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nä 01/2014
aktualisiert am: 15.01.2014

ZQ-News 

  qualitätsmanagement

Aktiv statt passiv mit Smartphone-App

Neues innovatives Projekt zur sektorenübergreifenden Versorgung in Niedersachsen startet in 2014.


 


Das deutsche Gesundheitssystem muss die nach Sektoren getrennte Versorgung kompensieren. Zahlreiche Schnittstellen in der deutschen Gesundheitsversorgung bergen durch diese Brüche ein großes Risikopotenzial für Ineffizienzen und Kommunikationsdefizite (vergleiche Sondergutachten des Sachverständigenrates Gesundheit). Dies stellt die Akteure im Gesundheitswesen vor die Herausforderung, die Koordination und Integration von ambulanter und stationärer Versorgung zum Wohle des Patienten zu verbessern.

Nach der Projektbewilligung durch die Qualitätsinitiative - Niedersächsischer Verein zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen e.V. - im Jahr 2013 kommt das Projekt TEP-App zum Jahreswechsel in seine Durchführungs- und Umsetzungsphase. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Ansatz zur konkreten Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung. Der vollständige Titel lautet "Sektorenübergreifende Versorgungsketten in der Endoprothetik von Knie- und Hüftgelenken." Das Projektteam besteht aus der orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Annastift (Professor Dr. med. Gabriela von Lewinski), dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der MHH (Dr. med. Urs-Vito Albrecht und Frau Dr. rer. biol. hum. Ute von Jan) und dem ZQ - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (Dr. phil. Brigitte Sens und Verena Lührs, M.A.).

Projektpartner aus der rehabilitativen und fachärztlichen ambulanten Versorgung in der Endoprothetik von Knie- und Hüftgelenken in Niedersachsen sind ebenfalls integriert. Das Vorhaben des Projektes liegt in der Analyse und Qualitätsverbesserung der Versorgungssituation von Patienten mit einem primären endoprothetischen Hüftgelenk- oder Kniegelenkersatzes. Durch die multiprofessionelle Erarbeitung einer sektorenübergreifenden Versorgungskette für die beschriebenen Indikationen sollen Reibungsverluste und Qualitätsdefizite an Schnittstellen in der Versorgung reduziert beziehungsweise verhindert werden. Der Clou des Projektes liegt in der Umsetzung der erarbeiteten Versorgungskette als Web-Applikation (Web-App) für die Patienten (siehe Abb. unten). Die TEP-App geht zurück auf eine Idee von Dr. Sens zur sektorenübergreifenden, patientenorientierten Behandlungssteuerung und zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung mit patientenrelevanten Endpunkten.

Mit der Nutzung der Web-Applikation soll der Patient individuell auf seinem Weg begleitet, informiert, aufgeklärt und aktiviert werden. Ziel ist die Förderung der Patientenautonomie, Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung, Compliance und Adhärenz, was sich in einem besseren Outcome niederschlagen soll. Der Patient kann aktiv seinen Behandlungsplan mitgehen und wird dabei Schritt für Schritt von der Web-App begleitet. Dieses niedersächsische Pilotprojekt zur Umsetzung sektorenübergreifender Versorgung beinhaltet sowohl die Erarbeitung einer sektorenübergreifenden Versorgungskette als auch eine für die Patienten aufbereitete Version dieses Prozesses auf einer Web-App. Der Patient wird in den Mittelpunkt der nach Sektoren getrennten Versorgung gestellt und soll durch eine Verbesserung des Zusammenspiels ambulanter und stationärer Versorgungssituation möglichst ohne Brüche nach klaren Kriterien versorgt und informiert werden. Das Projekt könnte Modellcharakter für künftige sektorenübergreifende qualitätsverbessernde Initiativen haben.

Verfasser/in:
M.A. Verena Lührs
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ), Ein




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