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nä 09/2018
aktualisiert am: 17.09.2018

 

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Brustkrebspatientinnen profitieren von verstärkter Nachsorge

DMP Brustkrebs wurde neu ausgerichtet. Nachsorge steht im Fokus; Dokumentation ist komplett überarbeitet


 

Das Disease-Management-Programm für Patientinnen mit Brustkrebs wurde vollständig überarbeitet. Der Fokus wird künftig verstärkt auf der Nachsorge liegen. Das aktualisierte Programm mit neuen Dokumentationsvorgaben wird zum 1. Oktober 2018 in den Praxen umgesetzt.

Der Schwerpunkt des Disease-Management-Programms (DMP) Brustkrebs liegt seit seiner Einführung auf der Primärtherapie, die jedoch durch den nachsorgenden Gynäkologen wenig beeinflussbar ist. Ob eine Operation, Chemotherapie, Radiotherapie, endokrine Therapie oder Antikörpertherapie erfolgt, entscheiden die zertifizierten Brustzentren.

Mit der Aktualisierung werden nun die längerfristigen Neben- und Folgewirkungen der Erkrankung und Therapie stärker berücksichtigt. Die Empfehlungen im neuen DMP zielen insbesondere auf die Unterstützung bei der Adhärenz empfohlener langandauernder Therapien, die Vermeidung von Folgeerkran­kungen und die Berücksichtigung psychosozialer Aspekte.

Für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte ergeben sich viele inhaltliche Änderungen. Die medizinischen Anforderungen enthalten insbesondere:
- Beratung über Kontrazeption während der Brustkrebstherapie und über mögliche Auswirkungen der systemischen Therapie auf die Fertilität. Besteht der Wunsch nach fertilitätserhaltenden Maßnahmen, soll die Patientin frühzeitig auf die Möglichkeit einer entsprechend fachlich qualifizierten Beratung hingewiesen werden.
- Eine differenzierte Darstellung der leitliniengerechten endokrinen Langzeittherapie (Regime, Wirkstoffe, Vorgehen bei Unverträglichkeiten).
- Konkretisierung der Indikationsstellung zu Tamoxifen nach DCIS.
- Mindestintervalle der DMP-Dokumentation: in den ersten fünf Jahren wie bisher jedes zweite Quartal und ab Jahr 6 nach Primärtumor ohne Rezidive/ Fernmetastasen jedes vierte Quartal. Bei Rezidiven/ Fernmetastasen ist mindestens jedes 2. Quartal zu dokumentieren.

Das gesamte Nachsorgekapitel mit seinen Unterkapiteln ist neu gefasst worden und beschreibt in stark komprimierter Form die im DMP geforderten Anforderungen an die Nachsorgeinhalte, die alle gleichermaßen relevant sind.

Inhalte der Nachsorge im DMP sind explizit auch Beratung, Information und das Ansprechen des Themas Sexualität sowie die aktive Exploration psychosomatischer und psychosozialer Probleme.

Neue Qualitätsziele und ...


Die Qualitätsziele wurden erheblich verändert, sie konzentrieren sich auf Inhalte, die von den nachsorgenden Ärztinnen und Ärzten wesentlich beeinflusst werden können (statt der bisherigen Fokussierung auf Inhalte der Primärtherapie, die i.d.R. in den Tumorzentren festgelegt werden):
- Ein neuer Schwerpunkt ist die konsequente Fortführung der endokrinen Therapie über mindestens fünf Jahre und die regelmäßige Erfassung von Nebenwirkungen, um bei Problemen adäquat unterstützen zu können.
- Weitere Qualitätsziele betreffen die Einschätzung von Langzeitfolgen der Tumortherapie, z.B. Knochendichtebefund bei Beginn einer Therapie mit Aromatasehemmern und Kenntnis einer erfolgten kardiotoxischen Therapie.
- Weitere Ziele dienen der Beachtung des Body Mass Index im Verlauf und der Motivationsförderung zu körperlichem Training.

Ein weiteres neu eingeführtes Qualitätsziel betrifft die bioptische Sicherung (zwecks Rezeptorbestimmung) bei erstmaligem Auftreten von viszeralen Fernmetastasen.

... neue Dokumentation


Aus den neuen Qualitätszielen ergibt sich eine komplette Neugestaltung der Dokumentation. Zahlreiche bisherige Dokumentationsfelder konnten gestrichen werden, die zum einen die Primärtherapie betrafen und zum anderen schon andernorts erhoben werden, zum Beispiel durch die Krebsregister oder die zertifizierten Brustkrebszentren. Die neu formulierten Dokumentationsfelder sind weitgehend selbsterklärend, bei Bedarf unterstützt die neue Ausfüllanleitung.

Im Gegenzug konnten zahlreiche Dokumentationsfelder gestrichen werden, die zum einen die Primärtherapie betrafen und zum anderen schon andernorts erhoben werden, zum Beispiel durch die Krebsregister oder die zertifizierten Brustkrebszentren.

Geändert hat sich schließlich auch die Teilnahmedauer im DMP Brustkrebs. Aufgrund von geänderten Leitlinienempfehlungen und unter Berücksichtigung des späten Wiederauftretens der Erkrankung können die Patientinnen statt bisher fünf nun bis zu zehn Jahre im Programm eingeschrieben sein.

Verfasser/in:
Redaktion





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