entwicklungen zu beleuchten,
- die beeindruckende technologische Entwicklung nicht nur in Prävention, Diagnose und Therapie, sondern auch in der Informationstechnologie und Telekommunikation als Gesundheitsservice anzuwenden und zu popularisieren.
-low


Ansprechpartner:

Medicine Meets Millenium
Institute of Neuropathology
Hannover Medical School
Carl-Neuberg-Str. 1
D-30625 Hannover
Tel.: (05 11) 5 32-45 47
Fax: (05 11) 5 32-45 50
E-Mail: MMM@mh-hannover.de
Internet: http://www.mh-hannover.de/MMM

Shaping the Future
Universität Hannover
Welfengarten 1 B
D-30167 Hannover
Tel.: (05 11) 76 22 994
Fax: (05 11) 76 25 723
E-Mail: info@shaping-the-future.de
Internet: http://www.shaping-the-future.de
 
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