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nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Aus den Verbänden

„Wo Arzt drauf steht, muss auch Arzt drin sein“

Zum Warnstreik im öffentlichen Dienst und der Qualität der Weiterbildung hat der Marburger Bund Niedersachsen bei seiner Hauptversammlung am 11. April Stellung bezogen.


 


Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker äußerte in ihrem Grußwort die begründete Hoffnung, dass bis Ende des Jahres 200 neue Studienplätze für Niedersachsen geschaffen werden. "Wo Arzt drauf steht, muss auch Arzt drin sein", machte Wenker mit Blick auf in Deutschland tätige Ärzte deutlich. Die Delegierten fassten später einen Beschluss zum deutschen Staatsexamen für Ärztinnen und Ärzte aus Nicht-EU-Staaten. Zugleich betonten sie: "Deutschland ist und bleibt ein freies und weltoffenes Land und begrüßt jede Ärztin und jeden Arzt, die in Deutschland tätig sein wollen."

Im weiteren Verlauf bekundeten die Delegierten ihre Solidarität mit den Streikenden im öffentlichen Dienst sowie mitder Protestkundgebung der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Gesundheitsdienst am 26. April in Osnabrück.

In seinem Rechenschaftsbericht blickte der Erste Vorsitzende Hans Martin Wollenberg auf die Entwicklungen des zurückliegenden Jahres: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum sogenannten Tarifeinheitsgesetz und in der Folge die Vereinbarung von Marburger Bund und Ver.di gehörten ebenso dazu wie die tarifpolitischen Belange des Landesverbandes.

Im Hinblick auf den ärztlichen Nachwuchs bekräftigte Wollenberg: "Ich kann unserem Wissenschaftsminister nur zustimmen, wenn er sagt: ´Zu erwarten, dass sich junge Menschen gleich zu Beginn ihres Medizinstudium - in der Regel ohne Praxiserfahrung - für zehn Jahre auf eine Fachrichtung und damit letztlich auch auf ein bestimmtes persönliches Umfeld festlegen´, halte er ´für fernab jeder Lebensrealität.´"
Wollenberg betonte das Anliegen des Verbandes, dass alle jungen Kollegen eine qualitativ gute Weiterbildung zum Facharzt erhalten. "Maßstab hierfür ist nicht allein das Prüfungsergebnis ´bestanden´, sondern der Weg dorthin. Und dessen Qualität spiegelt sich aus unserer Sicht unter anderem in Fragen nach einer vernünftigen Personalausstattung und vernünftigen Arbeitszeiten wider", machte er deutlich. Und gab zu bedenken: "Ein Krankenhaus, das gut weiterbildet, sollte bei einer qualitätsorientierten Krankenhausplanung besondere Berücksichtigung finden - vielleicht mehr als die Planungsrelevanten Qualitätsindikatoren des G-BA, die in Niedersachsen leider uneingeschränkt für die Krankenhausplanung in der Novelle des Krankenhausgesetzes zur Geltung gebracht werden sollen."

Wollenberg unterstrich die Entscheidung der Kammerversammlung zum Neubau des Ärztekammer-Gebäudes: "Wir finden, Niedersachsens Ärzte sollen ein eigenes Haus haben. Es symbolisiert den Willen zur Eigenständigkeit des ärztlichen Standes und zum Festhalten an der Selbstverwaltung. Deshalb ist dieser Neubau aus unserer Sicht richtig."

Nach Vorstellung der Finanzen des vergangenen Jahres erteilte die Hauptversammlung dem Vorstand und der Geschäftsführung einstimmig Entlastung.

Verfasser/in:
Stephanie Walter
Pressereferentin Marburger Bund, Landesverband Niedersachsen




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