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aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Selbstverwaltung

Wo bleibt der Doc?

Bürgermeister diskutierten über Perspektiven der Ärzteversorgung auf dem Lande


 


30 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Bezirksverband Braunschweig des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) sind am 3. Mai in Groß Schwülper zusammengekommen, um gemeinsam über das Schwerpunktthema "Ärzteversorgung auf dem Lande" zu beraten. Fachkundige Informationen dazu lieferten Stefan Hofmann als Geschäftsführer der Bezirksstelle Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) und Oliver Kamlage aus dem Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Gesundheit des NSGB.

Durch den "Generationswechsel" der "Mediziner auf dem Lande" sehen sich die Kommunen besonderen Herausforderungen zur Aufrechterhaltung der medizinischen Infrastruktur gegenüber. In dieser Situation hat der NSGB eigene Forderungen an die Bundes- und Landespolitik aufgestellt. Junge Medizinerinnen und Mediziner finden den Beruf als Ärztin oder Arzt in der traditionellen inhabergeführten Einzelpraxis häufig nicht mehr attraktiv genug. Sie möchten stattdessen lieber in Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Ärztezentren arbeiten, in denen die Möglichkeit geboten wird, dass Urlaubs- und Krankheitsvertretungen, Spezialisierungen sowie Teilzeitarbeit leichter zu organisieren sind. Denn auch Mediziner haben die Erwartungshaltung, dass sich ihre Lebensplanung und ihr Beruf nach dem Schlagwort "Work/Life-Balance" ausgeglichen miteinander verbinden. Ein für alles allein verantwortlicher selbstständiger Landarzt mit einem eventuell 12 bis 14 Stunden-Arbeitstag zu sein, ist auch in Hinblick auf die eigene Familienplanung gerade für junge Ärztinnen nicht mehr besonders attraktiv.

Nebeneffekt dieses Trends ist für derzeit aktive Landärzte, dass im Falle einer altersbedingten Praxisaufgabe bei einem Weiterverkauf der Praxis nicht mehr zu erwarten ist, dass mit dem Verkaufserlös ein nennenswerter Beitrag zur eigenen Altersvorsorge realisiert werden kann.

Daneben konnten die Referenten aber auch Beispiele dafür aufzeigen, dass sich in einzelnen Fällen Mediziner bewusst dagegen entscheiden, angestellter Chefarzt in einem Krankenhaus zu sein, sondern mit Mut und Tatkraft lieber Chef und Arzt in der eigenen Landarztpraxis werden wollen. Eine solche Entscheidung wird dann gerne von kommunaler Seite und auch durch die Kassenärztliche Vereinigung unterstützt, die sich mit Programmen zur Nachwuchsförderung auch finanziell engagieren. In diesem Zusammenhang machte Stefan Hofmann von der Kassenärztlichen Vereinigung die anwesenden Bürgermeister auf die Praxisbörse der KVN aufmerksam, die unter http://www.kvn.de/Praxis/Beratung/KVN-Praxisboerse/ erreichbar ist.

In seinem Grußwort verwies der Landesbeauftragte für regionale Landentwicklung, Matthias Wunderling-Weilbier, auf die Diskussion zur Digitalisierung in der Medizin (Stichwort Telemedizin). Er wies aber auch darauf hin, dass dies nicht eine generelle Patentlösung sei. Zudem bestehe ein Weg zum Ausgleich von Versorgungsengpässen auch in der Höherqualifizierung der Medizinischen Fachangestellten hin zu so genannten "Nicht-Ärztlichen Fachkräften" ("Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis" - Verah), die gerade bei der Versorgung von chronisch kranken Patienten auf dem Lande die Ärzte und Ärztinnen entlasten könnten.

Verfasser/in:

KVN




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