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nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Praxis & Versorgung

Telematikinfrastruktur: KBV und Krankenkassen einigen sich auf höhere Erstattung

Absenkung der Erstattungsbeträge im dritten und vierten Quartal 2018 wird weitgehend aufgehoben


 


Auf Eckpunkte zur weiteren Finanzierung der Ausstattungskosten haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband unter Vermittlung des Vorsitzenden des Bundesschiedsamtes geeinigt. Die KBV konnte sich mit dem GKV-Spitzenverband darauf einigen, dass die Erstausstattungspauschalen ab dem dritten Quartal deutlich angehoben werden.

Damit steht nun fest, dass Praxen ab Juli für den Konnektor deutlich mehr Geld erhalten als bislang vereinbart war. Im dritten Quartal sind das 1.719 Euro, ab dem vierten Quartal 1.547 Euro. Hinzu kommen wie bisher jeweils 435 Euro für ein Kartenterminal; bei größeren Praxen für zwei oder drei Terminals. Die Erstausstattungspauschalen, die auch die Kosten für ein Kartenterminal umfassen, betragen dann 2.154 Euro im dritten beziehungsweise 1.982 Euro im vierten Quartal. Der alte Preis für einen Konnektor ab dem dritten Quartal lag mit 720 Euro deutlich unter den jetzt verhandelten Werten.

Die KBV hatte das Bundesschiedsamt eingeschaltet, da auf dem Verhandlungsweg zunächst keine Einigung möglich war. Eine Anhebung der Preise war notwendig geworden, da die Praxen ansonsten möglicherweise auf den Kosten sitzengeblieben wären. KBV und Krankenkassen gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten - wie von der Industrie schon seit langem zugesagt - mehrere Anbieter von Konnektoren geben wird. Dies sollte zu einer Senkung der Angebotspreise führen.

Ein Anbieter ist das österreichische Technologieunternehmen RISE. Sobald der Konnektor dieses Unternehmens am Markt grundsätzlich für alle Arztpraxen verfügbar ist, werden beide Seiten innerhalb einer Frist von zwei Wochen - vor dem Hintergrund der dann aktuellen Marktsituation - die geltende Vereinbarung überprüfen und gegebenenfalls für das Folgequartal anpassen.


Verfasser/in:

KVN



KBV




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KVN-Chef vergleicht TI-Rollout mit "Bau des Berliner Flughafens"


Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen scharf kritisiert. "Jeden Tag wird zum Thema TI-Rollout eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Die Unsicherheit bei den Ärzten und Psychotherapeuten wächst von Tag zu Tag. Dieser Zustand ist aus unserer Sicht unerträglich. Die elektronische Gesundheitskarte und die Installation der Telematik-Infrastruktur erinnern an den Bau des Berliner Flughafens", sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch. Es sei zu befürchten, dass die Industrie bis Ende 2018 weder alle Teilnehmer anschließen noch die zuverlässige Funktionsfähigkeit des Systems garantieren könne. Und die erhoffte Preissenkung durch Wettbewerb sei nicht eingetreten. "Unsere Mitglieder brauchen Klarheit über Kosten, Datensicherheit und Zukunftsfähigkeit des Projektes Telematik im Gesundheitswesen", forderte der KVN-Vorstandsvorsitzende.


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