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Leserbrief
Ausgabe 1/2010
 
nä 02/2010
aktualisiert am: 08.02.2010

In Kürze 

  aktuell

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Händewaschen wird zur Wissenschaft

Am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg ist ein "Kompetenzteam Händehygiene" gegründet worden. Es soll sowohl forschen als auch beraten. "Bisher gibt es wenige wissenschaftlich hochwertige Studien zur Verträglichkeit von Händehygieneprodukten. Dies möchten wir ändern", sagt Professor Dr. med. Volker Mersch-Sundermann, Ärztlicher Direktor des Instituts. Ziel ist es, zur Patientensicherheit beizutragen. Denn die Mitarbeiter in den Praxen und Kliniken desinfizieren ihre Hände noch nicht häufig genug - mit gefährlichen Folgen: Etwa ein Drittel der jährlich 500 000 Krankenhausinfektionen in Deutschland entstand aufgrund von mangelnder Händehygiene. Um sie zu fördern, müssen die Präparate optimal verträglich sein. Weitere Informationen: http://www.haendehygiene-freiburg.info.


Vorsorgemuffel sind passé: 17 Prozent mehr Männer nutzen die Krebsfrüherkennung
Immer mehr Männer gehen zur Krebsvorsorge. Bislang waren Frauen viermal so häufig bei der Früherkennungsuntersuchung wie sie. Männer galten lange als Vorsorgemuffel - doch langsam setzt ein Umdenken ein: In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Männer, die an der kostenlosen Vorsorge teilnahmen, deutlich erhöht. Gingen im Jahr 2006 nur drei Millionen zum Arzt, waren es 2008 bereits 3,5 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von fast 17 Prozent. Bei den Frauen nutzten 2008 fast 15 Millionen den Krebsabstrich. Er gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für Versicherte ab dem 20. Lebensjahr. Seit 2008 zählt auch für alle zwei Jahre das Hautkrebsscreening zu den Leistungen, die ab 35-Jährige kostenlos in Anspruch nehmen dürfen. Für Männer ab 45 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen zudem die Kosten einer Abtastuntersuchung im Jahr. Egal ob Prostata oder Haut: Wird der Krebs rechtzeitig diagnostiziert, bestehen gute Chancen auf Heilung.



Bärenhilfe

Die Landesstiftung "Kinder von Tschernobyl" leistet seit 17 Jahren humanitäre Hilfe für Kinder und Jugendliche in den von der Tschernobyl-katastrophe betroffenen Regionen. Dabei ist die Stiftung auf Mithilfe und Spenden angewiesen. In diesem Jahr bietet sie ein Maskottchen zum Kauf an - das sogenannte "Doktorbärchen". Es trägt die "Arbeitskleidung" eines Arztes, ist 30 Zentimeter groß, hat bewegliche Arme und Beine und kann aus- und umgezogen werden. Das Bärchen wurde nach der EU-Norm EN 71/1-3 produziert. Es kann zum Preis von 20 Euro bei Birgit Hohnschopp unter Telefon (05 11) 1 20 - 40 18 oder per E-Mail (birgit.hohnschopp@ms.niedersachsen.de) im Büro der Landesstiftung bestellt werden. Der Erlös hilft den Opfern des Reaktorunglücks.


Kinderintensivstation auf der Bult eröffnet

Das hannoversche Kinderkrankenhaus auf der Bult verfügt über eine neue Kinderintensivstation. "Die kleinen Patienten werden jetzt deutlich besser versorgt", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann während der Eröffnung am 18. Januar. Die Kosten betrugen 935 000 Euro, und der Umbau wird mithilfe des Konjunkturpakets II sowie der Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt, Trägerin der Kinderklinik, finanziert. 30 Ärzte und Pflegemitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patienten. Diese müssen nach Operationen wie ausgedehnten Darmeingriffen oder Korrekturen des knöchernen Schädels, wegen Schockzuständen oder schweren Atemstörungen intensiv betreut werden. Dr. med. Thomas Beushausen, Ärztlicher Direktor des Kinderkrankenhauses auf der Bult, betonte, wie wichtig die Station auch für Einrichtungen wie das neue Zentrum für Kinderchirurgie sei. In der großzügig gestalteten und mit vielen Aufenthaltsmöglichkeiten für Eltern ausgestatteten Kinderintensivstation steht ein speziell auf kleine Patienten ausgerichteter Gerätepark. Zusätzlich soll es eine Intermediate-Care-Einheit geben - etwa für Patienten, die eine pumpengesteuerte Medikamentenabgabe in den Rückenmarkskanal zur Therapie schwerer spastischer Störungen erhalten.



KVN ruft zur Teilnahme an Krebs-Vorsorgeuntersuchungen auf


In Niedersachsen erkranken jährlich über 40 000 Menschen neu an Krebs und über 20 000 Menschen versterben an einer Krebserkrankung. Der diesjährige Welt-Krebs-Tag am 4. Februar war für die KVN daher Anlass, an die bestehenden Krebs-Vorsorgeprogramme zu erinnern. Denn: "Vor allem bei einer Diagnose im Frühstadium bestehen für den Patienten gute Überlebenschancen, da der Ursprungstumor zu diesem Zeitpunkt häufig noch nicht metastasiert hat", weiß Dr. Thomas Suermann, Präventionsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). "Doch obwohl es mittlerweile eine Vielzahl von erprobten schmerzlosen Untersuchungsverfahren zur Krebsfrüherkennung gibt, werden diese immer noch zu wenig von der Bevölkerung in Anspruch genommen", so Suermann weiter. Wissenschaftliche Auswertungen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hätten gezeigt, dass die Befundraten mit der Entdeckung einer Krebserkrankung bei denjenigen am niedrigsten sind, die regelmäßig und in kurzen Abständen diese Untersuchungen wahrnehmen.


Gegenseitige Information am Runden Tisch

Rund 40 Vertreter der ärztlichen und psychotherapeutischen Berufsverbände in Niedersachsen treffen sich regelmäßig mit dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) am so genannten Runden Tisch. Dort geht es um die gegenseitige Information und regelmäßige Abgleichung von Vertragsinhalten. Bei dem vergangenen Treffen am 15. Januar in Hannover informierten KVN-Vorstandsvorsitzender Eberhard Gramsch und sein Stellvertreter Dr. Volker Steitz über die Abrechnung des dritten Quartals 2009, die Pläne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur Neuberechnung der Trennung der Gesamtvergütung und die Entwicklung der Regelleistungsvolumen. Der Geschäftsführer des neuen KVN-Abrechnungscenters (AC), Jens-Ove Drechsler, gab einen Überblick über die ersten zwei Wochen der Arbeit des AC. Aufgrund der künftigen Bedeutung des Wettbewerbs im Vertragswesen erachten die Verbände eine noch engere Kooperation mit der KVN für notwendig.



KBV verlangt Staffelung der Praxisgebühr


Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verlangt einen grundlegenden Umbau der Praxisgebühr. Statt eines Festbetrages wie bisher solle diese künftig als Prozentsatz der Behandlungskosten erhoben werden, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler. Das bisherige Verfahren, bei dem der Patient einmal im Quartal zehn Euro in der Arzt- sowie in der Zahnarztpraxis zahlt, habe sich nicht bewährt. "Es wäre sinnvoller, wenn der Patient mit einem noch festzulegenden Prozentsatz an den Behandlungskosten beteiligt würde, den die Krankenkasse dann bei jedem Mitglied einzieht", sagte Köhler. Dann müsse der Patient vom Arzt auch eine Rechnung über die Behandlungskosten bekommen. Das fördere die Transparenz und werde helfen, Fehler zu vermeiden. Mit dem Verfahren würden die Praxen von der leidigen Aufgabe befreit, das Geld von den Patienten einzuziehen.

Laut Köhler sind bis zu 48 Prozent der Krankenversicherten von der Praxisgebühr befreit, weil sie den Höchstsatz für Zuzahlungen überschritten haben oder weil sie in ein Behandlungsprogramm der Hausärzte oder für chronisch Kranke eingeschrieben sind, wofür die Gebühr erlassen wird. Köhler erinnerte daran, dass die Deutschen mit jährlich 19 Patientenkontakten je Arzt weltweit an der Spitze stünden. Eine intelligentere Zuzahlungsregelung könne helfen, unnötige Arztbesuche zu reduzieren. Nach Berechnungen der Allgemeinen Ortskrankenkassen brachte die Gebühr zuletzt 1,5 Milliarden Euro ins System, 900 Millionen Euro weniger als ursprünglich geplant.

Verfasser/in:
Redaktion





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Schulterschluss zwischen ägnw und KVN


Die Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen (ägnw) und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben auf einer gemeinsamen Sitzung am 20. Januar in Verden die Rückkehr zu einer klaren regionalen Orientierung der Honorarverteilung gefordert.
Ein starkes System von Kassenärztlichen Vereinigungen und Kollektivverträgen bleibt nach Ansicht von Dr. Volker Steitz, stellvertretender Vorsitzender der KVN, der Schlüssel zum Erfolg im ambulanten Bereich des Gesundheitswesens. Der Vorsitzende der ägnw, Dr. Rainer Woltmann, forderte die Krankenkassen auf, die tatsächliche Morbidität der Bevölkerung zu finanzieren.
Die Politik sollte sich nach Ansicht der ägnw und der KVN ordnungspolitisch von dem Prinzip "dezentral statt zentral" leiten lassen und die Umsetzung der Selbstverwaltung und der lokalen Ebene überlassen. "Der gewünschte Wettbewerb um Qualität kann nur auf der regionalen Ebene verwirklicht werden", sagte Steitz.
Nötig sei zudem ein vereinfachtes Honorarsystem, "das nicht belohnt, was sich finanziell rechnet, sondern bedarfsbestimmt orientiert ist und die Qualität fördert", forderte Woltmann. Die einzelnen Fachgruppen müssten von den neu eingeführten Regelleistungsvolumen tatsächlich leben können.
Einig waren sich ägnw und KVN, dass es in Zukunft darum gehen muss, Verträge der besonderen ambulanten Behandlung nach § 73c Sozialgesetzbuch abzuschließen, um Fachärzte einzubinden.

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