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nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Politik

Berufspolitischer Austausch im Alten Rathaus

ÄKN empfängt rund 120 Gäste zum Parlamentarischen Frühjahrsabend


 


Die wichtigen gesundheitspolitischen Aufgaben unserer Gegenwart bewegen wir nur gemeinsam, erklärte Ärztekammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker, als sie den diesjährigen Parlamentarischen Abend der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) eröffnete. Rund 120 Persönlichkeiten aus Landtag, Landesregierung, Kommunen, Kammern, Hochschulen und Verbänden waren der Einladung zum berufspolitischen Austausch gefolgt. Auch die Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtags, Petra Emmerich-Kopatsch, MdL, und die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann, waren unter den Gästen. In ihren Grußworten betonten beide, wie wichtig die Expertise der niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte für die Landespolitik ist und bedankten sich für die gute Zusammenarbeit mit der ÄKN.

"Auf uns alle warten viele Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland Niedersachsen", sagte Wenker und gab Beispiele: den Ärztemangel - vor allem im ländlichen Raum - zu wenig Studienplätze der Medizin, die Digitalisierung im Gesundheitswesen und die Förderung der telemedizinischen Versorgung. An Ministerin Reimann gewandt betonte die Ärztekammerpräsidentin: "Uns verbinden bereits viele gemeinsame Projekte, die von einer außerordentlich guten Zusammenarbeit geprägt sind. Ich freue mich auf die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit, auf den gegenseitigen Austausch und auf gemeinsame Begegnungen und Gespräche."

Die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. rer. nat. Carola Reimann, nahm in ihrem Grußwort ausführlich Stellung zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen des Landes - wie etwa dem Masterplan Medizinstudium 2020 sowie dem Thema Medizinstudienplätze: "In der Koalitionsvereinbarung für Niedersachsen haben wir uns dazu bekannt, den "Masterplan Medizinstudium 2020" nachhaltig zu unterstützen. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.12.2017 ist zusätzlich Bewegung in das Thema gekommen. So verstoßen die aktuellen Regelungen von Bund und Ländern zur Vergabe von Studienplätzen nach den besten Abiturnoten, nach Wartezeit und nach einer Auswahl durch die Universitäten teils gegen den grundrechtlichen Anspruch der Bewerberinnen und Bewerber auf gleiche Teilhabe am staatlichen Angebot", erklärte Reimann. Aus ihrer Sicht erhöhe das Urteil die Chancen, in Zukunft ausreichend geeignete junge Menschen für den Arztberuf zu finden.

Des Weiteren argumentierte die Ministerin für die sogenannte Landarztquote: "Sie ermöglicht es den Ländern, bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze vorab an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die später auf dem Land tätig werden. Sie müssen sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten Regionen oder Planungsbereichen tätig zu sein. Als Ministerin eines Flächenlandes wie Niedersachsen befürworte ich die Einführung einer Landarztquote. Damit hätten wir zukünftig einen wichtigen Baustein bei der Stabilisierung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Räumen zur Verfügung."

Die Begrüßungsreden gaben vielerlei Anlass zur Fortsetzung der Gespräche bei Tisch und führten zu einem außerordentlich gelungenen Parlamentarischen Abend, der im kommenden Jahr im gleichen Format stattfinden wird.

Verfasser/in:
Jörg Blume
Chefredakteur "niedersächsisches ärzteblatt"
Berliner Allee 20, 30175 Hannover



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