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aktualisiert am: 15.10.2014

Informationstechnologie aktuel 

  neue medien

@pp in die Praxis?

Längst nicht der letzte Schrei: Die App für die eigene Arztpraxis


 


Verschiedene Medienunternehmen haben ihre Produktpalette aktuell um ein neues Angebot ergänzt und bieten Apps für Arztpraxen an. Dabei wurden gleichgeartete Apps in der Regel bereits für eine andere Zielgruppe kreiert und werden nun - nicht selten ohne die spezifischen Gegebenheiten zu kennen - für Arztpraxen angeboten. Aber: Ist es für eine Praxis überhaupt sinnvoll, eine eigene App anzubieten? Und: Welchen Mehrwert könnte denn eine solche App für Patienten liefern?

Vergleicht man die auf dem Markt befindlichen Angebote miteinander, so trifft man auf nahezu identische Argumentationslinien der Anbieter und dargebotene App-Funktionalitäten:
- Eine App ist immer griffbereit auf dem Smartphone, kann die Patientenbindung intensivieren und einen gezielten Dialog ermöglichen.
- Es können Terminvereinbarungen getroffen und überweisungen oder Rezepte angefordert werden.
- So genannte Push-Dienste erlauben es Praxen, gezielt einen oder mehrere Patienten zu kontaktieren, um zum Beispiel über aktuelle News aus der Praxis oder fachrichtungsrelevante Themen zu informieren.
- Nicht selten liefern die Apps Bewertungsoptionen - sowohl bilateral (bezogen auf die im Individualfall gelieferten Informationen und angewandten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) als auch in Form der Anbindung an Arztbewertungsportale.
Fazit bis hierhin: Die dargestellten App-Funktionalitäten gehen kaum über den Standard hinaus, den Praxiswebsites heutzutage liefern.

Von unzureichender Kenntnis des ärztlichen Berufsrechts auf Seiten der App-Produzenten zeugt die Werbung für Angebots-Segmente wie "Gutscheine per Pushnachricht". Und die mit dem Einsatz der Apps verbundenen datenschutzrechtlichen Fragen (Werden beim Herunterladen der App Daten an Dritte geliefert? - Wie wird überhaupt mit den anfallenden Daten verfahren?) bleiben nicht selten offen.

So ist wohl vorerst Vorsicht auf diesem Feld geboten - und eine andere Lösung vorzuziehen: "Die aktuell gehaltene Website mit patientenrelevanten Features und deren mobile Variante ist die bessere Alternative", rät App-Spezialist Dr. med. Urs-Vito Albrecht, MPH, von der Medizinischen Hochschule Hannover. Dabei bieten sich zwei Möglichkeiten des Transfers der Arzthomepage für den mobilen Zugriff an: die automatische Weiterleitung auf eine mobile Version einer Website oder das so genannte "Responsive Webdesign", bei dem sich die vorhandene Version der Website selbstständig der verfügbaren Umgebung anpasst.

Verfasser/in:
Raimund Dehmlow
Online-Redaktion der Ärztekammer Niedersachsen
Berliner Allee 20, 30175 Hannover
raimund.dehmlow@aekn.de


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