aktualisiert am: 08.12.2000
niedersaechsisches aerzteblatt
 

12/2000


Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: Niedersachsen plant Spezialbericht 2001

E. Bruns-Philipps


Die Gesundheitsberichterstattung (GBE) dient grundsätzlich der Ermittlung von Handlungsbedarf gegenüber der gesundheitlichen Lage und Versorgung von Bevölkerungsgruppen. Sie ist besonders für die Prävention ein notwendiges Analyse- und Prognoseinstrument, das die Evaluation und Bewertung von Präventionsmaßnahmen ermöglichen soll. Somit erarbeitet die GBE eine Informationsgrundlage für eine zielgerichtete und rationale Verhaltensweise, auch wenn dadurch der Politik und Selbstverwaltung nicht die Prioritätensetzung gesundheitspolitischer Entscheidungen abgenommen wird.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt plant im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Gesundheitsberichterstattung des Landes Niedersachsen einen ersten Spezialbericht zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, der in der zweiten Hälfte des Jahres 2001 erscheinen soll.
Das Thema Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wurde wegen der hohen Bedeutung von Prävention in dieser Altersgruppe gewählt.

Prävention in dieser Zielgruppe bedeutet die Möglichkeit des Eingreifens in einen Zeitraum, in dem der Mensch in seiner psychischen und physischen Entwicklung noch am ehesten positiv und weitreichend beeinflußbar ist. Aus diesem Grunde werden im Kindesalter mehr präventive Untersuchungen und Maßnahmen angeboten und durchgeführt, als in jeder anderen Altersstufe. Im Zusammenhang mit der fortwährenden Kosten- und Leistungsdiskussion im Gesundheitswesen kommt präventiven Maßnahmen im Kindes- und Jugendalter eine wichtige ökonomische Komponente zu und verpflichtet zur Evaluation der Inanspruchnahme und der gesundheitlichen Effekte.

Ein Gesundheitsbericht über diese Altersgruppe muß, um den Eingriffsmöglichkeiten gerecht zu werden, eine Vielzahl von Aspekten berücksichtigen. Über die Beschreibung des Gesundheitszustandes und vermeidbarer Erkrankungen hinaus, müssen Faktoren des sozialen Umfeldes einbezogen werden, die Einfluß auf das Gesundheitsverhalten in der Familie und damit auf die Entwicklung der Kinder haben.

Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen aus anderen Bundesländern, daß die Beobachtung von Gesundheitsindikatoren, Sozialindikatoren und die Erkenntnis, welche Daten den Erfolg oder Mißerfolg präventiver Maßnahmen beschreiben, eine langfristige und kontinuierliche Arbeit des Gesamtsystems Gesundheitsberichterstattung bedeutet.

Um der Vielschichtigkeit der Probleme und der notwendigen Kontinuität gerecht zu werden, wurde für diesen Spezialbericht der Weg der direkten Einbindung von Akteuren und Institutionen des Gesundheitswesens in Niedersachsen beschritten. Der Schwerpunkt wurde dabei auf Projekte gelegt, die sich mit der Krankheitsvermeidung (primäre Prävention) und der Krankheitsfrüherkennung (sekundäre Prävention) befassen. Durch die unmittelbare Mitarbeit an Berichtsteilen bzw. durch Erstellen eigener Berichtsteile wird den Akteuren auch ein Forum zur Darstellung ihrer Arbeit gegeben. Gleichzeitig erhält der Leser und Anwender des Berichts die Information, wer sich in Niedersachsen thematisch womit befaßt, welche Projekte - zum Beispiel auf der Ebene des öffentlichen Gesundheitsdienstes im kommunalen Bereich - durchgeführt werden und wo Beratung eingeholt werden kann.

Diese Form der Gesundheitsberichterstattung soll über die Information gesundheitspolitisch Interessierter hinaus die Transparenz verbessern, Kommunikation ermöglichen und für die Zukunft ein funktionsfähiges Netzwerk zwischen den Beteiligten fördern.


Anschrift der Verfasserin:

Dr. Elke Bruns-Philipps
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 2 - 4
30449 Hannover

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