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12/2000 |
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Neben der allgemeine akzeptierten Notwendigkeit, die Impfzahlen bei Säuglingen und Kleinkindern noch weiter zu steigern, nimmt das Bewußtsein um die Bedeutung eines guten Infektionsschutzes auch für Jugendliche und junge Erwachsene zu. Dazu gehört einerseits die ständig erforderliche Auffrischung des Schutzes gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio, aber ebenso die noch fehlende Grundimmunisierung bei vielen Jugendlichen gegen Hepatitis B und Pertussis sowie die 2. Masern-Mumps-Röteln-Impfung. Auswertungen von Schuleingangsuntersuchungen haben ergeben, daß in den vergangenen Jahren die Impfzahlen bei Säuglingen und Kleinkindern ständig zugenommen haben, wie sich z.B. für die 17 Stadt- und Landkreise des Regierungsbezirks Weser-Ems darstellen läßt. Es nahm in den vergangenen Jahren nicht nur die Zahl der Kinder zu, die einen Impfpaß vorlegen konnten, sondern es erhöhte sich auch sich eindeutig die Zahl der Kinder, in deren Impfpaß eine Masernimpfung eingetragen ist, wobei allerdings die Zahl der Kinder ausländischer Herkunft, die das Impfangebot wahrnehmen, deutlich geringer ist als die der Kinder deutscher Herkunft. Jedoch sind die Impfzahlen von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich. So kann in einzelnen Gemeinden auch bei ausländischen Kindern eine hohe Durchimpfung erreicht werden, die zum Teil sogar höher ist als die Durchimpfung bei Kindern deutscher Herkunft in anderen Kommunen. Daß sich bei den Kommunen mit hoher Durchimpfung auch der ausländischen Kinder gerade auch solche mit einem besonders hohen Ausländeranteil unter den Einschülern befinden (21 bis 26 Prozent) ist ein Hinweis dafür, daß eine gute Durchimpfung auch bei schwierig erreichbarer Zielgruppen möglich ist. Selbstverständlich gestaltet sich eine gute Durchimpfung von Jugendlichen erheblich schwieriger als bei Säuglingen und Kleinkindern, da Impfungen häufig im Zusammenhang mit Vorsorgemaßnahmen durchgeführt werden und die J 1 zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch wenig angenommen wird. Die negativen Erfahrungen in Bayern aus den späten 70er Jahren mit der Rötelnimpfung bei Jugendlichen durch niedergelassene Ärzte sind ein guter Beweis dafür, daß Jugendliche für Impfungen - und seien sie noch so sinnvoll - schwer zu erreichen sind, wenn nicht ausreichend flankierende Maßnahmen getroffen werden. Beispiele aus anderen Ländern mit höheren Durchimpfungszahlen bei Jugendlichen sind hierbei nicht hilfreich, da sich die Gesundheitssysteme - auch im Hinblick auf Impfungen - zwischen der Bundesrepublik und anderen Ländern, auch Ländern der EU, völlig unterscheiden. Die Durchimpfungen von Jugendlichen ist jedoch nicht ganz so schlecht, wie oft vermutet, denn im Rahmen einer Überprüfung der Impfpässe durch die Gesundheitsämter im Jahr 1999 fanden sich höhere Zahlen einer Hepatitis-B-Impfung und einer 2. Masern-Mumps-Röteln-Impfung als bislang angenommen. Immerhin wiesen 32 Prozent der Jugendlichen eine empfohlene 2. MMR-Impfung und bereits 23 Prozent eine Hepatitis-B-Grundimmunisierung auf. Zusätzlich ließen weitere 23 Prozent der von den Gesundheitsämtern zu einer Impfung aufgeforderten Jugendlichen durch einen niedergelassenen Arzt eine noch fehlende 2. MMR-Impfung und weitere 20 Prozent eine noch fehlende Hepatitis-B-Impfung vornehmen. Diese Zahlen zeigen einerseits, daß Jugendliche bereit sind, sich für eine Impfung stimulieren zu lassen, andererseits aber auch, daß noch ein besserer Effekt erreichbar sein muß, der u.a. durch eine koordinierte Motivationsarbeit mit mehreren Partnern erzielbar wäre. Das niedersächsische KooperationsmodellIn Abbildung 1 ist ein Kooperationsmodell skizziert, das als "Impfinitiative Niedersachsen" sowohl auf kommunaler wie auch auf Landesebene diese erforderlichen Kooperationen anregen und die gegenseitige Motivation und Information fördern will. | ||||||
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