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Leserbrief
Ausgabe 12/2009
 
nä 01/2009
aktualisiert am: 07.01.2010

ATIS informiert - Gardasil 

  arzneimittel

risikoarm

Gardasil-Impfung in der Schwangerschaft?


 

Anfrage an ATIS
Frau Dr. med. M., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, fragt: Risiko durch Impfung mit Gardasil¨ in der Schwangerschaft? Hintergrund: Gabe der zweiten Impfdosis bei Patientin in der sechsten Schwangerschaftswoche in Unkenntnis der Schwangerschaft.

Antwort von ATIS
Gardasil¨ ist ein nicht-infektiöser Impfstoff zur Prävention von Vorstufen maligner Läsionen im Genitalbereich (Zervix, Vulva und Vagina), Zervixkarzinomen und äußeren Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die durch die Typen 6, 11, 16 und 18 des humanen Papillomvirus (HPV) verursacht werden.
Zur Sicherheit von Gardasil¨ in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten vor, da der Impfstoff noch nicht lange auf dem Markt ist. Die Impfung wird daher nicht während der Schwangerschaft empfohlen, sondern sollte erst nach deren Ende durchgeführt werden. Bislang wurden aber keine Fehlbildungen nach Impfung in der Schwangerschaft beobachtet. Im Allgemeinen besteht bei Totimpfstoffen kein teratogenes oder embryo-/fetotoxisches Risiko. In der Stillzeit ist Gardasil¨ unproblematisch, die Impfung kann daher stillenden Frauen verabreicht werden.
Bezüglich der Fortsetzung der Impfung gilt: Die reguläre Impfung erfolgt nach dem Schema 0, 2, 6 Monate. Ein hiervon abweichendes Schema ist ebenfalls möglich, jedoch darf die zweite Dosis frühestens einen Monat nach der ersten, die dritte Dosis frühestens drei Monate nach der zweiten verabreicht werden. Alle drei Dosen sind innerhalb von zwölf Monaten zu verabreichen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller (Sanofi Pasteur MSD) ist auch ein größerer maximaler Zeitraum als zwölf Monate möglich, die o.g. Mindestabstände müssen allerdings eingehalten werden.

Empfehlung

Die versehentliche Impfung mit Gardasil¨ im ersten Trimenon stellt keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch oder für eine invasive Diagnostik dar.
Schwangerschaftsverlauf und -ausgang sollten dokumentiert und an den Hersteller sowie das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin (http://www.embryotox.de/embryotox.html) gemeldet werden, um eine valide Datenbasis zur Beurteilung der Impfung mit Gardasil¨ in der Schwangerschaft zu schaffen.
Die dritte Impfdosis kann nach der Schwangerschaft verabreicht werden, um die Impfung zu komplettieren.

Verfasser/in:
PD Dr. med. Dirk O. Stichtenoth
Institut für Klinische Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover

Julian Deppe





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Literatur


Fachinformation; Fachinfo CD, BPI Service GmbH 2009
Gelman CR, Rumack BH & Hess AJ (Eds): MICROMEDEX¨ Arzneimittel-Information, DRUGDEX¨ System, Inc., Englewood, Colorado, 2009
Slade BA, Leidel L, Vellozzi C, Woo EJ et al. Postlicensure safety surveillance for quadrivalent human papillomavirus recombinant vaccine. JAMA 2009; 302: 750-7
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Alle Anfragen zur Arzneimitteltherapie können auf folgendem Wege an ATIS gestellt werden: Vorzugsweise per
Fax: (05 31) 24 14 100; Telefon: (05 31) 24 14 349
Postanschrift: Dr. med. Jürgen Bohlemann, KVN Braunschweig, An der Petrikirche 1, 38100 Braunschweig. Die ATIS-Homepage mit elektronischem Anfrageformular ist am einfachsten über eine der gängigen Suchmaschinen erreichbar, Eingabe "KVN ATIS".
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