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nä 09/2018
aktualisiert am: 17.09.2018

 

  Editorial

Antibiotikaresistenzen: Wir alle sind gefordert


 


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die weltweite Zunahme von Antibiotikaresistenzen gehört zu den größten medizinischen Herausforderungen und hat weitreichende Konsequenzen für die Behandlung von Infektionskrankheiten.

Um der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, wurden in den letzten Jahren national und international Aktionspläne erarbeitet. Auch Niedersachsen hat unter Federführung des Gesundheitsministeriums die gemeinsame niedersächsische Strategie gegen Antibiotikaresistenz entwickelt. Diese greift den One-Health-Ansatz auf, fasst Maßnahmen der Human- und Veterinärmedizin und des Umweltbereiches zusammen und berücksichtigt auch mögliche Forschungsansätze. Eine Arbeitsgruppe auf Landesebene begleitet die Aktivitäten und garantiert den fachübergreifenden Austausch.

Jedes Fachgebiet soll sich auf dieser Grundlage in seinem Verantwortungsbereich den eigenen Herausforderungen stellen und Maßnahmen gegen die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen stringent durchführen.

In der Humanmedizin gilt es, künftig die Schulungsangebote für medizinisches Personal auszubauen und Antibiotic-Stewardship-Teams in Krankenhäusern zu etablieren. Im ambulanten Bereich können Schnelltests zur Unterscheidung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen herangezogen werden und so die Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum unterstützen. Eine ausreichende Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist für die sachgerechte Antibiotikagabe unverzichtbar. Hierzu gibt es interessante Projekte, die dies fördern. Gleichzeitig steht ein Informationsblatt für die Bevölkerung mit dem Titel "Kein Antibiotikum! Warum?" zur Verfügung.

Im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) steht seit dem Jahr 2006 mit dem Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen (ARMIN) ein System zur kontinuierlichen Beurteilung der Resistenzentwicklung im stationären und ambulanten Bereich bereit. Darüber hinaus hat das NLGA Fortbildungsinitiativen zur sachgerechten Antibiotikatherapie im stationären Bereich etabliert und kürzlich mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern eine Neuauflage des Ratgebers zur rationalen oralen Antibiotikatherapie für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte veröffentlicht.

Zweifellos bedarf es weiterer intensiver Forschungsanstrengungen zum Thema Antibiotikaresistenz. Die grundlegenden Botschaften sind jedoch klar: Antibiotikaeinsatz auf das Nötigste beschränken, Hygiene einhalten und Impfungen durchführen. Hier kann jeder Akteur seinen Beitrag leisten.

Herzlich Ihr
Dr. med. Matthias Pulz
Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes

Verfasser/in:
Dr. med. Matthias Pulz
Nieders. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4 bis 6, 30449 Hannover
matthias.pulz@nlga.niedersachsen.de


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