Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Patientensicherheit

Wenn schon Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen, dann richtig - moderiert!


 


Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (MMK) sind weit verbreitet, wie die Online-Befragung zum Umsetzungsstand an niedersächsischen Kliniken Ende 2017 zeigt. Allerdings werden sie häufig ohne feste Struktur und Ziele durchgeführt.

Die Ergebnisse der Online-Befragung zum Status quo und Weiterentwicklungschancen von Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen in Niedersachsen vom Herbst 2017 befinden sich im Veröffentlichungsprozess "under review" und werden nach Akzeptanz zugänglich gemacht.


Gemeinsam und offen den problematischen Krankheitsverläufen auf den Grund zu gehen und Potenziale zur Weiterentwicklung von Prozessen, individuellen Kompetenzen und der interprofessionellen-interdisziplinären Zusammenarbeit aufzudecken, ist höchst anspruchsvoll, da dies einen Kulturwandel voraussetzt. Denn Beteiligte können sich während einer Fallbesprechung angegriffen und bloßgestellt fühlen. Es folgen Rechtfertigungsdiskussionen, die weg von der analytischen Sichtweise auf den Fall zu Auseinandersetzungen führen können. Es wird dann der Frage nachgegangen: "Wer hat recht?". Bereits Gordon hat die chirurgische MMK 1994 in seinem Grundlagenwerk "Gordon´s Guide to the surgical Morbidity and Mortality Conference" als Wettbewerb der besten Chirurgie bezeichnet. Solche Diskussionen können entgleisen und dazu führen, dass alle Bemühungen um einen offenen Umgang zunichte gemacht werden. Denn welcher, insbesondere der jüngeren Ärzte oder Pflegenden sollte sich in dieser Atmosphäre zu Wort melden? Die richtige Frage an das gesamte Behandlungsteam sollte lauten: "Was können wir das nächste Mal konkret besser machen?"

Die Neutralität des Moderators sollte gewährleistet sein.


Entscheidend für das Gelingen dieser konstruktiven Diskussion während einer MMK ist eine gekonnte Moderation, die eine lösungsorientierte Gesprächsatmosphäre schafft, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beteiligt, die Konferenz zielführend lenkt und konflikthafte Situationen wie Bloßstellungen und Schuldzuweisungen auflösen kann. Gleichzeitig darf die Falldiskussion während einer MMK nicht an der Oberfläche bleiben und entscheidende Knackpunkte umgehen, da sonst keine sinnvollen Erkenntnisse gewonnen werden und die gewünschte Verbesserung ausbleibt. Dies gelingt am besten, wenn die Rollen des Fallpräsentierenden, der Konferenzleitung und des Moderators an drei unterschiedliche Personen vergeben sind.

Verfasser/in:
Dr. med. Anouk Siggelkow





inhalt 06/ 18
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 



Die Ärztekammer Niedersachsen bietet abhängig von Ihrem Erfahrungsschatz zwei Trainingskonzepte "Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen: Erfolgsfaktor Moderation" an in Form eines Basis- und eines Refresherkurses.
Für die "MMK in der Arztpraxis" wird das Seminar "Pragmatisch-praktisches Fehlermanagement für Arztpraxen" angeboten. Termine und nähere Informationen finden Sie im Anzeigenteil.


Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2018. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.06.2018.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung