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nä 05/2017
aktualisiert am: 15.05.2017

 

  Qualitätsmanagement

Wie bringt man CIRS in den Krankenhausalltag?

Praxisnahe Handlungsempfehlung für die Einführung und Anwendung


 


Um mögliche Schwachstellen im System frühzeitig zu erkennen und aus unerwünschten Ereignissen zu lernen, ist die Einführung und Anwendung eines Berichts- und Lernsystems in der stationären Versorgung durch die Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) seit 2014 gesetzlich verpflichtend. Ein weit verbreitetes Berichts- und Lernsystem ist das Critical Incident Reporting System (CIRS). Im klinischen Alltag stoßen die Verantwortlichen jedoch auf wenig Gegenliebe bei den Klinikern: "Noch etwas woran man denken muss, noch mehr Dokumentation und wozu das Ganze?", sind die häufigsten Reaktionen.

Um eine lösungsorientierte Hilfestellung an die Hand zu geben, haben Experten aller drei deutschsprachigen Patientensicherheitsorganisationen aus österreich, der Schweiz und Deutschland zusammengearbeitet und im Jahr 2016 eine gemeinsame Handlungsempfehlung herausgegeben. Die multiprofessionelle Arbeitsgruppe bestand aus Vertretern des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), der Plattform Patientensicherheit und der Stiftung Patientensicherheit Schweiz. Unter dem Namen "Einrichtung und erfolgreicher Betrieb eines Berichts- und Lernsystems (CIRS) - Handlungsempfehlung für stationäre Einrichtungen im Gesundheitswesen" wird die APS-Empfehlung aus dem Jahr 2007 fortgeschrieben.

Die Handlungsempfehlung richtet sich insbesondere an Leitungskräfte stationärer Einrichtungen und an Mitarbeitende im Qualitäts- und klinischem Risikomanagement. Im Vordergrund der Empfehlung steht der erfolgreiche dauerhafte Betrieb eines Berichts- und Lernsystems in einer stationären Einrichtung. Darüber hinaus bietet sie Hilfestellungen zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen, zum Aufbau eines Berichts- und Lernsystems und für den weiteren Ausbau. Welche Prozesse, Kompetenzen und Qualifikationen benötigt werden, wird praxisorientiert beschrieben. Eine Einbindung in das klinische Risikomanagement ist in jedem Fall empfehlenswert. Außerdem gibt die Handlungsempfehlung Hinweise zur Teilnahme an einrichtungsübergreifenden Berichts- und Lernsystemen, wie das Krankenhaus-CIRS-Netz-Deutschland, das CIRRNET in der Schweiz oder CIRSmedical.at in österreich. Damit ist ein bedeutender Beitrag zur internationalen Vernetzung geleistet worden.

Verfasser/in:
Sabrina Zientek
ZQ, Fachgebiet Patientensicherheit




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Die 44-seitige Handlungsempfehlung kann über die Homepage des APS: http://www.aps-ev.de/handlungsempfehlungen/ kostenfrei heruntergeladen werden.

Literatur

Aktionsbündnis Patientensicherheit, Plattform Patientensicherheit, Stiftung Patientensicherheit (Hrsg., 2016): Einrichtung und erfolgreicher Betrieb eines Berichts- und Lernsystem (CIRS). Handlungsempfehlung für stationäre Einrichtungen im Gesundheitswesen, Berlin

Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL): http://www.g-ba.de/
informationen/richtlinien/87/ (Letzter Zugriff: 27.03.17)


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