defizite ausgleichen
Ein Förderprogramm unterstützt Azubis in der berufstheoretischen Ausbildung it der Ausbildung ist es wie mit den meisten Dingen im Leben. Wie es läuft, stellt sich erst mit der Zeit heraus, in der Praxis ebenso wie in der Berufschule - vorausgesetzt, man hat ein Auge darauf und weiß darum. Während Ausbildende ihre Auszubildenden (Azubis) vorrangig im Betrieb erleben und sich dort umfassend einen Eindruck von ihnen verschaffen können, haben sie zunächst keine Information über deren Fortkommen in der Berufsschule. Sie sollten sich deshalb regelmäßig die Zeugnisse ihrer Azubis vorlegen lassen. So sind sie auch über deren theoretischen Leistungsstand immer gut informiert.
Stellt sich heraus, dass es schwerlich zu überbrückende Lücken gibt, haben Auszubildende die Möglichkeit, ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) in Anspruch zu nehmen. abH ist ein maßgeschneidertes Förderprogramm in der berufstheoretischen Ausbildung. Es bietet zusätzlichen Förderunterricht in kleinen Gruppen oder Einzelstunden, in denen Pädagogen mit den Azubis Aufgaben aus der Berufsschule trainieren, sie auf die Prüfungen vorbereiten und dabei gezielt auf ihre jeweiligen Bedürfnisse eingehen. Teilnehmen dürfen alle Auszubildenden mit Bildungsdefiziten, Lücken in Fachtheorie und Fachpraxis, Lernhemmungen, Prüfungsängsten, Sprachproblemen und Schwierigkeiten im sozialen Umfeld. Außerdem richten sich die ausbildungsbegleitenden Hilfen nach Auskunft des Niedersächsischen Kultusministeriums an Praktikanten, die eine Einstiegsqualifizierung (EQ) absolvieren. Die abH-Förderstunden finden nach Vereinbarung ein- oder mehrmals wöchentlich statt, in der Regel für die Dauer eines Jahres. Die Kosten trägt die Agentur für Arbeit (Arge), der Ausbildungsbetrieb muss dafür nichts bezahlen. Fahrtkosten erstattet die Arge ebenfalls.
Die Auszubildenden stellen jeweils persönlich einen Antrag bei der für sie zuständigen Arbeitsagentur, Abteilung Berufsberatung, und legen eine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Ausbildungspraxis bei, außerdem das Abschluss- oder Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule, das Berufsschulzeugnis, Zwischenprüfungszeugnis, den Berufsausbildungsvertrag oder, bei nicht bestandener Prüfung, seine Verlängerung. Weitere Auskünfte erteilen die Arbeitsagenturen: http://www.arbeitsagentur.de.
rechtzeitig azubis suchen
Das neue Jahr hat gerade angefangen, da neigt ein anderes sich dem Ende zu: das Ausbildungsjahr 2009/2010. Bereits am 24. April findet in Niedersachsen für angehende Medizinische Fachangestellte (MFA) die landeseinheitliche schriftliche Abschlussprüfung statt. Es wird also Zeit, sich nach neuen Auszubildenden umzusehen - je früher, desto größer ist die Chance, für den MFA-Beruf geeignete Azubis zu finden. Interessierte und gut qualifizierte Schulabgängerinnen kümmern sich ihrerseits ebenfalls frühzeitig um ihr berufliches Fortkommen - und haben später im Jahr oft schon einen Ausbildungsplatz gefunden. Grundsätzlich ist Ausbildung, vor allem für die Praxen und Kanzleien von Freiberuflern, eine lohnende Angelegenheit. Das hat eine Studie des Bundesinstitutes für Berufliche Bildung (BiBB) ergeben, mit der das Institut den Nutzen der betrieblichen Ausbildung für das Jahr 2007 untersucht hat. Das Ergebnis: Vor allem für Freiberufler rechnet sie sich schon nach kurzer Zeit, allen voran für die Arzt- und Zahnarztpraxen. Denn für die Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten übersteigen die Erträge bereits in der Ausbildung die Kosten dafür, ihnen steht also ein großer Nutzen für den Betrieb gegenüber, spätestens, wenn es darum geht, das selbst ausgebildete Personal später in den eigenen Betrieb zu übernehmen. "Wir bilden aus, um bei der Übernahme âdie Besten' auswählen zu können", begründeten 84 Prozent der in der BiBB-Studie befragten Unternehmen ihre Bereitschaft, auszubilden. Früher oder später rechnet sich Ausbildung also, so oder so.
Auskunft rund um die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten erteilen die Bezirksstellen der Ärztekammer Niedersachsen. Kontaktdaten und Ansprechpartner: http://www.aekn.de, Beratung, Medizinische Fachangestellte, Ausbildungsberatung. Mehr zur BiBB-Studie und der Information des Bundesverbandes der Freien Berufe: http://www.freie-berufe-berlin.de/vfb.de/...VFB/Ausbildungsargumente
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Verfasser/in:
Solveig Vogel
Leiterin des Sachgebiets Medizinische Assistenzberufe der ÄKN
Berliner Allee 20, 30175 Hannover
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