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10/1999 | |||||
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Sehr geehrte Frau Kollegin, und auch sehr geehrter Herr Kollege! Nach dem hervorragend besuchten und informativen 1. Niedersächsischen Ärztinnentag 1998, bei dem alternative Berufsfelder für Kolleginnen aufgezeigt wurden, laden Ärztinnenausschuß und Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen Sie herzlichst zu unserem diesjährigen Ärztinnentag am 16. Oktober 1999 nach Hannover ein. Thema diesmal: "Gesundheitspolitik aus Frauensicht". Was wir Ärztinnen in unserem Berufsleben immer gespürt und geahnt haben, ist inzwischen wissenschaftlich erforscht und hinreichend beschrieben: Frauen arbeiten anders, aber sie erkranken und leiden auch anders als Männer. Und sie sind weiterhin benachteiligt in Berufsaussichten und unterrepräsentiert in politischen Gremien. Dies im Rahmen der derzeitigen Strukturen unseres Gesundheitswesens darzustellen, ist Ziel der Organisatorinnen und Referentinnen des Ärztinnentages und nachzulesen in den Beiträgen dieses Heftes. Es muß aber darüber hinaus darum gehen, Gesundheitspolitik nicht nur aus Frauensicht zu beschreiben, sondern langfristig auch entsprechend den spezifisch weiblichen Erkenntnissen und Bedürfnissen zu beeinflussen und zu ändern. Dazu brauchen wir eine größere Anzahl und mehr Einfluß von Frauen in Beruf, medizinischer Lehre und Berufspolitik. Etwa 40 Prozent der Ärzte in Niedersachsen sind weiblich. Am 31. Dezember 1998 nahmen 11 348 von 30 000 niedersächsischen Ärzten als Niedergelassene und Ermächtigte an der vertragsärztlichen Versorgung teil, davon rund 25 Prozent = 2 765 Frauen. Nach einer Umfrage des Deutschen Ärztinnenbundes sind in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung Ärztinnen immer noch unterrepräsentiert. Aber immerhin finden sich in Niedersachsen, obwohl wir eine Quotierung von Ärztinnen abgelehnt haben, im Gegensatz zu fast allen anderen Bundesländern im Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen 30 Prozent Frauen, nämlich Frau Kollegin Correns und ich! Dennoch brauchen wir noch sehr viel mehr engagierte Kolleginnen in einflußreichen Funktionen und in den Gremien der Berufspolitik. Wir brauchen Sie: als Ausbildungsberaterin für Arzthelferinnenfragen in den Bezirksstellen; als Beisitzerinnen in den Vorständen der Bezirksstellen von ÄKN und KVN. Hier finden sich fast ausschließlich männliche Mitglieder; landesweit gibt es bisher keine weibliche Bezirksstellenvorsitzende! Dies gilt es bei den kommenden Wahlen zu ändern; als Lehrärztin der MHH und der Universität Göttingen für Medizinstudentinnen und Medizinstudenten im Fach Allgemeinmedizin, wenn Sie Fachärztin für Allgemeinmedizin sind. Gerade hier können die künftigen Kolleginnen und Kollegen an den spezifisch weiblichen Umgang mit Patient und Heilkunde herangeführt werden; als Weiterbilderin für Assistenzärzte und Assistenzärztinnen in Ihrer Praxis jeder Fachrichtung: Weibliches Know-how und Einfühlungsvermögen können hier eindrücklich und erfolgreich vermittelt werden; als Funktionärin Ihres Berufsverbandes; als Mitglied von KVN-Vertreterversammlung und Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen, das heißt als Repräsentantin der Ärzteschaft. Bitte kandidieren Sie bei den KVN-Wahlen im Jahre 2000 und den Kammerwahlen 2001; als Mitglied im Deutschen Ärztinnenbund zu Erfahrungsaustausch und Unterstützung untereinander. Ihr Einfühlungsvermögen, Ihre soziale Kompetenz und Ihr Organisationstalent als berufstätige Mutter prädestinieren Sie mehr als jeden Mann zu einer dieser Aufgaben. Die wirksamste Frauenförderung besteht in Motivierung und Einbindung von Ärztinnen in akademische Lehre und in unsere berufspolitischen Gremien. Lassen Sie sich hierfür gewinnen! Mit herzlichem Gruß Ihre Dr. med. Cornelia Goesmann Stellvertretende Präsidentin Ärztin für Allgemeinmedizin - Psychotherapie |
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