| Home | nä | Z-aktuell | Forum | digitalis | Bücher | Verlag | Kontakt |
| aktualisiert am: 08.12.2000 | ||||||
![]() |
12/2000 |
|||||
|
||||||
Der Hartmannbund tritt dafür ein, "mit allen Organisationen und Einrichtungen, die sich für das Wohl des Volkes verantwortlich fühlen, zusammenzuarbeiten, um das soziale und gesundheitliche Wohl des gesamten Volkes zu fördern" - so steht es in seiner Satzung. Diesem Gebot folgend, kam es am 16. November 1974 in Hannover zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft "Arzt/Lehrer". Das Gründungsprotokoll beschreibt die damals und heute gültigen Ziele: "Die AG "Arzt/Lehrer" hat sich zum Ziel gesetzt, unter Lehrern wie Ärzten Verständnis für die gegenseitigen Probleme zu wecken und dort zur Kooperation zu kommen, wo es um das Wohl der ihnen - als Patient oder als Schüler - anvertrauten Kinder und Jugendlichen geht. Ob es um die Rehabilitation Behinderter, Legasthenie oder um Gesundheits- und Sexualkundeunterricht oder um Rauschgift-, Nikotin- und Alkoholabusus geht: eine enge Zusammenarbeit von Ärzten und Lehrern ist ein dringendes Gebot der Stunde". Wie wichtig und richtig diese Gründung war, beweist sich unverändert: An zahlreichen Schulen, bei mancher Elternversammlung und auf vielen Fachtagungen im ganzen Land Niedersachsen haben sich Ärzte und Lehrer über fast alle Probleme und Faktoren ausgetauscht, die im heutigen, modernen Schulsystem Krankheiten entstehen lassen können. Seelische, körperliche oder emotionale Defizite bei Schülern (aber auch bei Lehrern!) werden entweder schon in die Schule mitgebracht oder entstehen dort erst. Ursachen, um nur einige zu nennen, können sein: Erlebte Gewalt, Mobbing, Streß, Leistungsdruck, Verführung, Infektionen, mangelhafte Aufklärung oder Aufsicht durch das Elternhaus, mangelnde Bewegung, falsche Ernährung. Einer der Pioniere war Dr. Hans Völling aus Barßel. So organisierte er im Cloppenburger Hotel Deeken 1977 eine Veranstaltung zum Thema "Legasthenie". In seiner Begrüßung sagte er: "Das Problem der Schulleistungsstörung nimmt im ärztlichen Denken einen immer größeren Platz ein." Fachlichen Rat erfuhren hörte das Publikum aus dem Mund des Stuttgarter Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Fritz Held: "Ständig eine Ô6Õ für das legasthene Kind sei deprimierend, besser man vermerke mit grüner Schrift: Du hast es geschafft, von 100 Wörtern 80 richtig zu schreiben." Als sich in den achtziger Jahren beispielsweise herausstellte, daß mit der gerade entdeckten Immunschwächekrankheit AIDS eine neue Herausforderung in Sachen Prävention, Diagnose und Therapie entstehen würde, konnte die AG "Arzt/Lehrer" schnell und kompetent reagieren. So trat 1987 das niedersächsische Kultusministerium an den Hartmannbund heran und bat darum, mittels einer schulischen Aufklärungskampagne das Thema in den Unterricht zu tragen. Nicht alle, besonders die Lehrer, waren von dieser Aktion überzeugt, schließlich wären die aktuellen Probleme eher bei Drogenmißbrauch, Rauchen, Spielsucht und Haltungsschäden zu finden. Ungeachtet aller Einwände organisierte die AG die erste Veranstaltung zu diesem Problemkreis mit dem Titel: "AIDS IN DER SCHULE". Für diese Initiative gab es eine offizielle Anerkennung durch den damaligen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Ein unermüdlicher und engagierter Antreiber für gesundheitliche Erziehung an den Schulen war beim Hartmannbund der Wilhelmshavener Gynäkologe Dr. Karl-Wilhelm Heinrich, der dafür auch kürzlich mit der Hartmann-Thieding-Plakette ausgezeichnet wurde, der höchsten Anerkennung dieses Ärzteverbandes. So organisierte er 1990 in Wilhelmshaven eine viel beachtete Tagung zum Thema "Jugend und Alkohol - geduldeter Einstieg in die Drogenszene?" Hier wurde vermittelt, daß Suchtverhalten und -anfälligkeit mit den herrschenden Familienstrukturen in Zusammenhang stehen. Hilfsangebote wurden gegeben für Prävention, Beratung und für sowohl ambulante als auch stationäre Therapie. Die beiden jüngsten in Hannover durchgeführten Veranstaltungen hatten zum Thema: "Schule macht krank: Hörschäden" und "Schule macht Streß - Streß macht krank". Sie standen unter der Leitung des hannoverschen HNO-Arztes PD Dr. Reinhard G. Matschke. Es darf hier nicht verschwiegen werden, daß die Vorbereitung all dieser Veranstaltungen ein hohes Maß an Zeit, Einsatz und auch Kosten benötigt. Ohne Idealisten unter den Ärzten, Lehrern und auch Eltern kann man nicht viel erreichen. Eine Planungsgruppe zu bilden ist unerläßlich. Sie sucht nach Themen, besorgt geeignete Räumlichkeiten (Ärztehaus oder Schulaula) und kümmert sich um Referenten. Die entstehenden Kosten werden anteilig auf die beteiligten Verbände in der Arbeitsgemeinschaft umgelegt. Immer ist darauf zu achten werden, daß die Presse in Vor- und Nachberichterstattung stets eingeladen wird. An alle verantwortungsbewußten Ärzte und Lehrer ist zu appellieren, sich noch mehr für die Gesundheit unserer Jugend einzusetzen, indem sie aktiv die Bemühungen der Arbeitsgemeinschaft "Arzt/Lehrer" unterstützen. Anschriften der Verfasser: PD Dr. med. Reinhard G. Matschke Hartmannbund Niedersachsen Falkenstraße 27 30449 Hannover Wichard v. Engel Hartmannbund Niedersachsen Berliner Allee 20 30175 Hannover | ||||||
| Home | nä | Z-aktuell | Forum | digitalis | Bücher | Verlag | Kontakt |
|
Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2000. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 08.12.2000. Design by Tim Schmitz-Reinthal, webmaster@haeverlag.de. |