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nä 10/2017
aktualisiert am: 16.10.2017

 

  Praxis & Versorgung

Erste Erfolge im Kampf gegen die Keime

Fachtagung „MRE-Netzwerke als regionale Innovatoren in der Infektionsprävention und Hygiene“ zog. Zwischenbilanz der MRE-Projekte


 

Eine Fachtagung der Initiative "MRE-Netzwerke in Niedersachsen" am 19. Juni 2017 in Hannover hat durch die hohe Teilnehmerzahl von rund 150 Personen das lebhafte Engagement der an der Initiative beteiligten Netzwerke im Kampf gegen multiresistente Keime bestätigt. "MRE-Netzwerke in Niedersachsen" ist ein landesweites Metanetzwerk für den zielorientierten Erfahrungsaustausch der aktiven regionalen MRE-Netzwerke.

In einem Impulsreferat unterstrich die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt die Notwendigkeit, den Anteil antibiotikaresistenter Bakterien zu begrenzen oder noch besser zurückzuführen und die Wirksamkeit von Antibiotika bei Mensch und Tier zu erhalten. Mittlerweile arbeite ein interministerielle Arbeitskreis (IMAK) an der gemeinsamen flächendeckenden Strategie gegen Antibiotikaresistenz.

Die anschließenden Fachreferate ließen die Bandbreite der MRE-Problematik erkennen. Prof. Dr. Dr. Wilfried Bautsch, Chefarzt des Instituts für Mikrobiologie, Immunologie und Krankenhaushygiene im Städtischen Klinikum Braunschweig, empfahl, den auf Plasmiden lokalisierten Resistenzen gegen Carbapeneme und Colistin besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Dr. Martina Scharlach, NLGA, stellte anhand der aktuellen Ergebnisse aus ARMIN-(Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) dar, dass sich seit Jahren bei zahlreichen Erregern eine hohe Resistenz zeige. Allerdings zeige seit 2010 sinkende Anteil der gegen Methicillin resistenten S. aureus Erfolge im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Peter Bergen, NLGA, präsentierte das "Niedersächsische Hygienesiegel", das Alten- und Pflegeheimen die Möglichkeit bietet, die eigene Hygienequalität entscheidend zu verbessern. Dr. Gerhard Bojara, Leiter des Gesundheitsamtes Osnabrück, stellte den MRE-Ausweis für Patienten vor, der den niedergelassenen Ärzten im Raum Osnabrück notwendige Informationen an die Hand geben soll. Dr. Dagmar Rocker, NLGA, erläuterte den "One-Health-Gedanken" in der Arbeit in den EU-geförderten grenzüberschreitenden Projekten EurSafety Health-net und EurHealth-1Health. Dr. Brigitte Buhr-Riehm, Gesundheitsamt Braunschweig, berichtete über Versuche des Hygienenetzwerks Südost-Niedersachsen, im Rahmen des WASA-Projekts ("Wirksamkeit von Antibiotikaschulungen in der niedergelassenen Ärzteschaft") mehrere Fachdisziplinen zu erreichen. Zum Abschluss stellte Dr. M. Katharina Hüppe, Gesundheitsamt Hildesheim, die Ergebnisse einer 2017 durchgeführten Studie vor, derzufolge für 14 Prozent der Urindauerkatheter bei Altenheimbewohnern keine medizinische Indikation vorlag.

Verfasser/in:

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4 - 6, 30449 Hannover, Tel.: (05 11) 45 05-0, Fax: (05 11) 45 05-1 40


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Ergebnisse der ersten MRE-Fachtagung im überblick:
- Aktive MRE-Netzwerke konnten erfolgreiche Konzepte präsentieren.
- Dafür sind Koordinatoren für eine fortlaufende Kontaktpflege mit den Netzwerkpartnern und erhebliche zeitliche Ressourcen erforderlich.
- Regionale MRE-Netzwerke ermöglichen es, Schnittstellenprobleme zu lösen und bieten eine Plattform für den fachlichen Austausch.
- Fortbildung für Fachpersonal und Information von Patienten spielen eine große Rolle.
- Neben Fragen der Hygiene gewinnen die Verbesserung der Antibiotikaresistenzsituation und der gezieltere Einsatz von Antibiotika an Bedeutung. Eine besondere Herausforderung liegt in der Optimierung des Verordnungsverhaltens von niedergelassenen Ärzten.
- Die Resistenzdaten, z. B. bei S. aureus, deuten an, dass eine positive Beeinflussung der Resistenzsituation durch geeignete Maßnahmen möglich ist, und ermutigen dazu, geeignete Konzepte zu entwickeln.
- Auf der nächsten Fachtagung sollen die einzelnen Akteure bzw. Sektoren im Gesundheitswesen zielgerichtet angesprochen werden (z.B. Rettungsdienst, ambulante Pflege).

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der einzelnen Netzwerke stehen unter:
http://www.mre-netzwerke.niedersachsen.de.


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