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aktualisiert am: 15.05.2017

 

  Klinik und Praxis

Geschützter Raum für „peinliche“ Fragen und ernste Anliegen


 


Der pro familia Landesverband Niedersachsen hat 2001 die Onlineberatung http://www.sexundso.de gegründet. Etwa 2.000 junge Menschen hauptsächlich im Alter von 14 bis 24 Jahren nehmen mittlerweile pro Jahr Kontakt mit dem sex-undso-Team auf. Neun speziell für den Onlinekontakt ausgebildete Beraterinnen und Sexualpädagogen antworten zeitnah auf die Anliegen der Ratsuchenden. Bei medizinischen Fragen wird das Team von einer Ärztin beraten. Die Journalistin Britta Grashorn hat für das niedersächsische ärzteblatt mit der Leiterin von sexundso, Hildegard Müller, gesprochen:

Warum suchen viele Teenager bei http://www.sexundso.de Rat?


Unsere Homepage ist speziell auf Mädchen und Jungen sowie junge Erwachsene ausgerichtet. Die Onlineberatung ist durch ihre Anonymität ein niedrigschwelliges Angebot. In diesem geschützten Raum können Kinder und Jugendliche auch stark scham- und angstbesetzte Anliegen besprechen und um Hilfe bitten. Mädchen fragen sich zum Beispiel, warum sie noch keine Regelblutung haben, ob das Brustwachstum normal ist, machen sich Sorgen über Ausfluss oder fürchten, schwanger zu sein. Dennoch trauen sie sich nicht, ihren Arzt, ihre Ärztin aufzusuchen oder überhaupt mit jemandem darüber zu sprechen. Jungen machen sich zum Beispiel Sorgen um die Größe des Penis oder haben Probleme mit einer Vorhautverengung. Es ist ihnen zu peinlich, darüber mit einem Arzt zu sprechen. Sie trauen sich aber, eine Nachricht an die Onlineberatungsstelle zu schicken, bei der sie auf Wunsch anonym bleiben können. Liebeskummer, Eifersucht, Selbstwertprobleme, sexuelle Orientierung und Identität, Grenzen sexueller Aktivitäten sind weitere Themen, die sowohl Mädchen als auch Jungen bewegen.

Kann die Onlineberatung die Konsultation eines Arztes oder einer Psychotherapeutin ersetzen?


Nein. Onlineberater/innen stellen keine Diagnosen und sind keine Therapeuten/innen. Aber sie können darauf hinwirken, dass sich Mädchen und Jungen an eine Ärztin, einen Arzt ihres Vertrauens wenden, um abklären zu lassen, ob eine medizinische Behandlung erforderlich ist. Oft haben Mädchen trotz ärztlicher Beratung noch viele weitere Fragen zur HPV-Impfung oder sie sind unsicher, welches Verhütungsmittel sie verwenden möchten. Hier kann die Onlineberatung unterstützend sein, damit die Mädchen gemeinsam mit ihren Eltern eine informierte Entscheidung treffen können. Die Erfahrungen mit 16 Jahren sexundso zeigen, dass sich viele Lösungswege bereits online entwickeln lassen. Dabei ist dieser Kommunikationsweg keine Konkurrenz zur ärztlichen oder psychosozialen Beratung, sondern eine Ergänzung. Gerade in Krisensituationen oder bei körperlichen Beschwerden können die Onlineberater/innen darauf hinwirken, dass sich die jungen Menschen medizinische oder psychosoziale Unterstützung vor Ort holen.

Wie könnten sich Ärzte und Psychotherapeuten die Online-Beratung zu Nutze machen?


Durch Aufklärung, Information und Beratung bestärkt die Onlineberatung die Ratsuchenden darin, ihre Handlungskompetenzen zu erweitern. Für Ärztinnen und Ärzte kann es sehr unterstützend sein, Jugendliche und junge Erwachsene bei psychosozialen Problemen an eine professionelle virtuelle Beratungsstelle verweisen zu können, die jederzeit erreichbar ist. Wir stellen den Praxen auf Anfrage gern Visitenkarten und Plakate von sexundso zur Verfügung und sind auch jederzeit für Rückfragen erreichbar.

Verfasser/in:
Britta Grashorn





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Information und Onlineberatung

www.sexundso.de
webbasierte Beratung des pro familia Landesverbands Niedersachsen für Jugendliche und junge Erwachsene + gut gemachte Orientierungstexte zu Pubertät, verliebt sein, Sexualität und sexueller Identität, Selbstbefriedigung, Pornografie, Verhütung, Schwangerschaft etc. + Links zu Fachberatungsstellen
http://www.loveline.de
Jugendhomepage der BZgA zu Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Verhütung. Mit Chats, Lexikon, Wissensspielen, FAQs, Umfragen, News und monatlichen Schwerpunktthemen können Jugendliche aktuell interaktiv ihr Wissen erweitern.
http://www.sexualaufklaerung.de
Information der BZgA für Multiplikator/innen zu Sexualaufklärung und Familienplanung incl. Darstellung von Studien- und Untersuchungsergebnissen, aktuellen Daten sowie Beschreibung und Darstellung von Medien.
Fickt Euch! Ist doch nur Sex
Kurzfilme mit der Journalistin Kristina Weitkamp, produziert von funk, ein Gemeinschaftsangebot von ARD und ZDF: http://www.youtube.com/channel/UC3ZkjIfabQzVypsQBd9-AIQ/videos
Die Landesstelle Jugendschutz (LJS) Niedersachsen
bietet zu den Themenschwerpunkten Gewalt, Medien, Sucht und Sexualität Fortbildungen und Materialien für Fachkräfte an, die mit Kindern, Jugendlichen und Eltern arbeiten: http://www.jugendschutz-niedersachsen.de
Zeitschrift für Sexualforschung (kostenpflichtig)
Sexualität darstellen - Sexualität denken, Originalarbeiten aus empirischer und klinischer Forschung, aktuelle Studien zur Sexual- und Geschlechtstheorie:
http://www.thieme.de/de/zeitschrift-sexualforschung/profil-2698.htm

Studien

Jugendsexualität 2015
Einstellung und Verhalten von Jugendlichen (14 bis 17 Jahren) und deren Eltern sowie von jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahren) in der Bundesrepublik Deutschland in Fragen der Sexualität und Kontrazeption. Schwerpunktthemen sind Aufklärung in Schule und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen und Verhütungskenntnisse sowie
-verhalten. Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA)/ TNS Emnid Sozialforschung:
http://www.forschung.sexualaufklaerung.de
BRAVO "Dr.-Sommer-Studie 2016" (kostenpflichtig)
Wie ticken die 11- bis 17-Jährigen heute? Hat Erwachsenwerden im Zeitalter von YouTube, Youporn, Insta­gram, Snapchat und Co. einen Einfluss auf ihren sexuellen und emotionalen Erfahrungshorizont? Kostenlose Kurzfassung: http://www.presseportal.de/pm/13440/3233207



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