Seit Januar 2010 sind Arztpraxen, Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren verpflichtet, nach bestimmten Qualitätsstandards zu arbeiten. Das nahm die Stiftung Warentest Ende vergangenen Jahres zum Anlass, die verschiedenen Systeme einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Auch für Praxisinhaber liefern die Ergebnisse aufschlussreiches Wissen.
Die Stiftung Warentest hat die vier bekanntesten Qualitätsmanagement-Systeme (QEP¨ (KBV), ISO 9001:2008 (Deutsches Institut für Normung), KTQ¨ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) und EPA (Aqua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen) auf ihre Patientenorientierung getestet. Gefragt waren Themen wie Patientenversorgung und Praxisorganisation jeweils aus der Perspektive der Patienten. Zeitraum für die Erhebung war von Mai bis August 2009.
QEP vorne weg bei Patientenversorgung
Schwächen bei der Berücksichtigung von Patienteninteressen machten die Prüfer zwar bei allen Systemen aus. Der en Schwerpunkt, so ihr Fazit, liege derzeit mehr auf der Praxisorganisation, Patientenbelange kämen dagegen zu kurz, hieß es bei Stiftung Warentest. Bei der Patientenversorgung schnitt QEP¨ allerdings am besten ab, gefolgt von ISO 9001:2008. Wenig ausgeprägt zeigte sich dieser Aspekt bei KTQ¨ und EPA. Gefragt war unter anderem nach Informationen über weitergehende Vorsorge wie Selbsthilfegruppen sowie Regelungen zu Fehler-, Notfall- und Beschwerdemanagement. Bei der Aufklärung über die Erkrankung sowie deren Behandlung und bei der aktiven Einbeziehung des Patienten in Diagnose und Therapie erwiesen sich alle Systeme noch als ausbaufähig.
Praxisorganisation steht im Zentrum
Im Bereich Praxisorganisation konnten alle vier QM-Systeme punkten. Nur bei EPA war dieser Punkt "mäßig ausgeprägt". Allerdings ergab die Untersuchung, dass sich die Ärzte bei der Organisation von Praxisabläufen wie Ausstellung von Bescheinigungen oder Hausbesuchen wenig an den Interessen der Patienten orientierten, während die Weiterbildung und Wissensmanagement sowie die Regelung der Verantwortlichkeiten meist "stark ausgeprägt" waren. Positiv zu erwähnen ist, dass drei QM-Systeme Patientenbefragungen empfehlen, bei EPA ist sie Pflicht.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht in dem Urteil der Stiftung Warentest einen klaren Erfolg für ihr System QEP. "Wir freuen uns, dass nicht nur Ärzte und Psychotherapeuten unser Qualitätsmanagementsystem QEP¨ Q anerkennen", sagte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), nach der Veröffentlichung der Testergebnisse. "Unser Ziel war es, mit QEP¨ die Behandlung und Versorgung der Patienten und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei wollten wir die Niedergelassenen durch ein optimales Serviceangebot unterstützen. Der aktuelle Test zeigt, dass uns dies gelungen ist", so Köhler weiter. "Wir legen großen Wert auf die Weiterentwicklung von QEP¨, der Test hat jedoch ganz klar gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so der KBV-Chef.
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Verfasser/in:
KVN
KBV
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