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12/1999 |
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Zum Beitrag "Was tut sich im Krankenhaus? - Qualität für Patienten zwischen Pflicht und Kür" in der Ausgabe 10/99 des niedersächsischen ärzteblattes S. 56f. erreichten uns folgende Leserzuschriften: Patienten sind doch undankbar. Warum freuen Sie sich nicht, wenn sie statt 1 Std. auf dem Gang nur noch 0,5 Std. auf den behandelnden Arzt warten müssen. Noch unverständlicher ist es, warum sie nicht glücklich sind, wenn ihr Arzt weniger Überstunden machen muß. Der Beitrag "Was tun im Krankenhaus?" zeigt, welche erfreulichen Entwicklungen das Gesundheitswesen in Bezug auf Qualitätsmanagement, Prozeßoptimierung und Patientenorientierung macht. Die Hypothese von Stefan Baltes über die schnell wachsenden Patientenansprüche macht mir aber auch deutlich, daß im Bereich der Patientenzufriedenheit noch einiger Umdenk- und Handlungsbedarf besteht. Auf jeden Fall müssen die Erfolgsfaktoren besser gewählt werden. Wer käme auf die Idee, daß es einen Supermarktkunden, der seit zehn Minuten an der Kasse wartet, interessiert, wie lange die unfreundliche Verkäuferin arbeiten muß. Zum anderen müssen die Parameter hinsichtlich der Art ihres Einflusses differenziert werden. Schon Herzberg schlug in seinem 2-Faktoren-Modell zur Arbeitszufriedenheit eine Unterteilung in Hygienefaktoren, deren Nicht-Erfüllen zu Unzufriedenheit führt, deren Anwesenheit aber kaum zur Zufriedenheit beiträgt, und Motivation vor, deren Pflege zur Steigerung der Zufriedenheit führen kann. Gleiches gilt sicherlich für den externen Kunden "Patient", Praxisorganisation und Hygienestandards stehen z.B. patientenorientierter Beratung und fachkompetenter Behandlung gegenüber . Zudem muß man sich wohl von der Idee verabschieden, daß es bei der Kundenzufriedenheit eine 1-zu-1-Beziehung zwischen In- und Output gibt. Statt dessen ist eher ein komplexes Gefüge von miteinander interagierenden Struktur- und Prozeßvariablen anzunehmen. Gundula Ernst MHH, Medizinische Psychologie 30625 Hannover Ich finde Ihre tapfere Initiative wunderbar, leider zeitgemäß und sehr dringlich. Darf ich Sie an Sparta und Professor Althus erinnern, dessen Ephoren ja noch lange unsere Vorbilder bleiben werden. Ich kann es beurteilen, denn ich wurde gerade erst am 28. Oktober 1999 auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen. Die Krankenpflege läßt sehr zu wünschen übrig. Man kann eigentlich bei solcher Pflege nicht gesund werden. Dr. med. Kurt Würzbach Facharzt für Lungenkrankheiten Arzt für Allgemeinmedizin 21244 Buchholz Zum Beitrag "Der medikamentös induzierte Schwangerschaftsabbruch mit Mifepristone (RU 486)" in der Ausgabe 10/99 des niedersächsischen ärzteblattes S. 23ff. erreichten uns folgende Leserzuschriften: Begrifflichkeit ohne Widerspruch?Auch wenn viele der Diskussionen müde sind: Im Rahmen der Entwicklung zur Praxis der Abtreibung ist eine zunehmende Verrohung auch im sprachlichen Umgang zu beobachten. So spricht I. Thonke im Artikel über Mifepristone (RU 486) über "Erfolgsrate" - eine Begrifflichkeit zur Tötung menschlichen Lebens, die wir so einfach akzeptieren, oder nicht? Dr. med. Gerhard Nemitz Arzt für Innere Medizin 38114 Braunschweig Nach dem Durchlesen dieses sachlich gehaltenen Aufsatzes über die Substanz Mifepristone hat man den Eindruck, daß das häßliche Problem "Abtreibung" nun endlich in saubere Bahnen gelenkt wird. Zwar wird anfangs kurz darauf eingegangen, daß es in der Vergangenheit heftige Diskussionen um RU 486 gab. Aber diese Konflikte scheinen beigelegt. In anderen Ländern hat man ja schon jahrelange praktische Erfahrungen hiermit. Im folgenden wird dann mit einer Sachlichkeit im Stile eines Medikamenten-Beipackzettels gearbeitet ("Wirkungsweise", "Erfolgsrate"). Der Referentin von PRO FAMILIA werden vier Seiten für ihre Abhandlung eingeräumt. Mittels geschickter Ausdrucksweise versteht sie es, häßliche Vokabeln wie "Abtreibung" oder gar "Tötung" zu vermeiden. Der "medikamentöse Abbruch" dominiert in der sauberen Terminologie. Nun wollen wir hoffen, daß die Diskussion der Vergangenheit nicht nochmal aufflammt. Vielleicht sollte das nä regelmäßig Seiten reservieren für die schöne Sachlichkeit von PRO FAMILIA. Dr. med. Jan Kirchhübel Facharzt für Anästhesiologie 26125 Oldenburg |
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