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12/2001 |
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Mit dem so genannten onkologischen Nachsorgemodell Niedersachsen hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) bereits seit 1988 die strukturellen Voraussetzungen für eine einheitliche und transparente Langzeitbetreuung von Krebspatienten durch niedersächsische Vertragsärzte geschaffen und die Nachsorge dadurch in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Wichtiger Bestandteil des Modells sind eine standardisierte Verlaufsdokumentation der Krebserkrankungen sowie ein Netzwerk von sechs flächendeckend tätigen "Onkologischen Nachsorgeleitstellen". Die Nachsorgeleitstellen sind an die Bezirksstellen der KVN in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Stade angebunden. Mit der Dokumentation sowie der Datenerfassung und Datenspeicherung des individuellen Krankeitsverlaufes eines Patienten in den sechs Nachsorgeleitstellen sind folgende Zielsetzungen verbunden: * eine verbesserte Information der an der Betreuung der Krebspatienten beteiligten Ärztinnen und Ärzte, * die Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit und der Langzeitbetreuung vor Ort, * die Unterstützung von qualitätssichernden Maßnahmen in der vertragsärztlichen Versorgung und * die Schaffung einer Datenbasis zur Beschreibung, Analyse und besseren Transparenz des onkologischen Versorgungsgeschehens in Niedersachsen. Besonders der letzte Punkt ist von Interesse. Die Daten der sechs "Onkologischen Nachsorgeleitstellen" der KVN bieten die Möglichkeit für vielfältige spezifische Auswertungen, die einen Beitrag zur besseren Transparenz der onkologischen Versorgung in Niedersachsen leisten können. Die Daten der Nachsorgeleitstellen sollen zukünftig verstärkt für eine Analyse des onkologischen Versorgungsgeschehens und für Qualitätssicherungsmaßnahmen genutzt werden. Für alle von den Nachsorgeleitstellen registrierten Fälle - zur Zeit 185.000 Tumorpatienten - sind folgende Daten abrufbar: * Auswertungen nach Lokalisationen, Histologien und Stadien der Tumorerkrankungen; * Aussagen darüber, ob die Patienten operiert, bestrahlt und/oder chemotherapiert wurden; * Aussagen über die Behandler (Wer führte die Behandlungen durch?); * Ermittlung der rezidivfreien und Gesamtüberlebensraten in Abhängigkeit von Stadium, Histologie und Therapie der Erkrankung. Darüber hinaus erlauben die Daten der Nachsorgeleitstellen eine Identifikation von Patienten mit bestimmten Erkrankungen, Histologien und Stadien. Dies bietet die Möglichkeit, die behandelnden und/oder nachsorgenden Ärzte gezielt über neue Therapiemöglichkeiten und Nachsorgeempfehlungen zu informieren. Ein Beispiel: Im Mai 2001 ist in der Fachliteratur erstmals über eine neue Behandlungsmöglichkeit von gastrointestinalen Stromatumoren mit STI-571/Glivec berichtet worden. Im August diesen Jahres fragte die Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei den Nachsorgeleitstellen an, ob dort Patienten mit Leiomyosarkomen registriert sind. Innerhalb weniger Tage erhielt die MHH von den Nachsorgeleitstellen die anonymisierten Krankheitsübersichten aller registrierten Patienten mit einem Leiomyosarkom. Nach Prüfung der Krankheitsübersichten und Rücksprache mit den betreuenden Ärzten sind zwei Patienten identifiziert worden, die die Einschlußkriterien einer neu aufgelegten Studie an der MHH erfüllten und in der Zwischenzeit mit dem neuen Verfahren therapiert werden konnten. Normalerweise ist davon auszugehen, daß es bis zu zehn Jahren dauert, bis neue Therapieverfahren flächendeckend zur Anwendung kommen. Als Beispiel sei die Therapie der nichtseminomatösen Hodentumoren mit dem Zytostatikum Cisplatin Ende der 70er Jahre genannt. Das Beispiel zeigt, daß mit den "Onkologischen Nachsorgeleitstellen" in Niedersachsen und den klinischen Krebsregistern ein Instrumentarium vorhanden ist, das es sicher und schnell erlaubt, Patienten mit bestimmten Tumorerkrankungen sowie die betreuenden Ärzte zu identifizieren. Dies gilt auch für die eher seltenen Krebserkrankungen. Eine verstärkte Nutzung der Daten der Nachsorgeleitstellen durch Dritte bietet sich daher an. Interessierte Ärzte können ihre Anfragen an folgende Adresse richten: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Hauptgeschäftsstelle - Referat Onkologie, Günter Unger, Berliner Allee 22, 30175 Hannover. Günter Unger | ||||||
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