Mit ihren "Regionalpaketen" geht die KVN seit 2007 einen ungewöhnlichen Weg, um die Ausgabendynamik im Arznei- und Heilmittelbereich in den Griff zu bekommen. Das erste Regionalpaket für den Arznei- und Heilmittelbereich im Jahr 2007 war vorrangig der Versuch, gegen die Kostenentwicklung im Arznei- und Heilmittelbereich anzusteuern. Auch ging es darum, die prüfintensive so genannte Bonus-Malus-Regelung zu verhindern. Hierfür übernahm die KVN finanzielle Verantwortung für die Einhaltung der neu definierten Ausgabenobergrenzen. Ziel des Regionalpaketes 2008 war überdies die Vermeidung der Richtgrößenprüfung.
Dass die Regionalpakete 2007 und 2008 erfolgreich waren, zeigt sich darin, dass für diese Jahre sämtliche Richtgrößenprüfungen verhindert werden konnten. Ob sich diese Erfolgsstory auch für 2009 wiederholen lässt, bleibt der endgültigen Abrechnung durch die Kassen vorbehalten. Ende des Jahres sah es in der bis dahin vorliegenden Trendmeldung allerdings so gut aus, dass auch für 2010 eine Fortschreibung des Regionalpaketes vereinbart werden konnte.
Gekoppelt wurde dies mit der rückwirkenden Erweiterung des Regionalpaketes 2008, die trotz Budgetüberschreitung in 2007 erst den Verzicht auf die Richtgrößenprüfung für 2007 ermöglichte.
Wenn es der niedersächsischen Ärzteschaft gelingt, die für 2010 um drei Prozent im Arzneimittelbereich und um zwei Prozent im Heilmittelbereich angehobenen Grenzwerte des Jahres 2009 einzuhalten, dann entfallen für 2010 wiederum alle Richtgrößenprüfungen. Ist dies allerdings nicht der Fall, wird nicht nur die KVN in die vereinbarte finanzielle Verantwortung genommen, sondern auch jeder Arzt, der seine Richtgröße um mehr als 25 Prozent überschritten hat. Dies waren zuletzt mehr als 3 000.
Da die vereinbarten Steigerungsraten für 2010 gerade mal die Innovationen abdecken, appelliert die KVN an alle Verordner, die Einsparbemühungen fortzusetzen und, wo möglich, noch zu intensivieren. Unterstützt wird der Einzelne durch persönliche Beratungen, die in den KVN-Bezirksstellen in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus gibt es weitere Beratungsaktivitäten der KVN, wie z. B. den Plexus¨ Arzneimitteldialog, der durch so genanntes Empowerment der Ärzte zu ausgewählten aktuellen Themen das Kostenbewusstsein schärft.
Die KVN bürgt entsprechend dem aktuellen Regionalpaket für die Einhaltung der für 2010 geltenden Haftungsgrenzen mit fünf Millionen Euro im Arzneimittelbereich und drei Millionen Euro im Heilmittelbereich.
Doch letztlich kann sich niemand hinter der finanziellen Verantwortung der KVN verstecken. Es liegt an jedem Einzelnen, ob er in die Fänge der Prüfstelle und damit die Mühle der Richtgrößenprüfung kommt oder ob auch dieses Regionalpaket wieder ein Erfolg wird, nach dem Motto "Vier gewinnt".
|
|
Verfasser/in:
Edwin Weinhold
Leiter der Honorar- und Vertragsabteilung der KVN
|