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| nä 12/2003
aktualisiert am: 11.12.2003 |
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emonstration für kostengünstige Aids-Medikamente" - so oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen, die in den vergangenen Monaten an die unzureichende Medikamentenausstattung weiter Teile Afrikas erinnerten. Leicht wird dabei vergessen, daß dies nur eines - wenngleich eines der am schwierigsten lösbaren - von vielen drängenden Problemen in der medizinischen Versorgung Afrikas ist. Bis heute hat nur eine Minderheit der rund eine Milliarde Afrikaner Zugang zu regelmäßiger medizinischer und medikamentöser Versorgung: Selbst Basisgesundheitssysteme (Village Health Worker) mit einem Fundus von fünf bis zehn Medikamenten sind in vielen Regionen Afrikas aus Kostengründen gescheitert. Krankenhäuser müssen ohne ausreichende medikamentöse, technische und personelle Ausstattung ums Überleben kämpfen. Die Forderung, auch in Staaten mit einem Gesundheitsetat von ein paar Dollar pro Einwohner und Jahr jedem Patienten sämtliche patentgeschützten (teils mehrere Tausend Dollar teure) Pharmaka, etwa gegen HIV-Infektionen, zugänglich zu machen, ist menschlich verständlich. Das Interesse der Hersteller nach möglichst hohen Preisen als unethisch und inhuman zu verdammen, wäre indes zu einfach. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation darf weder der Verweis auf die enormen Entwicklungskosten eines Medikaments noch der auf marktwirtschaftliche Aspekte - einschließlich der Forderung der Aktionäre nach möglichst hohen Gewinnen - von vornherein diskreditiert werden. Die fatale Konsequenz wäre, daß noch weniger Anstrengungen unternommen würden, medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für alljährlich Tausende Opfer fordernde Tropenkrankheiten zu finden, nur weil diese fast ausschließlich in armen Ländern auftreten. Medikamentenspenden können schadenDie Adventszeit steht bevor und mit ihr zahlreiche Spendenaufrufe, darunter auch Bitten um Medikamente für Afrika. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß das Sammeln und Weiterleiten der bei uns verordneten Medikamente nicht nur unproduktiv, sondern oft sogar schädlich ist. Unproduktiv, weil der Aufwand für Aufbereitung und Entsorgung hoch ist. Schädlich und gefährlich, weil die Vielfalt unserer Medikamente, zusammen mit der Beschriftung in einer fremden Sprache, häufig zur Fehlmedikation führt. |
Verfasser/in: Dr. Reinhard Bunjes Bambergerstr. 18, 10779 Berlin 12/2003 Archiv Umfragen |
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