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| nä 12/2003
aktualisiert am: 11.12.2003 |
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die Finanzierung zum Jahresende auslaufe und niemand das Projekt weiter bezahlen wolle, könne man keine neuen Patienten mehr aufnehmen, sagt Support-Leiter Professor Dr. med. Dietrich Kettler vom Universitätsklinikum Göttingen. Damit stirbt ein beispielhafter neuer Weg zur Versorgung von Schmerz-Tumorpatienten, der bundesweit große Beachtung und Anerkennung gefunden hat. Seit dem Beginn des Projekts haben die Support-Mitarbeiter über 800 schwerkranke Krebspatienten meist in häuslicher Umgebung betreut. "Diese Patienten haben in Würde und symptomarm sterben können," sagt Kettler. Zur Erinnerung: Ziel von Support war es, schwer kranken Tumorpatienten eine optimale ambulante Versorgung vor allem im Bereich der Schmerztherapie und -linderung zukommen zu lassen. Mobile Teams mit speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegern betreuten dabei in Zusammenwirken mit den Hausärzten die Patienten in ihrer häuslichen Umgebung. Support-Initiator Kettler ist über das bevorstehende Ende dieses Versorgungsangebots zutiefst frustriert. Inzwischen gebe es zwar eine breite Diskussion darüber, daß die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland völlig unzureichend sei. Dies seien aber offenbar nur Fensterreden: "Es will keiner dafür bezahlen." Zu Beginn des Modellprojekts 1997 hatte zunächst das Bundesgesundheitsministerium mehrere Jahre lang die Finanzierung übernommen, dann sprang die Ärztekammer Niedersachsen für ein weiteres Jahr ein. Danach drohte schon einmal die Einstellung des Projekts. Fast 40 000 Bürger, darunter zahlreiche Prominente, setzten sich damals mit ihren Unterschriften für eine Fortführung des auch von vielen Spendern unterstützten Projekts ein. Im vergangenen Jahr stellten die niedersächsische Landesregierung und die Klosterkammer Hannover insgesamt 500 000 Euro für eine Weiterführung bis Ende 2003 zur Verfügung. Alle Versuche, die Krankenkassen für eine dauerhafte Finanzierung zu gewinnen, schlugen dagegen fehl. Obwohl durch die ambulante Betreuung teure Krankenhaustage eingespart werden, wollen die Krankenkassen dafür nicht aufkommen. Ihr Argument: Die Mitarbeiter der mobilen Teams arbeiten an der Göttinger Universitäts-Klinik und kommen somit aus dem stationären Bereich. Sie erbringen aber ambulante Leistungen und verursachen damit zusätzliche Kosten. Diese müßten nach Ansicht der Kassen erst durch Budgetsenkungen der Krankenhäuser ausgeglichen werden. Support-Leiter Kettler mag sich nicht damit abfinden, daß unflexible Strukturen und reine Kostenargumente die dringend nötige palliativmedizinische Versorgung einer immer größer werdenden Gruppe von Patienten verhindern. Er will jetzt die niedersächsische Sozialministerin Dr. med. Ursula von der Leyen um weitere finanzielle Unterstützung zumindest für eine Übergangsfrist bitten. Derzeit betreue Support noch 59 todkranke Patienten, damit könne man nicht zum Jahresende einfach aufhören. Das Sozialministerium in Hannover und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen haben inzwischen ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den landesweiten Bedarf für Palliativmedizin ermitteln soll (siehe Bericht auf Seite 13). Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr vorliegen. Bis dahin jedochist das Palliativmodell Support, das unter anderem der AOK-Bundesverband und die Ersatzkassen mit Preisen ausgezeichnet haben, wegen Geldmangels schon tot. |
Verfasser/in: Redaktion 12/2003 Archiv Umfragen |
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