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nä 10/2017
aktualisiert am: 16.10.2017

 

  Patientensicherheit

Drei bemerkenswerte Projekte ausgezeichnet

Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2017


 

Um vorbildliche Beispiele gelebter Patientensicherheit sichtbar zu machen und die Sicherheitskultur im Gesundheitswesen nachhaltig zu fördern, wird vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) seit 2014 der Deutsche Preis für Patientensicherheit verliehen. In diesem Jahr sind die folgenden drei nachahmenswerten Initiativen ausgezeichnet worden.

Den ersten Platz belegte das Universitätsklinikum Heidelberg mit dem Projekt "Qualitätssicherung in der Rezeptschreibung - eine Fünfjahres-Bilanz", das auf die hochfrequentierten Hochschulambulanzen abzielte. Durch Einrichtung einer elektronischen Verordnungssoftware, einer Servicestelle für Fragen zur Rezeptschreibung sowie durch das Angebot von Schulungen ist es gelungen, die Nutzung der elektronischen Rezeptschreibung von 34,9 Prozent auf über 80 Prozent zu erhöhen und die Rückfragen aus den Apotheken von jedem viertem Rezept auf 4 Prozent zu reduzieren. Die formale Rezeptqualität ist so verbessert worden, dass Missverständnisse, Verunsicherungen und Versorgungslücken reduziert wurden. Durch diese Verschlankung des Belieferungsprozesses werden Therapieverzögerungen vermindert und sowohl die Zufriedenheit der involvierten Heilberufler als auch des Patienten erhöht.
Das zweitplatzierte Projekt "PALLINI - ein palliativpflegerisches Hygienekonzept" des Kinderpalliativzentrums der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln ermöglicht MRE-besiedelten Patienten die Teilnahme am Stationsleben sowie den pädagogisch-therapeutischen Angeboten. Das Gefühl der Ausgrenzung, Benachteiligung und Stigmatisierung, das mitunter durch eine Einzelzimmerisolierung bei Patienten und deren Angehörigen entsteht, wird nachweislich vermindert. Hierzu wurde ein Hygienekonzept entwickelt und erprobt, in dem bewusst auf Einzelzimmerisolierung MRE-besiedelter Patienten zugunsten einer Barrierepflege verzichtet wird, ohne dass es zu einem vermehrten Auftreten nosokomialer Infektionen kam. Ein weiterer positiver Effekt war eine verbesserte medizinisch-pflegerische Versorgung durch bewussten Verzicht auf die Zimmerisolierung.
Dritter Preisträger ist die Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Projekt "Koordiniertes Osteoporosemanagement von unfallchirurgischen Patienten mittels Fracture Liaison Service (FLS)". Die individuelle Behandlung von Osteoporosepatienten wird durch eine geschulte Pflegekraft über den stationären Aufenthalt hinaus ermöglicht. Die bestehenden Versorgungslücken zwischen Krankenhaus, Hausarzt und dem Osteporosespezialisten können durch das Versorgungsmodell geschlossen und Folgefrakturen signifikant reduziert werden. Die LMU München ist deutschlandweit die erste Klinik, in der ein solches Versorgungsmodell einsetzt wird und durch die International Osteoporosis Foundation zertifiziert ist.

Verfasser/in:
Lena Strodtmann, M.A.





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Die Projektverantwortlichen sowie nähere Informationen zu den einzelnen Projekten und zum Deutschen Preis für Patientensicherheit finden Sie auf der Homepage des APS unter http://www.aps-ev.de/deutscher-preis-fuer-patientensicherheit/


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