Die Volkswagen BKK und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben ein Modellprojekt zur Förderung von qualitätsgestützten ambulanten Katarakt-Operationen in Kooperation mit der Vereinigung ophtalmologischer Praxiskliniken e.V. (VoP) vereinbart. Dies stellten am 26. September 2001 der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Eberhard Gramsch, und der Geschäftsführer der Volkswagen BKK, Ralf Sjuts, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vor. Der Vorsitzende der Vereinigung ophtalmologischer Praxiskliniken e.V., Dr. Christian Heuberger, wies dabei auf die große Zunahme von Katarakt-Operationen in den vergangenen Jahren und auf Fortschritte bei der Operationstechnik hin.
Hohe Qualität bei ambulanter Versorgung
Bei der Katarakt-Operation handelt es sich um die Behandlung des Grauen Stars durch die operative Entfernung der getrübten Linse im Austausch gegen eine hochwertige Kunstlinse. Die Versicherten der Volkswagen BKK können zukünftig im Rahmen des Modellprojektes eine "qualitätsgestützte ambulante Katarakt-Operation" auf Chipkarte, ohne Zuzahlungen, in Anspruch nehmen. Damit wird vor allem die Zusammenarbeit zwischen konservativ tätigen Augenärzten und niedergelassenen Operateuren erleichtert. Wichtig für die Patienten ist es, wenn eine Staroperation medizinisch notwendig ist, daß der behandelnde oder operierende Arzt an dem Modellprojekt teilnimmt. Dafür ist ein schriftlicher Verfahrensantrag gegenüber der KVN nötig.
Das Modellprojekt, das sich über mehrere Jahre erstreckt, fördert die ambulante Vorgehensweise bei Staroperationen bei gleichzeitiger Gewährleistung eines hohen Qualitätsniveaus. Dazu gehören:
qualifizierte Operateure unter Einbindung konservativ tätiger Augenärzte,
die Bereitstellung einer modernen operativen Einrichtung mit ausgebildetem Fachpersonal,
die Durchführung einer speziellen Operationstechnik, die durch minimal kleine Schnitte besonders schonend für den Patienten ist und den Einsatz moderner Faltlinsen ermöglicht,
die Regelung der Zusammenarbeit zwischen vor- und nachbehandelndem Augenarzt und Operateur,
die Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Behandlung.
Die an dem Modellprojekt beteiligten Augenärzte unterziehen sich den Qualitätssicherungsmaßnahmen mit dem Ziel, die medizinische Versorgung noch weiter zu verbessern.
Kataraktoperationen eigenen sich in besonderer Weise für eine ambulante Durchführung: Eine Staroperation erfolgt häufig in örtlicher Betäubung, gelegentlich auch in Narkose. Alle Verfahren zur Betäubung des Auges beeinträchtigen das Allgemeinbefinden nur wenig. Auch nach der Operation ist infolge der modernen mikrochirurgischen Techniken kaum mit Augenschmerzen zu rechnen. Oft schon am Tag nach der Operation ist das Sehvermögen verbessert. Die Abheilungszeit ist kurz, und die medikamentöse Nachbehandlung heute wenig aufwendig. Sie erfolgt durch den Operateur oder den nachsorgenden Augenarzt.
Kooperation und Dokumentation sichern die Qualität
Die medizinischen Gründe sprechen deshalb für eine ambulante Durchführung der Staroperation. Sie liegt aber auch im Interesse der Patienten. Viele der älteren Patienten wünschen sich, nicht mehr für eine Operation ins Krankenhaus zu müssen, sondern in der vertrauten häuslichen Umgebung zu verbleiben.
Die Volkswagen BKK und die KVN kommen mit dem Abschluß des Modellprojektes besonders diesen Patientenwünschen entgegen, verfolgen aber als weiteres Ziel auch die Sicherung der Qualität und Anhebung des Operationsstandards. Dazu erfolgt eine wissenschaftliche Dokumentation der gesamten Behandlung des Patienten mit dessen Einverständnis. Dabei spielt auch die Zufriedenheit des Patienten mit der Staroperation eine wichtige Rolle. Das unabhängige wissenschaftliche Institut "e-EyeCare" in Erlangen unter der Leitung von Prof. Georg Michelson wird die Auswertung der Dokumentationsbögen vornehmen. Die Volkswagen BKK und ihre Kooperationspartner werden in regelmäßigen Abständen von e-EyeCare über die Einhaltung der Qualitätsstandards informiert.
r.
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