KVN-Qualitätsbericht: Mehr Durchblick in der Versorgung
Einmal jährlich legt die KV Niedersachsen einen Qualitätsbericht vor, der einen Überblick über das Niveau ärztlicher Qualität in der ambulanten Versorgung gibt. Der Bericht stellt neben den bundesweit geltenden QS-Leistungen auch die regional mit den Krankenkassen vereinbarten Qualitätsstandards dar.
In Niedersachsen unterliegen mittlerweile über die Hälfte aller diagnostischen und therapeutischen Kassenleistungen einer besonderen Qualitätssicherung durch die KVN.
Laut Sozialgesetzbuch V sind die KVen verpflichtet, Qualitätssicherungsmaßnahmen zu fördern, ärztliche Qualität regelmäßig zu prüfen und die Ergebnisse zu dokumentieren - zum Beispiel in Qualitätsberichten.
Der ausführliche Qualitätsbericht 2008 der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen kann bei der KV Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover, E-Mail: info@kvn.de, angefordert werden. Den Bericht finden Sie auch im Internet unter http://www.kvn.de (Qualitätsmanagement).
Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann gegen Neue Influenza geimpft
Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann und weitere Angehörige des Sozial- und Gesundheitsministeriums haben sich im Dezember gegen die Neue Influenza ("Schweinegrippe") impfen lassen. Ross-Luttmann sagte: "Die Impfung ist der beste Schutz vor der Schweinegrippe. Man schützt damit sich selbst. Und man gibt die Infektion auch nicht an andere weiter. Auch in den kommenden eiskalten Wintermonaten sind weitere Ansteckungswellen möglich. Niedersachsen ist über die Impfung hinaus mit seinem Pandemieplan und der Notfallreserve antiviraler Medikamente gut gerüstet."
Der Honorarsimulationsrechner - ein neuer Service der KVN
Mit der Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung haben die so genannten Regelleistungsvolumina die früher gültigen Praxisbudgets abgelöst. Jedem der rund 13 600 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen werden im Vorfeld eines Quartals die individuellen Regelleistungsvolumina durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitgeteilt. Doch wie viel Honorar ein Arzt im nächsten Abrechnungsquartal tatsächlich erhält, ist für ihn nicht immer leicht auszurechnen.
Daher stellt die KVN ihren Mitgliedern jetzt einen besonderen Service zur Verfügung: Den Honorarsimulationsrechner im KVN-Portal, dem geschützten Mitgliederbereich im Internet. Mit Hilfe dieses Rechners kann jeder Vertragsarzt sein individuell zu erwartendes Honorar hochrechnen. In den Rechner werden Eckdaten der Praxis eingegeben. Auf Basis der wichtigsten Mechanismen aus der Honorarsystematik erfolgt daraus eine vorausschauende Honorarschätzung für die Praxis. Wichtig für die Berechnung sind die aktuellen Daten des Regelleistungsvolumens der Praxis. Außerdem ist der Honorarbescheid eines vergangenen Abrechnungsquartals hilfreich. Die Abrechnungsexperten der elf KVN-Bezirksstellen sind bei der Handhabung des Rechners behilflich.
Das Ergebnis der Berechnung für das kommende Quartal stellt eine Schätzung dar. Exakte Daten sind immer abhängig vom Abrechnungsverhalten aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen. Außerdem bleiben im Rahmen der Berechnung die Praxisbesonderheiten unberücksichtigt. Der Rechner findet sich unter http://www.kvn.de - Mitgliederportal - Abrechnung.
Impfpraxen in Niedersachsen jetzt in der "Arztauskunft"
Niedersächsische Ärzte, die gegen die Schweinegrippe impfen, sind jetzt in der "Arztauskunft Niedersachsen" unter www.arztauskunft-niedersachsen.de zu finden. Eine Zusatzprogrammierung in der Stammdatenverwaltung der KVN sorgt dafür, dass alle impfbereiten Ärzte als spezifische Gruppe in der Datei aufrufbar sind. Die Suche nach einem bestimmten Arzt erfolgt dann über die normale Suchmaske. Sollte es für bestimmte Orte noch keinen Treffer geben, kann über die Eingabe der Postleitzahl eine Praxis in der Nähe gesucht werden. Die Internetseite wird täglich aktualisiert. Mitte Dezember waren 3 236 Ärzte registriert. Die Zahl der Impfpraxen wächst aber ständig. Allerdings lässt sich nicht jeder impfende Arzt tatsächlich registrieren. Kammer und KV betonen gegenüber der Öffentlichkeit, dass die Impfung nach wie vor wichtig sei: "Die Bundesregierung hat vor einer möglichen weiteren Welle der Influenza A H1/N1 gewarnt".
MHH entwickelt neue Hörhilfe
In der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist weltweit zum ersten Mal ein Patient mit einem neuen Hörsystem, dem sogenannten DACS-System (Direct Acoustic Cochlear Stimulator), versorgt worden. Es überbrückt das Mittelohr und koppelt direkt an das Innenohr an. Auf diese Weise wird es möglich, bestehende Schallleitungsprobleme im Mittelohr zu umgehen. Für Patienten mit einer mittel- bis hochgradigen kombinierten Schwerhörigkeit eignet es sich besonders gut. Diese Patienten verfügen über ein ausreichendes Restgehör im Innenohr, der Cochlea, haben aber Probleme bei der Schalleinleitung durch das Mittelohr. Luft- und Knochenleitungshörgeräte helfen ihnen nicht weiter, und für ein Cochlea-Implantat ist das Gehör noch zu gut. "Das neue Hörsystem ist weltweit einzigartig", sagt Professor Dr. med. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik und des Hörzentrums Hannover der MHH. "Damit ist es möglich, Patienten zu behandeln, denen wir bislang nicht helfen konnten."
Fraunhofer-Institut holt die Wiese ins Labor
Pollenflug, der das ganze Jahr andauert - für Allergiker bedeutet das eine grauenhafte Vorstellung. Traumhafte Bedingungen sind es jedoch für Forscher des Fraunhofer-Instituts. In ihrem "Pollenraum" in Hannover können sie jederzeit testen, welche Medikamente gegen Heuschnupfen und andere Allergien helfen. Eine ausgeklügelte Technik macht es möglich, permanent stabile klimatische Bedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Pollenkonzentration herzustellen. Darin liegt der Vorteil der künstlichen Sommerwiese im Pollenraum gegenüber Studien in der freien Natur. Die Innovationsfreude des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) ist im Dezember von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" geehrt worden. Die Jury wählte den Pollenraum als einen von "365 Orten im Land der Ideen" aus.
Aufwändige Pflege darf kodiert werden
Seit Beginn dieses Jahres dürfen Krankenhäuser den Pflegeaufwand für schwerst pflegebedürftige Patienten kodieren. Somit haben sie die Möglichkeit, die besonderen pflegerischen Leistungen für das Krankenhausfinanzierungssystem zu dokumentieren, damit sie vergütet werden.
Zur Kategorie "hochaufwändige Pflege" zählen nur Patienten auf Normalstationen - keine Patienten auf Intensivstationen oder Intermediate-Care-Stationen. Patienten, die eine ansteckende Krankheit haben und deswegen isoliert werden müssen, gehören hingegen dazu, weil die Pflegekräfte jedes Mal Schutzkleidung anziehen und zeitintensive Hygienemaßnahmen beachten müssen. Auch Patienten, deren Pflege länger andauert, weil sie desorientiert sind oder extrem starke Schmerzen empfinden, betrachtet der Gesetzgeber als hoch aufwändig.
Hintergrund der neuen Kodierung ist das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz, das 2009 in Kraft getreten ist. Das enthaltene Förderprogramm zur Verbesserung der Stellensituation in der Pflege sichert den Krankenhäusern abhängig von ihrer Größe die anteilige Finanzierung zusätzlicher Pflegekräfte zu. Das Klinikum Braunschweig etwa stockt 40 neue Pflegekräfte auf. Die neue Kodierung soll diese Stellen sichern. Gleichzeitig wird mit ihr dem Umstand Rechnung getragen, dass Patienten mit der gleichen Diagnose im Pflegeaufwand sehr unterschiedlich sein können.
|
|
Verfasser/in:
Redaktion
|
Krebskranke Eltern: Kinder erhalten Hilfe
Das Klinikum Oldenburg hat eine psychologische Beratungs- und Therapiesprechstunde für Kinder onkologischer Patienten eingerichtet. Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, müssen Kinder meist ein halbes Jahr und länger auf psychologische Unterstützung warten. Dieser unzureichenden Versorgung soll das neue Angebot des Klinikums Oldenburg etwas entgegensetzen. "Die Sprechstunde nimmt einen großen Druck von den Eltern, die doch den größten Teil ihrer Kraft in ihre Genesung stecken müssen. Oft genug sind auch sie mit der Situation überfordert", sagt Professor Dr. med. Claus-Henning Köhne, Direktor der Klinik für Onkologie und Hämatologie. Das Angebot umfasst Krisenintervention, kreative Angebote und Gesprächsgruppen. Die regelmäßige Sprechstunde ist auch für Kinder onkologischer Patienten aus anderen Kliniken, onkologischen Praxen und sonstigen Einrichtungen offen. Weitere Informationen erteilt die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP-Klinik) unter Telefon (04 41) 40 31 00 62.
|
|
|